Sturmabteilung ( SA ) Einzel Schulterstück für einen SA-Mann der SA-Fußstandarten
Das vorliegende Schulterstück gehört zum zweiten Modell der Sturmabteilung (SA) Uniformausrüstung, das von 1939 bis 1945 in Gebrauch war. Es handelt sich um ein einzelnes Schulterstück für einen einfachen SA-Mann der SA-Fußstandarten, ausgeführt in steingrauer Unterlage.
Die Sturmabteilung wurde ursprünglich 1920/21 als paramilitärische Kampforganisation der NSDAP gegründet und spielte eine bedeutende Rolle während des Aufstiegs der nationalsozialistischen Bewegung in der Weimarer Republik. Nach der sogenannten Röhm-Affäre im Juni 1934, bei der die Führung der SA weitgehend ausgeschaltet wurde, verlor die Organisation erheblich an politischer Bedeutung und wurde zunehmend der SS untergeordnet.
Die Uniformgestaltung der SA unterlag mehrfachen Änderungen und Standardisierungen. Das erste Modell der SA-Uniformen war durch die charakteristische braune Farbe gekennzeichnet, die der Organisation den Beinamen “Braunhemden” einbrachte. Mit der Einführung des zweiten Modells 1939 erfolgten bedeutende Modifikationen in der Ausführung der Uniformbestandteile, einschließlich der Schulterklappen und Schulterstücke.
Die Schulterstücke (auch Schulterstücke oder Achselstücke genannt) dienten in der SA-Uniform mehreren Zwecken: Sie kennzeichneten die Zugehörigkeit zu bestimmten Einheiten, zeigten den Rang des Trägers an und unterschieden zwischen verschiedenen Formationen innerhalb der SA-Organisation. Die steingraue Unterlage war spezifisch für die SA-Fußstandarten vorgeschrieben, im Gegensatz zu anderen Farben, die verschiedene Spezialabteilungen kennzeichneten.
Die SA-Fußstandarten bildeten die Grundeinheiten der Sturmabteilung. Im Gegensatz zu motorisierten oder berittenen Einheiten waren diese Formationen zu Fuß organisiert und stellten den Großteil der SA-Mitgliedschaft dar. Die Gliederung erfolgte nach militärischem Vorbild in Standarten, Sturmbanne, Stürme und Scharen.
Ein einfaches Schulterstück ohne Rangabzeichen, wie das vorliegende Exemplar, identifizierte den Träger als SA-Mann, den niedrigsten Rang innerhalb der SA-Hierarchie. Höhere Ränge wurden durch aufgestickte oder aufgenähte Sterne, Tressen und andere Rangabzeichen auf den Schulterstücken kenntlich gemacht. Die Farbgebung der Unterlage blieb dabei konstant und bezeichnete stets die Zugehörigkeit zur jeweiligen Formation.
Die Fertigung von SA-Uniformteilen erfolgte sowohl durch offizielle Zulieferer als auch durch private Hersteller, die nach vorgegebenen Spezifikationen arbeiteten. Die Qualität der Materialien und Verarbeitung variierte entsprechend, wobei besonders nach Kriegsbeginn 1939 zunehmend Ersatzmaterialien verwendet wurden. Das vorliegende Stück in Zustand 2 weist auf eine gute Erhaltung mit leichten Gebrauchsspuren hin.
Ab 1939, mit Beginn des Zweiten Weltkriegs, verlor die SA weiter an Bedeutung. Viele SA-Männer wurden zur Wehrmacht eingezogen, und die Organisation konzentrierte sich zunehmend auf Hilfs- und Wachdienste im Inland. Die SA-Fußstandarten wurden teilweise für paramilitärische Ausbildung, Wehrertüchtigung und später auch für Luftschutzaufgaben eingesetzt.
Nach der bedingungslosen Kapitulation Deutschlands im Mai 1945 wurde die SA zusammen mit allen anderen NS-Organisationen durch den Alliierten Kontrollrat aufgelöst und zu einer verbrecherischen Organisation erklärt. Das Tragen von SA-Uniformen und -Abzeichen wurde verboten. Heute sind solche Uniformteile ausschließlich von historischem und sammlertechnischem Interesse und unterliegen in Deutschland strengen gesetzlichen Bestimmungen bezüglich ihrer Darstellung und ihres Handels.
Schulterstücke wie das vorliegende Exemplar dokumentieren die detaillierte Organisationsstruktur der SA und die Bedeutung, die der visuellen Hierarchie und Identifikation innerhalb der nationalsozialistischen Formationen beigemessen wurde. Sie sind wichtige zeitgeschichtliche Quellen für die Erforschung der Uniformkunde und Organisationsgeschichte des Nationalsozialismus.