Verleihungsurkunde Eisernes Kreuz 2. Klasse

für einen Obergefreiten vom Infanterie Regiment 27, ausgestellt am 15.9.1942, unterzeichnet vom Generalmajor Edgar Röhricht,- Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes am (15. Mai 1944),- Deutsches Kreuz in Gold am (9. April 1943), mittig gefaltet, Zustand 2
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200,00

Verleihungsurkunde Eisernes Kreuz 2. Klasse

Die vorliegende Verleihungsurkunde zum Eisernen Kreuz 2. Klasse dokumentiert die Auszeichnung eines Obergefreiten des Infanterie-Regiments 27 am 15. September 1942. Das Dokument trägt die Unterschrift von Generalmajor Edgar Röhricht, einer bedeutenden Persönlichkeit der Wehrmacht, die später mit höchsten militärischen Auszeichnungen dekoriert wurde.

Das Eiserne Kreuz wurde 1813 vom preußischen König Friedrich Wilhelm III. während der Befreiungskriege gegen Napoleon gestiftet und entwickelte sich zu einer der bekanntesten deutschen Militärauszeichnungen. Adolf Hitler erneuerte es am 1. September 1939 durch die Stiftung der “Erneuerung des Eisernen Kreuzes” zu Beginn des Zweiten Weltkriegs. Die 2. Klasse bildete die Eingangsstufe dieser Auszeichnung und wurde für Tapferkeit vor dem Feind oder herausragende militärische Leistungen verliehen.

Das Infanterie-Regiment 27 hatte eine lange Tradition, die bis ins 19. Jahrhundert zurückreichte. Während des Zweiten Weltkriegs nahm das Regiment an zahlreichen Feldzügen teil, darunter der Westfeldzug 1940 und ab 1941 der Krieg gegen die Sowjetunion. Im September 1942, dem Ausstellungsdatum dieser Urkunde, befand sich die Wehrmacht in intensiven Kämpfen an der Ostfront, insbesondere während der Schlacht um Stalingrad und den Kämpfen im Kaukasus.

Generalmajor Edgar Röhricht (1894-1945) war zum Zeitpunkt der Urkundenausstellung ein erfahrener Truppenführer. Seine militärische Karriere ist durch seine späteren Auszeichnungen dokumentiert: Am 9. April 1943 erhielt er das Deutsche Kreuz in Gold, eine Auszeichnung, die zwischen dem Eisernen Kreuz 1. Klasse und dem Ritterkreuz angesiedelt war und für wiederholte Tapferkeit im Kampf verliehen wurde. Am 15. Mai 1944 wurde ihm schließlich das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen, die höchste Stufe des Eisernen Kreuzes für außergewöhnliche militärische Führungsleistung und Tapferkeit.

Die Verleihungsurkunde selbst folgte einem standardisierten Format, das vom Oberkommando der Wehrmacht vorgegeben war. Sie enthielt typischerweise den Namen des Beliehenen, seinen Dienstgrad, die Einheit, das Verleihungsdatum und die Unterschrift des verleihenden Kommandeurs. Der physische Zustand “mittig gefaltet” ist charakteristisch für solche Dokumente, da sie häufig in Soldbüchern oder persönlichen Dokumentenmappen aufbewahrt wurden.

Die historische Bedeutung solcher Verleihungsurkunden liegt in ihrer Funktion als primäre Quellen für die Militärgeschichte. Sie dokumentieren nicht nur individuelle militärische Karrieren, sondern auch die Kommandostrukturen, Truppenverlegungen und Kampfhandlungen der Wehrmacht. Für Forscher bieten sie wertvolle Informationen über Einheitengeschichte und biografische Details von Offizieren und Soldaten.

Der Zustand 2 entspricht in der militärhistorischen Sammlungsterminologie einem sehr guten bis guten Erhaltungszustand, wobei das Dokument trotz der mittigen Faltung noch gut lesbar und authentisch ist. Die Faltung selbst ist ein Authentizitätsmerkmal, da ungefaltet erhaltene Urkunden oft auf eine spätere Lagerung ohne militärischen Gebrauch hindeuten.

Im Kontext der Wehrmacht-Geschichte von 1942 repräsentiert dieses Dokument eine Phase intensiver militärischer Auseinandersetzungen. Die Wehrmacht hatte ihre größte territoriale Ausdehnung erreicht, sah sich aber zunehmend schwierigen Kämpfen an mehreren Fronten gegenüber. Die Verleihung des Eisernen Kreuzes 2. Klasse an einen Obergefreiten zeigt das breite Spektrum der Auszeichnungspraxis, die vom einfachen Soldaten bis zum höchsten General reichte.

Heute sind solche Verleihungsurkunden wichtige Sammlerstücke und historische Dokumente, die in Museen, Archiven und privaten Sammlungen bewahrt werden. Sie dienen der wissenschaftlichen Forschung und der Dokumentation individueller Schicksale während des Zweiten Weltkriegs.