NS Soldatenbund Ärmelabzeichen für Fahnenträger

Gewebtes Abzeichen im ovalem Metallrahmen, rückseitig mit Doppelnadel. Getragen, Zustand 3. Das Abzeichen wurde auf der Armbinde getragen.
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110,00

NS Soldatenbund Ärmelabzeichen für Fahnenträger

Das NS-Soldatenbund Ärmelabzeichen für Fahnenträger stellt ein faszinierendes Beispiel der paramilitärischen Organisationsabzeichen der nationalsozialistischen Ära in Deutschland dar. Der Nationalsozialistische Soldatenbund (NSSB) wurde am 9. November 1938 als Nachfolgeorganisation des Kyffhäuserbundes gegründet und stellte eine Vereinigung ehemaliger Soldaten unter der Schirmherrschaft der NSDAP dar.

Die Organisation entstand aus dem Zusammenschluss des Reichskriegerbundes “Kyffhäuser” und anderer Veteranenverbände, wobei die nationalsozialistische Führung bestrebt war, alle Veteranenorganisationen unter einer einheitlichen Kontrolle zu bringen. Mit der Gründung am neunten November, dem Jahrestag des Hitlerputsches von 1923, wurde die ideologische Ausrichtung der Organisation deutlich unterstrichen.

Das vorliegende Abzeichen wurde speziell für Fahnenträger innerhalb des NS-Soldatenbundes geschaffen. Die Position des Fahnenträgers hatte in paramilitärischen und veteranenpolitischen Organisationen des Dritten Reiches eine besondere symbolische Bedeutung. Der Träger der Fahne repräsentierte nicht nur die Organisation selbst, sondern auch deren ideologische Ausrichtung und militärische Tradition.

Die technische Ausführung des Abzeichens entspricht den typischen Herstellungsmethoden der Zeit: Ein gewebtes Abzeichen wurde in einen ovalen Metallrahmen eingefasst und mit einer Doppelnadel auf der Rückseite versehen. Diese Konstruktion ermöglichte es, das Abzeichen sicher auf der Armbinde zu befestigen, die als Teil der Uniform des NS-Soldatenbundes getragen wurde. Die Verwendung von Webetechnik war in der NS-Zeit weit verbreitet, da sie eine kostengünstige Massenproduktion bei gleichzeitig detailreicher Darstellung ermöglichte.

Die Armbinden des NS-Soldatenbundes waren in der Regel rot mit weißem Kreis und schwarzem Hakenkreuz gestaltet, entsprechend der üblichen NSDAP-Farbgebung. Auf diesen Armbinden wurden verschiedene Funktionsabzeichen angebracht, um die spezifische Rolle des Trägers innerhalb der Organisation kenntlich zu machen. Das Fahnenträgerabzeichen war eines dieser speziellen Funktionsabzeichen.

Der NS-Soldatenbund hatte während seiner Existenz mehrere Millionen Mitglieder und war in lokale Kameradschaften organisiert. Die Organisation hatte mehrere Aufgaben: Sie sollte die Kameradschaft unter ehemaligen Soldaten pflegen, wehrpolitische Schulungen durchführen und die nationalsozialistischen Ideale unter den Veteranen verbreiten. Bei öffentlichen Veranstaltungen, Aufmärschen und Gedenkfeiern traten die Mitglieder in ihren Uniformen mit den entsprechenden Abzeichen auf.

Die Fahnen des NS-Soldatenbundes wurden bei zahlreichen Anlässen mitgeführt: bei Heldengedenktagen, Parteiveranstaltungen, lokalen Feiern und anderen offiziellen Anlässen. Der Fahnenträger nahm dabei stets eine exponierte Position ein und musste bestimmte Kriterien erfüllen, um für diese ehrenvolle Aufgabe ausgewählt zu werden. In der militärisch-hierarchischen Struktur der NS-Organisationen war die Position des Fahnenträgers mit besonderer Verantwortung und Ehre verbunden.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 wurden der NS-Soldatenbund und alle anderen NS-Organisationen durch die Alliierten verboten und aufgelöst. Die Abzeichen und Uniformteile dieser Organisationen wurden Teil der militärhistorischen Dokumentation und sind heute wichtige Studienobjekte für das Verständnis der organisatorischen Struktur des NS-Regimes.

Aus heutiger Sicht sind solche Abzeichen bedeutende historische Artefakte, die Einblick in die komplexe Hierarchie und Symbolik der nationalsozialistischen Organisationen geben. Sie dokumentieren die Durchdringung der deutschen Gesellschaft durch das NS-System und die systematische Einbindung verschiedener Bevölkerungsgruppen, einschließlich der Veteranen des Ersten Weltkriegs, in die nationalsozialistische Ideologie und Organisationsstruktur.