III. Reich Polizei Bajonett .

Aufpflanzbare Ausführung, gekürzte Klinge mit doppeltem Herstellerzeichen von "Alexander Coppel Solingen", Neusilbergefäß, dieses mit gefiedertem Adlerkopfknauf, Parierstück mit Eichenlaubdekor und "S.AT.II.436.", vernietete Hirschhorngriffschalen, aufgelegt der Polizeiadler, Stichblatt entfernt, die Lederscheide nicht nummerngleich, komplett mit Portepee und Koppelschuh . Zustand 2-
500439
1.200,00

III. Reich Polizei Bajonett .

Das vorliegende Polizeibajonett des Dritten Reiches repräsentiert einen bedeutenden Aspekt der deutschen Polizeiausrüstung in der Zeit zwischen 1933 und 1945. Diese aufpflanzbare Ausführung wurde von der deutschen Polizei getragen und diente sowohl als Dienstwaffe als auch als Zeichen der staatlichen Autorität.

Die Klinge dieses Exemplars trägt das doppelte Herstellerzeichen von Alexander Coppel Solingen, einem renommierten Solinger Klingenproduzenten. Solingen hatte sich seit Jahrhunderten als Zentrum der deutschen Klingenherstellung etabliert, und Firmen wie Coppel gehörten zu den wichtigsten Zulieferern für staatliche Aufträge. Die Kürzung der Klinge erfolgte wahrscheinlich im Rahmen späterer Modifikationen oder Anpassungen an veränderte Vorschriften.

Das Neusilbergefäß zeigt charakteristische Merkmale der Polizeibajonette dieser Epoche. Der gefiederte Adlerkopfknauf ist ein typisches Erkennungsmerkmal und unterscheidet diese Waffen von militärischen Ausführungen. Das Parierstück weist einen aufwendigen Eichenlaubdekor auf, ein häufig verwendetes Symbol in der deutschen Militär- und Polizeitradition, das Stärke und Beständigkeit symbolisierte.

Von besonderem Interesse ist die Gravur “S.AT.II.436.” auf dem Parierstück. Solche Markierungen dienten der Registrierung und Verwaltung der Ausrüstung innerhalb der Polizeiorganisation. Die Nummerierung ermöglichte die Zuordnung zu bestimmten Einheiten und Dienststellen sowie die Nachverfolgung der Ausgabe und Rückgabe.

Die vernieteten Hirschhorngriffschalen waren Standard bei hochwertigen Polizeibajonetten. Hirschhorn bot hervorragende Griffigkeit und Haltbarkeit und galt als bevorzugtes Material. Auf den Griffschalen ist der Polizeiadler aufgelegt, das offizielle Hoheitszeichen der deutschen Polizei im Dritten Reich. Dieser Adler unterschied sich in seiner Gestaltung vom Heeres- oder Parteiabzeichen.

Das Fehlen des Stichblatts ist bemerkenswert und könnte auf eine spätere Modifikation oder Beschädigung hinweisen. Das Stichblatt diente normalerweise zum Schutz der Hand und zur Verriegelung beim Aufpflanzen auf das Gewehr.

Die Lederscheide ist nicht nummerngleich mit dem Bajonett, was in der Praxis häufig vorkam. Durch Verluste, Reparaturen oder Neuausgaben wurden Scheiden und Bajonette oft getrennt und neu zusammengestellt. Die Scheide ist komplett mit Portepee (Troddel) und Koppelschuh erhalten, was den Tragekomfort am Koppel ermöglichte.

Die deutsche Polizei durchlief während des Dritten Reiches eine umfassende Reorganisation und Militarisierung. Nach der Machtübernahme 1933 wurden die Polizeikräfte zunehmend zentralisiert und unter die Kontrolle der SS und Heinrich Himmlers gestellt. Die Ordnungspolizei (Orpo) umfasste die Schutzpolizei, Gendarmerie und Gemeindepolizei und wurde mit militärähnlicher Ausrüstung versehen.

Polizeibajonette wurden typischerweise zu Karabinern wie dem Karabiner 98k getragen, der die Standardwaffe vieler Polizeieinheiten war. Die Bewaffnung diente nicht nur der inneren Sicherheit, sondern Polizeieinheiten wurden während des Krieges auch für militärische Operationen, Besatzungsaufgaben und andere Einsätze herangezogen.

Die Qualität und Verarbeitung dieses Stücks spiegelt die hohen Standards der deutschen Waffenindustrie wider. Solinger Hersteller produzierten nach präzisen Spezifikationen und unterlagen staatlicher Kontrolle und Abnahme. Jedes Bajonett musste festgelegte Anforderungen an Material, Maße und Verarbeitung erfüllen.

Nach 1945 wurden viele dieser Waffen von alliierten Truppen als Kriegstrophäen mitgenommen oder im Rahmen der Entwaffnung Deutschlands eingesammelt und vernichtet. Überlebende Exemplare sind heute wichtige Zeitzeugen und werden von Sammlern und Museen bewahrt, um die materielle Kultur dieser historischen Epoche zu dokumentieren.