Allgemeines Sturmabzeichen - Deumer
Das Allgemeine Sturmabzeichen gehört zu den bedeutendsten Kampfauszeichnungen der deutschen Wehrmacht während des Zweiten Weltkriegs. Diese Auszeichnung wurde am 1. Juni 1940 durch den Oberbefehlshaber der Wehrmacht, Generalfeldmarschall Wilhelm Keitel, gestiftet und sollte die Tapferkeit und den Einsatz von Soldaten würdigen, die an Sturmangriffen teilgenommen hatten.
Die Verleihungsbedingungen waren präzise definiert: Ein Soldat musste an mindestens drei Sturmangriffe an verschiedenen Tagen teilgenommen haben, oder er konnte die Auszeichnung für besondere Tapferkeit bei einem einzelnen Angriff erhalten. Auch Verwundungen während eines Sturmangriffs konnten zur Verleihung führen. Das Abzeichen stand allen Waffengattungen offen, mit Ausnahme der Luftwaffe und der Panzertruppen, die eigene spezifische Kampfabzeichen erhielten.
Das Design des Allgemeinen Sturmabzeichens zeigt ein gekreuztes Gewehr mit aufgepflanztem Bajonett und eine Stielhandgranate, umrahmt von einem Eichenlaubkranz. Diese Symbolik verkörperte den direkten Nahkampf und die Offensive. Das Abzeichen wurde in verschiedenen Stufen verliehen: in Bronze für die Grundstufe, in Silber nach weiteren erfolgreichen Einsätzen, und in Gold für außergewöhnliche Leistungen.
Die Firma Deumer aus Lüdenscheid war einer der bedeutendsten Hersteller militärischer Auszeichnungen während des Zweiten Weltkriegs. Das Unternehmen, das bereits seit dem 19. Jahrhundert im Bereich der Orden und Ehrenzeichen tätig war, produzierte eine Vielzahl von Kampf- und Verwundetenabzeichen für die Wehrmacht. Die Herstellerbezeichnung wurde meist auf der Rückseite der Abzeichen angebracht, oft in Form eines Firmenlogos oder Schriftzugs.
Das vorliegende Exemplar wurde aus Zink im Hohlprägeverfahren hergestellt. Diese Produktionsmethode wurde besonders ab den mittleren Kriegsjahren häufiger eingesetzt, als Materialmangel die deutsche Rüstungsindustrie zunehmend beeinträchtigte. Zink war leichter verfügbar als Buntmetalle wie Bronze oder Tombak, die in der Früh- und Vorkriegsproduktion verwendet wurden. Das Hohlprägeverfahren ermöglichte eine schnellere und kostengünstigere Massenproduktion, was angesichts der großen Anzahl verliehener Abzeichen notwendig wurde.
Der erwähnte Schaden am Kranz an der Spitze des Bajonetts ist charakteristisch für Abzeichen aus Zink. Dieses Material ist spröder als andere Metalllegierungen und neigt zu Brüchen und Rissen, besonders an exponierten Stellen wie den hervorstehenden Elementen des Designs. Solche Beschädigungen entstanden oft durch mechanische Belastung während des Tragens oder durch unsachgemäße Lagerung über die Jahrzehnte.
Die Trageweise war genau geregelt: Das Sturmabzeichen wurde auf der linken Brustseite der Uniform getragen, unterhalb der Ordensspange und über der Brusttasche. Es wurde mit einer Nadel auf der Rückseite befestigt, wobei die Qualität der Nadel und der Verschlussmechanismen je nach Hersteller und Produktionsperiode variierte.
Im Verlauf des Krieges wurden Hunderttausende dieser Abzeichen verliehen, was die Intensität der Kampfhandlungen und die große Anzahl der daran beteiligten Soldaten widerspiegelt. Die Verleihung erfolgte auf Antrag der zuständigen Kommandeure und wurde im Soldbuch des Trägers dokumentiert.
Aus sammlerischer und historischer Perspektive sind Sturmabzeichen heute wichtige Zeitdokumente. Sie erlauben Einblicke in die Produktionstechniken, Materialverwendung und die industrielle Organisation der Auszeichnungsherstellung während des Krieges. Die verschiedenen Hersteller, darunter neben Deumer auch Firmen wie Juncker, Assmann oder Wurster, entwickelten leicht unterschiedliche Ausführungen, die heute zur Identifizierung und Datierung der Stücke herangezogen werden.
Die Materialwahl und Verarbeitungsqualität erzählen auch von den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen: Während frühe Exemplare oft aus hochwertigen Materialien mit sorgfältiger Detailarbeit gefertigt wurden, zeigen spätere Produktionen die zunehmenden Ressourcenengpässe. Das vorliegende Zink-Exemplar von Deumer repräsentiert diese Phase der kriegsbedingten Materialknappheit und der notwendigen Anpassung der Produktionsmethoden.