Preussen Rot-Kreuz-Medaille 2. Klasse - Miniatur

16 mm, versilbert und emailliert, ohne Band, Zustand 2+.
Preis pro Stück :
Es handelt sich hierbei um einen kleinen Restbestand eines Münchner Ordensgeschäfts. Die abgebildete Tüte ist im Angebot nicht enthalten.
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40,00

Preussen Rot-Kreuz-Medaille 2. Klasse - Miniatur

Die Preußische Rot-Kreuz-Medaille 2. Klasse in ihrer Miniaturausführung stellt ein bedeutendes Zeugnis der humanitären Auszeichnungen des Deutschen Kaiserreichs dar. Diese 16 mm große, versilberte und emaillierte Miniatur repräsentiert eine Tradition der Anerkennung von Verdiensten im Sanitäts- und Krankenpflegewesen, die sich über mehrere Jahrzehnte erstreckte.

Die Preußische Rot-Kreuz-Medaille wurde am 24. Oktober 1898 durch Kaiser Wilhelm II. gestiftet. Sie sollte Personen ehren, die sich um das Rote Kreuz und die Krankenpflege verdient gemacht hatten. Die Auszeichnung stand in direkter Verbindung zur Genfer Konvention von 1864 und zur Gründung des Deutschen Roten Kreuzes im Jahr 1863, das zunächst als “Preußischer Hilfsverein für die Verwundeten in den Kriegs- und Friedenszeiten” bekannt war.

Die Medaille wurde in drei Klassen verliehen: Die 1. Klasse für hervorragende, die 2. Klasse für besondere und die 3. Klasse für allgemeine Verdienste. Die 2. Klasse, wie sie hier in Miniaturform vorliegt, war die am häufigsten verliehene Stufe und konnte sowohl an Militärpersonen als auch an Zivilisten vergeben werden. Sie würdigte insbesondere mehrjährige Tätigkeit im Sanitätsdienst oder besondere Leistungen bei der Versorgung von Verwundeten und Kranken.

Die Miniaturausführungen von Orden und Medaillen spielten in der preußischen und deutschen Ordenskultur eine wichtige Rolle. Sie wurden nicht als separate Auszeichnung verliehen, sondern waren verkleinerte Kopien der Originalmedaille, die bei bestimmten Anlässen getragen werden konnten. Während die reguläre Medaille bei Galauniformen und offiziellen Veranstaltungen getragen wurde, fanden Miniaturen Verwendung bei weniger formellen Anlässen oder in ziviler Kleidung, typischerweise an der Frackkette oder am Zivilanzug.

Die technische Ausführung dieser Miniaturen erforderte höchstes handwerkliches Können. Die Emaillierungsarbeiten mussten auf kleinster Fläche präzise ausgeführt werden, wobei das charakteristische rote Kreuz auf weißem Grund erhalten bleiben musste. Die Versilberung und die feine Detailarbeit zeugten von der Qualität der deutschen Ordensmanufakturen jener Zeit, insbesondere aus Berlin und München, wo sich spezialisierte Werkstätten etabliert hatten.

Der historische Kontext der Preußischen Rot-Kreuz-Medaille ist eng mit den militärischen Konflikten des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts verbunden. Während des Ersten Weltkriegs (1914-1918) erlebte die Verleihung dieser Medaille einen enormen Anstieg, da Tausende von Krankenschwestern, Sanitätern, Ärzten und freiwilligen Helfern im Dienst des Roten Kreuzes standen. Die Medaille dokumentierte die zentrale Rolle, die das Sanitätswesen in der modernen Kriegsführung einnahm.

Nach dem Ende des Kaiserreichs 1918 behielt die Medaille ihren Status als anerkannte Auszeichnung. Viele Träger trugen sie auch während der Weimarer Republik weiter, und die Miniaturformen blieben als Erinnerungsstücke an geleistete humanitäre Dienste geschätzt.

Die vorliegende Miniatur stammt aus dem Restbestand eines Münchner Ordensgeschäfts, was auf die kommerzielle Infrastruktur hinweist, die sich rund um die Ordenskultur entwickelt hatte. Solche Geschäfte belieferten nicht nur offizielle Stellen, sondern ermöglichten es auch Ausgezeichneten, Duplikate, Ersatzstücke oder eben Miniaturen ihrer Auszeichnungen zu erwerben. München war neben Berlin eines der Zentren der deutschen Ordensfertigung und beheimatete renommierte Firmen, die für ihre qualitativ hochwertige Arbeit bekannt waren.

Der Erhaltungszustand 2+ deutet auf ein sehr gut erhaltenes Exemplar hin, bei dem nur minimale Gebrauchsspuren erkennbar sind. Die Emaillierung ist intakt, und die Versilberung zeigt kaum Abnutzung, was bei einem über hundert Jahre alten Objekt bemerkenswert ist. Das Fehlen des Bandes ist bei Miniaturen nicht ungewöhnlich, da diese oft ohne Band oder mit alternativen Befestigungsmethoden getragen wurden.

Heute sind solche Miniaturen wichtige Sammlerobjekte und historische Dokumente. Sie erzählen von einer Zeit, in der humanitäres Engagement durch staatliche Auszeichnungen gewürdigt wurde und in der das Rote Kreuz als internationale Organisation seine Struktur und Bedeutung festigte. Die Preußische Rot-Kreuz-Medaille 2. Klasse in Miniaturform repräsentiert somit nicht nur eine individuelle Anerkennung, sondern auch ein Kapitel der Geschichte der humanitären Hilfe und der militärischen Sanitätsversorgung im deutschen Kaiserreich.