III.Reich Postschutz Feldbluse für einen Postschutzmann 

Kammerstück. Fertigung aus feldgrauem Tuch, mit feldgrauem Kragen, komplett mit allen Effekten. Maschinengestickter Ärmeladler, maschinell vernäht. Die Kragenspiegel ebenfalls maschinell vernäht. Schulterstücke zum einnähen. Auf der Brust Schlaufen für 1 Steckabzeichen sowie für eine große Bandspange. Innen braunes Tuchfutter, Abnahmestempel "DRP MGB ", steht für Deutsche Reichspost Magdeburg. Armlänge 66 cm, Rückenlänge ab Kragenansatz 74 cm, Brustumfang 86 cm. Zustand 2.
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3.200,00

III.Reich Postschutz Feldbluse für einen Postschutzmann 

Die vorliegende Postschutz-Feldbluse aus der Zeit des Dritten Reiches repräsentiert einen bedeutenden Aspekt der deutschen Militär- und Verwaltungsgeschichte zwischen 1933 und 1945. Der Postschutz bildete eine paramilitärische Formation innerhalb der Deutschen Reichspost, die mit wichtigen Sicherheitsaufgaben betraut war.

Der Postschutz wurde bereits während der Weimarer Republik als bewaffneter Dienst der Reichspost etabliert und nach 1933 reorganisiert und ausgebaut. Seine Hauptaufgaben umfassten den Schutz von Posteinrichtungen, die Bewachung von Werttransporten, die Sicherung von Fernmeldeeinrichtungen und während des Krieges zunehmend auch militärische Aufgaben im besetzten Gebiet. Die Mitglieder des Postschutzes, die Postschutzleute oder Postschutzmänner, trugen eine militärähnliche Uniform, die sich an der Wehrmacht-Uniform orientierte, jedoch spezifische Merkmale aufwies.

Die hier beschriebene Feldbluse ist aus feldgrauem Tuch gefertigt, der charakteristischen Farbe deutscher Militäruniformen seit 1907. Die Verwendung von feldgrauem Stoff für den Kragen entspricht den Vorschriften für Postschutzuniformen. Die maschinelle Fertigung der Effekten, insbesondere des maschinengestickten Ärmeladlers, ist typisch für die Kriegsproduktion, bei der aus Kosten- und Effizienzgründen zunehmend maschinelle Verfahren eingesetzt wurden.

Die Kragenspiegel des Postschutzes unterschieden sich von denen anderer Formationen und zeigten die spezifische Zugehörigkeit zur Postorganisation. Die einzunähenden Schulterstücke dienten der Dienstgradbezeichnung und waren ein charakteristisches Element der deutschen Militäruniformen dieser Zeit.

Besonders bemerkenswert sind die Schlaufen für Steckabzeichen und Bandspange auf der Brust. Diese ermöglichten das Tragen von Auszeichnungen und Leistungsabzeichen, was die paramilitärische Struktur der Organisation unterstreicht. Der Abnahmestempel "DRP MGB" (Deutsche Reichspost Magdeburg) dokumentiert die Herkunft und offizielle Abnahme des Kleidungsstücks. Solche Stempel waren bei der Beschaffung von Uniformteilen durch staatliche Stellen üblich und dienten der Qualitätskontrolle sowie der verwaltungstechnischen Erfassung.

Das braune Tuchfutter im Inneren entspricht den damaligen Herstellungsstandards. Die Maße der Feldbluse - Armlänge 66 cm, Rückenlänge ab Kragenansatz 74 cm, Brustumfang 86 cm - lassen auf einen Träger von durchschnittlicher Statur schließen.

Der Postschutz spielte während des Zweiten Weltkrieges eine zunehmend wichtige Rolle. Mit der Ausdehnung des deutschen Herrschaftsbereichs wurden Postschutzeinheiten auch in besetzten Gebieten eingesetzt, wo sie nicht nur für die Sicherheit der Feldpost und militärischen Nachrichtenverbindungen, sondern auch für Bewachungsaufgaben und teilweise für Sicherungsaufgaben im rückwärtigen Gebiet zuständig waren. Die Organisation unterstand dem Reichspostministerium, arbeitete jedoch eng mit Wehrmacht und SS zusammen.

Die Uniform selbst folgte den allgemeinen Entwicklungen deutscher Militäruniformen während des Krieges. Während zu Kriegsbeginn noch hochwertige Materialien und aufwendige Handarbeit verwendet wurden, zwangen die Kriegserfordernisse und Ressourcenknappheit zunehmend zu Vereinfachungen. Die maschinelle Fertigung der Effekten ist ein Beispiel für diese Rationalisierung.

Nach 1945 wurde der Postschutz aufgelöst. Seine Angehörigen wurden je nach individueller Beteiligung an Kriegsverbrechen unterschiedlich behandelt. Die Organisation selbst wurde von den Alliierten als Teil des nationalsozialistischen Machtapparats betrachtet und nicht wieder aufgebaut.

Uniformstücke wie diese Feldbluse sind heute wichtige Zeugnisse der deutschen Geschichte zwischen 1933 und 1945. Sie dokumentieren nicht nur die militärische und administrative Organisation des Dritten Reiches, sondern auch die Verflechtung ziviler Institutionen wie der Post mit dem militärischen Apparat. Für die historische Forschung bieten sie wertvolle Einblicke in Uniformvorschriften, Herstellungsverfahren und die Organisation paramilitärischer Formationen.

Der gute Erhaltungszustand (Zustand 2) macht dieses Stück zu einem aussagekräftigen Dokument seiner Zeit. Es ermöglicht detaillierte Studien zu Materialien, Herstellungstechniken und organisatorischen Strukturen, die aus rein dokumentarischen Quellen nicht immer vollständig zu erschließen sind.