NSKK - nichttragbare Teilnehmerplakette - " Motorgruppe Ostmark - Ostmärkische Voralpenfahrt 25.6.1939 "
Die NSKK-Teilnehmerplakette für die Ostmärkische Voralpenfahrt vom 25. Juni 1939 ist ein bedeutendes Zeitzeugnis der nationalsozialistischen Motorsportorganisation in der kurz zuvor annektierten Republik Österreich, die nach dem Anschluss im März 1938 als “Ostmark” bezeichnet wurde.
Das Nationalsozialistische Kraftfahrkorps (NSKK) wurde 1931 als Untergliederung der SA gegründet und entwickelte sich zu einer paramilitärischen Formation mit über 500.000 Mitgliedern. Nach der Machtübernahme 1933 übernahm das NSKK wichtige Funktionen in der Verkehrserziehung, der Förderung des Motorsports und insbesondere der vormilitärischen Kraftfahrausbildung. Der Korpsführer Adolf Hühnlein baute die Organisation zu einem Instrument der Kriegsvorbereitung aus, indem Fahrer und Mechaniker systematisch geschult wurden.
Nach dem Anschluss Österreichs im März 1938 wurde dort die Motorgruppe Ostmark des NSKK etabliert. Diese Motorgruppe war verantwortlich für die Organisation des Kraftfahrwesens im gesamten Gebiet des ehemaligen Österreich. Die Umbenennung in “Ostmark” war Teil der nationalsozialistischen Politik, die österreichische Identität zu tilgen und das Land als östlichen Grenzbereich des Deutschen Reiches zu etablieren.
Die Ostmärkische Voralpenfahrt vom 25. Juni 1939 gehörte zu den zahlreichen Motorsportveranstaltungen, die das NSKK organisierte. Diese Veranstaltungen dienten mehreren Zwecken: Sie sollten die Leistungsfähigkeit der deutschen Kraftfahrzeugindustrie demonstrieren, die Bevölkerung für den Motorsport begeistern und gleichzeitig die Fahrkünste der NSKK-Mitglieder trainieren. Die Voralpenregion mit ihren anspruchsvollen Bergstraßen bot ideale Bedingungen für solche Zuverlässigkeitsfahrten.
Die vorliegende nichttragbare Teilnehmerplakette wurde vom Hersteller M. Kremser aus vergoldetem Buntmetall gefertigt und hat einen Durchmesser von 59 mm. Im Gegensatz zu tragbaren Abzeichen, die an der Uniform befestigt wurden, waren diese Plaketten als Erinnerungsstücke konzipiert, die auf Sockeln montiert oder in Vitrinen ausgestellt werden konnten. Sie dokumentierten die Teilnahme an einer bestimmten Veranstaltung und waren bei den Empfängern als Sammelobjekte sehr geschätzt.
Der Hersteller M. Kremser war einer von zahlreichen Betrieben, die im Dritten Reich Abzeichen und Ehrenzeichen für verschiedene Organisationen produzierten. Die Vergoldung und die sorgfältige Ausführung zeugen vom repräsentativen Charakter dieser Auszeichnungen. Die Herstellung solcher Plaketten unterlag strengen Qualitätskontrollen, um einen einheitlichen Standard zu gewährleisten.
Der Zeitpunkt der Veranstaltung, Juni 1939, ist historisch bedeutsam. Nur wenige Monate später, im September 1939, begann mit dem deutschen Überfall auf Polen der Zweite Weltkrieg. Das NSKK spielte in den folgenden Kriegsjahren eine wichtige Rolle bei der Ausbildung von Kraftfahrern für die Wehrmacht und beim Transport in den besetzten Gebieten. Die friedlichen Motorsportveranstaltungen des Jahres 1939 standen in starkem Kontrast zu den militärischen Aufgaben, die das NSKK bald übernehmen sollte.
Die Motorgruppe Ostmark organisierte in den Jahren 1938 und 1939 zahlreiche Veranstaltungen, um die Integration der österreichischen NSKK-Mitglieder zu fördern und die nationalsozialistische Präsenz in der Region zu festigen. Neben sportlichen Wettkämpfen gehörten dazu auch Propagandaveranstaltungen und Aufmärsche.
Heute sind solche NSKK-Plaketten wichtige historische Dokumente, die Einblick in die Organisationsstruktur und die Aktivitäten der nationalsozialistischen Motorsportorganisation geben. Sie dokumentieren die systematische Durchdringung aller Lebensbereiche durch NS-Organisationen und die Vorbereitung auf den kommenden Krieg. Für Sammler und Historiker sind sie wertvolle Quellen zur Erforschung dieser dunklen Periode der deutschen und österreichischen Geschichte.
Die Erhaltung solcher Objekte in Museen und Sammlungen dient der historischen Bildung und der Erinnerung an die nationalsozialistische Vergangenheit, ohne die damit verbundenen Ideologien zu glorifizieren.