Werksabzeichen für Zivilangestellte der Dornier-Metallbauten GmbH ( DMB )

viereckiges Aluminiumabzeichen, noch ohne Matrikelnummer, oben mittig eine Bohrung für eine Kette oder Faden zum Umhängen, Zustand 2.
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€ 140,00

Werksabzeichen für Zivilangestellte der Dornier-Metallbauten GmbH ( DMB )

Das Werksabzeichen für Zivilangestellte der Dornier-Metallbauten GmbH (DMB) stellt ein bedeutendes Zeugnis der deutschen Rüstungsindustrie während des Zweiten Weltkrieges dar. Diese rechteckigen Aluminiumabzeichen dienten der Identifikation und Zugangskontrolle in einem der wichtigsten deutschen Flugzeugproduktionsbetriebe der Zeit.

Die Dornier-Metallbauten GmbH war ein Tochterunternehmen der renommierten Dornier-Werke, die von Claude Dornier gegründet worden waren. Die Firma hatte ihren Hauptsitz in Friedrichshafen am Bodensee und spielte eine zentrale Rolle in der deutschen Luftrüstung. Während des Krieges beschäftigte das Unternehmen Tausende von Zivilangestellten, darunter Facharbeiter, Ingenieure, Verwaltungspersonal und Zwangsarbeiter.

Die Werksabzeichen wurden ab den späten 1930er Jahren eingeführt, als die Sicherheitsbestimmungen in der Rüstungsindustrie verschärft wurden. Das vorliegende Abzeichen aus Aluminium ist charakteristisch für die Kriegsproduktion, da wertvolle Metalle wie Messing oder Bronze zunehmend für militärische Zwecke benötigt wurden. Die rechteckige Form und die obere Bohrung für eine Kette oder einen Faden zum Umhängen waren typisch für Werksausweise dieser Zeit.

Besonders bemerkenswert ist, dass dieses Exemplar noch keine Matrikelnummer trägt. Dies deutet darauf hin, dass es sich um ein noch nicht personalisiertes Abzeichen handelt, das möglicherweise nie ausgegeben wurde oder für die spätere Vergabe vorbereitet war. Die Matrikelnummern wurden normalerweise eingeprägt oder eingraviert und dienten der eindeutigen Identifizierung des Trägers.

Die Dornier-Werke produzierten während des Krieges verschiedene Flugzeugtypen, darunter die berühmte Do 17 (der “fliegende Bleistift”), die Do 217 und die Do 335. Die DMB war in die Fertigung von Flugzeugkomponenten, Metallbauteilen und anderen kriegswichtigen Produkten eingebunden. Die Werke waren strategische Ziele für alliierte Bombenangriffe, weshalb strenge Sicherheitskontrollen unerlässlich waren.

Zivilangestellte in der Rüstungsindustrie unterlagen besonderen Bestimmungen. Sie waren vom Wehrdienst freigestellt (uk-gestellt, unabkömmlich), erhielten aber auch Sonderzuteilungen bei der Lebensmittelversorgung. Das Tragen des Werksabzeichens war während der Arbeitszeit und beim Betreten des Werksgeländes vorgeschrieben. Kontrollen wurden besonders nach den Kriegswirtschaftsverordnungen verschärft.

Die Sicherheitsmaßnahmen in den Dornier-Werken waren umfassend. Neben den Werksabzeichen gab es verschiedene Zugangsstufen für unterschiedliche Werksbereiche. Besonders sensible Bereiche, in denen an neuen Entwicklungen gearbeitet wurde, waren nur mit speziellen Zusatzausweisen zugänglich. Die Werkschutz-Abteilungen überwachten streng die Einhaltung dieser Vorschriften.

Nach Kriegsende wurden die Dornier-Werke teilweise demontiert und die Produktion eingestellt. Viele Werksabzeichen wurden vernichtet oder gingen verloren. Erhaltene Exemplare sind heute gesuchte Sammlerstücke, die Einblick in die Organisation und Verwaltung der deutschen Rüstungsindustrie geben.

Das Material Aluminium war für solche Abzeichen praktisch, da es leicht, korrosionsbeständig und einfach zu bearbeiten war. Die Herstellung erfolgte meist durch Stanzen oder Gießen, wobei die Details wie Firmenlogo und Schriftzug eingeprägt wurden. Die Qualität der Verarbeitung variierte je nach Produktionsjahr, wobei gegen Kriegsende oft einfachere Ausführungen verwendet wurden.

Heute sind diese Werksabzeichen wichtige historische Dokumente, die die Alltagsgeschichte der Rüstungsarbeiter dokumentieren. Sie ergänzen unser Verständnis der Arbeitsbedingungen, der Sicherheitsorganisation und der wirtschaftlichen Mobilisierung während des Zweiten Weltkrieges. Für Sammler und Historiker bieten sie wertvolle Einblicke in ein wenig beleuchtetes Kapitel der Industriegeschichte.