Luftwaffe - Anerkennungsurkunde für den Ritterkreuzträger Hauptmann Erich Beine der III./Fsch.-Jg.-Sturm-Rgt.12

ausgestellt im Stabsquartier am 11.7.1944 durch General der Flieger Alfred Schlemm als Kommandierender General des Generalkommando I. Fallschirmkorps. Das DinA4-Blatt befindet sich in einer selbstgefertigten Geschenkmappe, vorne handgemalt das Abzeichen und darunter der Schriftzug " Generalkommando I. Fallschirm-Korps ", innen mit Schutzpapier. Die Urkunde und die Mappe sind im guten Zustand.
Hauptmann Erich Beine bekam am 18.11.1944 das Ritterkreuz verliehen.
General der Flieger Alfred Schlemm bekam am 11.6.1944 das Ritterkreuz verliehen.
246239
4.500,00

Luftwaffe - Anerkennungsurkunde für den Ritterkreuzträger Hauptmann Erich Beine der III./Fsch.-Jg.-Sturm-Rgt.12

Diese Anerkennungsurkunde aus dem Jahr 1944 repräsentiert ein bedeutendes Zeugnis der militärischen Anerkennungskultur innerhalb der deutschen Luftwaffe während des Zweiten Weltkriegs. Das Dokument wurde am 11. Juli 1944 im Stabsquartier des Generalkommando I. Fallschirmkorps ausgestellt und von General der Flieger Alfred Schlemm als Kommandierender General unterzeichnet. Der Empfänger, Hauptmann Erich Beine vom III./Fallschirmjäger-Sturm-Regiment 12, sollte wenige Monate später, am 18. November 1944, mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet werden.

Das I. Fallschirmkorps war eine der bedeutendsten Großverbände der deutschen Fallschirmtruppe und wurde im Frühjahr 1944 aufgestellt. Unter dem Kommando von Alfred Schlemm, der selbst am 11. Juni 1944 das Ritterkreuz erhielt, spielte das Korps eine wichtige Rolle in den Abwehrkämpfen der späteren Kriegsphase, insbesondere in Italien und später an der Westfront. Die Fallschirmjäger genossen innerhalb der Wehrmacht einen besonderen Ruf als Elitetruppe, obwohl sie ab 1943 zunehmend als reguläre Infanterie eingesetzt wurden.

Die vorliegende Urkunde ist in einer selbstgefertigten Geschenkmappe präsentiert, deren Vorderseite das handgemalte Abzeichen des Generalkommandos sowie den entsprechenden Schriftzug zeigt. Diese persönliche Gestaltung unterstreicht die besondere Wertschätzung solcher Dokumente in der militärischen Hierarchie. Die Mappe mit Schutzpapier im Inneren zeigt die Sorgfalt, mit der diese Anerkennungen aufbewahrt wurden. Solche Urkunden dienten nicht nur der formellen Anerkennung militärischer Leistungen, sondern auch der Motivation und Ehrung von Offizieren und Soldaten.

Anerkennungsurkunden dieser Art wurden im deutschen Militärwesen für verschiedene Anlässe ausgestellt. Sie konnten besondere Leistungen würdigen, die Verleihung von Auszeichnungen begleiten oder einfach die Wertschätzung eines Vorgesetzten ausdrücken. Im Gegensatz zu offiziellen Besitzurkunden für Orden und Ehrenzeichen, die nach festgelegten Vorschriften gestaltet waren, erlaubten Anerkennungsurkunden eine individuellere Gestaltung und wurden häufig von einzelnen Kommandobehörden nach eigenem Ermessen ausgegeben.

Die zeitliche Einordnung dieser Urkunde ist von besonderer historischer Bedeutung. Der Juli 1944 markierte eine kritische Phase des Zweiten Weltkriegs. Nur wenige Wochen zuvor, am 6. Juni 1944, waren die Alliierten in der Normandie gelandet, und an der Ostfront erlitt die Wehrmacht durch die sowjetische Operation Bagration verheerende Verluste. In Italien, wo Teile des I. Fallschirmkorps eingesetzt waren, dauerten die erbitterten Kämpfe an. In dieser Situation kam der Aufrechterhaltung der Moral und der Anerkennung besonderer Leistungen eine umso größere Bedeutung zu.

Hauptmann Erich Beine gehörte dem Fallschirmjäger-Sturm-Regiment 12 an, einer Einheit, die in den schweren Abwehrkämpfen des Jahres 1944 eingesetzt war. Seine spätere Auszeichnung mit dem Ritterkreuz am 18. November 1944 unterstreicht, dass die in dieser Anerkennungsurkunde gewürdigten Leistungen Teil einer längeren Periode herausragender militärischer Führung gewesen sein müssen. Das Ritterkreuz war die vierthöchste Tapferkeitsauszeichnung des Deutschen Reiches und wurde während des gesamten Krieges nur etwa 7.300 Mal verliehen.

General der Flieger Alfred Schlemm (1894-1986) war ein erfahrener Offizier, der seine Karriere bei den Fliegertruppen begonnen hatte. Als Kommandeur des I. Fallschirmkorps führte er seine Truppen in mehreren wichtigen Operationen, darunter die Verteidigung im Raum Anzio-Nettuno in Italien und später Kämpfe in den Niederlanden und am Niederrhein. Seine eigene Auszeichnung mit dem Ritterkreuz nur einen Monat vor Ausstellung dieser Urkunde zeigt, dass er selbst in dieser Phase als erfolgreicher Truppenführer galt.

Die handgemalte Gestaltung der Geschenkmappe spiegelt die Tradition militärischer Kunsthandwerksarbeit wider. In Stabsquartieren gab es häufig Spezialisten, die für die kalligrafische und künstlerische Gestaltung von Urkunden und Dokumenten zuständig waren. Diese Praxis verlieh den Dokumenten eine zusätzliche persönliche Note und erhöhte ihren Wert als Erinnerungsstück.

Aus heutiger Sicht sind solche Dokumente wichtige historische Quellen für die Militärgeschichte. Sie dokumentieren nicht nur individuelle militärische Karrieren, sondern auch die Strukturen, Hierarchien und die Anerkennungskultur innerhalb der Wehrmacht. Gleichzeitig müssen sie im Kontext des verbrecherischen Charakters des NS-Regimes und des von Deutschland begonnenen Vernichtungskrieges betrachtet werden. Die militärhistorische Forschung nutzt solche Dokumente zur Rekonstruktion von Truppenverbänden, Kommandostrukturen und individuellen Biographien, wobei stets die kritische historische Einordnung im Vordergrund steht.

r