Deutscher Touring-Club Berlin ( D.T.C.) - nichttragbare Erinnerungsmedaille - " Zur Erinnerung an die Clubfahrten 1933 - 30.4., 20.5., 8./9.6., 7./8.10. "

Buntmetall versilbert mit emailliertem Emblem, 62 x 101 mm, mit 3 Bohrungen zur Befestigung, Zustand 2.
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280,00

Deutscher Touring-Club Berlin ( D.T.C.) - nichttragbare Erinnerungsmedaille - " Zur Erinnerung an die Clubfahrten 1933 - 30.4., 20.5., 8./9.6., 7./8.10. "

Deutscher Touring-Club Berlin (D.T.C.) - Erinnerungsmedaille an die Clubfahrten 1933

Die vorliegende Erinnerungsmedaille des Deutschen Touring-Clubs Berlin (D.T.C.) aus dem Jahr 1933 repräsentiert ein faszinierendes Kapitel der deutschen Automobil- und Tourismusgeschichte in einer politisch höchst bedeutsamen Übergangszeit. Diese nichttragbare Plakette aus versilbertem Buntmetall mit emailliertem Emblem dokumentiert die Clubfahrten vom 30. April, 20. Mai, 8./9. Juni und 7./8. Oktober 1933.

Der Deutsche Touring-Club und seine Geschichte

Der Deutsche Touring-Club Berlin war Teil der lebendigen Automobilclub-Bewegung, die sich seit den frühen 1900er Jahren in Deutschland entwickelt hatte. Diese Clubs entstanden parallel zur rasanten Motorisierung der Gesellschaft und dienten sowohl der Interessenvertretung der Automobilisten als auch der Organisation gemeinsamer Ausfahrten und touristischer Aktivitäten. Der D.T.C. Berlin gehörte zu jenen regionalen Vereinigungen, die das Automobil nicht nur als Fortbewegungsmittel, sondern als Instrument zur Erschließung der Landschaft und zur geselligen Begegnung verstanden.

In den 1920er und frühen 1930er Jahren erlebte Deutschland trotz wirtschaftlicher Schwierigkeiten eine wachsende Begeisterung für den Automobilsport und Tourenfahrten. Clubs wie der D.T.C. organisierten regelmäßige Ausfahrten, bei denen Mitglieder gemeinsam historische Stätten, landschaftlich reizvolle Regionen oder kulturell bedeutsame Orte besuchten.

Das Jahr 1933: Ein historischer Wendepunkt

Das Jahr 1933 markiert eine tiefgreifende Zäsur in der deutschen Geschichte. Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten am 30. Januar 1933 begann eine systematische Gleichschaltung aller gesellschaftlichen Bereiche, die auch Vereine und Clubs nicht verschonte. Die NSDAP erkannte früh die propagandistische und mobilisierende Kraft des Automobils und der Automobilclubs.

Die auf der Medaille vermerkten Fahrten im Frühjahr und Herbst 1933 fanden somit in einer Zeit des politischen Umbruchs statt. Während viele traditionelle Vereine ihre Autonomie verloren und in nationalsozialistische Organisationen eingegliedert wurden, versuchten einige Clubs zunächst, ihre gewohnten Aktivitäten fortzusetzen. Der NSKK (Nationalsozialistisches Kraftfahrkorps), gegründet 1931 und ab 1934 als Gliederung der NSDAP etabliert, übernahm zunehmend die Kontrolle über das motorisierte Vereinswesen.

Erinnerungsmedaillen als Clubtradition

Die Praxis, nichttragbare Erinnerungsmedaillen oder Plaketten zur Dokumentation von Clubfahrten anzufertigen, war in der deutschen Automobilclub-Kultur fest verankert. Diese Objekte dienten mehreren Zwecken: Sie waren Erinnerungsstücke für Teilnehmer, Sammlerobjekte und zugleich Werbemittel für den Club. Die drei Bohrungen zur Befestigung deuten darauf hin, dass die Plakette an einem Fahrzeug, möglicherweise am Kühlergrill oder an der Karosserie, angebracht werden sollte – eine damals übliche Praxis, um die Teilnahme an besonderen Fahrten öffentlich zu dokumentieren.

Die Verwendung von versilbertem Buntmetall und Emaille zeigt die handwerkliche Qualität solcher Erinnerungsstücke. Emaillearbeiten waren aufwendig in der Herstellung und verliehen der Medaille einen besonderen Wert. Das Emblem des D.T.C. Berlin wäre typischerweise mit Vereinsfarben und möglicherweise Symbolen wie Lenkrad, Flügeln oder landschaftlichen Motiven gestaltet gewesen.

Die dokumentierten Clubfahrten

Die vier auf der Medaille vermerkten Fahrten – am 30. April, 20. Mai, 8./9. Juni (ein Wochenendausflug) und 7./8. Oktober 1933 (ebenfalls über zwei Tage) – spiegeln das typische Programm eines aktiven Automobilclubs wider. Frühjahrs- und Herbstfahrten waren besonders beliebt, da die Wetterbedingungen günstig und die Straßenverhältnisse in der Regel gut waren. Die mehrtägigen Fahrten im Juni und Oktober deuten auf ambitioniertere Touren hin, möglicherweise in weiter entfernte Regionen Deutschlands.

Sammlerwert und historische Bedeutung

Heute sind solche Erinnerungsmedaillen aus der Frühzeit des deutschen Automobilclubwesens begehrte Sammlerstücke. Sie dokumentieren nicht nur die Geschichte der Motorisierung, sondern auch gesellschaftliche und politische Entwicklungen. Objekte aus dem Jahr 1933 besitzen eine besondere historische Signifikanz, da sie den letzten Moment relativer Normalität vor der vollständigen Gleichschaltung des Vereinswesens festhalten.

Der angegebene Erhaltungszustand 2 deutet auf ein gut erhaltenes Exemplar mit minimalen Gebrauchsspuren hin. Die Versilberung, das Emaille und die strukturelle Integrität scheinen weitgehend erhalten zu sein, was bei einem über 90 Jahre alten Objekt bemerkenswert ist.

Fazit

Diese Erinnerungsmedaille des Deutschen Touring-Clubs Berlin von 1933 ist mehr als ein nostalgisches Sammlerstück. Sie ist ein materielles Zeugnis einer Übergangszeit, in der bürgerliche Vereinskultur und aufkommender Totalitarismus aufeinandertrafen. Sie dokumentiert die Fortsetzung traditioneller Clubaktivitäten in einem Jahr fundamentaler politischer Veränderungen und erinnert an eine Zeit, als das Automobil zugleich Symbol individueller Freiheit und Objekt staatlicher Vereinnahmung wurde.