Reichsarbeitsdienst (RAD) Hauer für Mannschaften und Unterführer, 1. Modell, Personalisiert!!

Frühe Fertigung mit schwerem Nickelgefäß, dieses rückseitig mit Initialen des Trägers "GR" graviert, verschraubte Hirschhorngriffschalen gehen bis über den "Adlerkopf" Knauf, die Klinge mit ist sehr sauber und Devise "Arbeit adelt" versehen, Hersteller "Carl Eickhorn Solingen", die Scheide brüniert, das Ortblech etwas bestoßen, die Scheidenbeschläge aus Nickel. Nur wenig getragener Hauer, Zustand 2.
Diese frühen Fertigungen sind ausgesprochen selten.
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Reichsarbeitsdienst (RAD) Hauer für Mannschaften und Unterführer, 1. Modell, Personalisiert!!

Der Reichsarbeitsdienst (RAD) Hauer repräsentiert ein bedeutendes Kapitel deutscher Geschichte zwischen 1933 und 1945. Als charakteristisches Seitengewehr des Reichsarbeitsdienstes verkörpert dieser Hauer nicht nur die militärische Ästhetik der Zeit, sondern auch die ideologische Bedeutung, die dem Arbeitsdienst im nationalsozialistischen System zugeschrieben wurde.

Der Reichsarbeitsdienst wurde am 26. Juni 1935 durch das “Reichsarbeitsdienstgesetz” zur Pflichtorganisation für alle jungen Deutschen. Männer zwischen 18 und 25 Jahren mussten einen sechsmonatigen Arbeitsdienst leisten, bevor sie zum Wehrdienst eingezogen wurden. Der RAD war paramilitärisch organisiert und führte hauptsächlich land- und bauwirtschaftliche Projekte durch.

Das erste Modell des RAD-Hauers, das zwischen 1933 und etwa 1936/37 produziert wurde, zeichnet sich durch mehrere charakteristische Merkmale aus. Die frühen Fertigungen besaßen ein schweres Nickelgefäß, das später aus Kostengründen durch vernickeltes Eisen oder Zink ersetzt wurde. Die verschraubten Hirschhorngriffschalen, die bis über den adlerförmigen Knauf reichten, waren typisch für diese erste Produktionsphase und wurden später durch einfachere Holzgriffe ersetzt.

Die Devise “Arbeit adelt” auf der Klinge war zentral für die Ideologie des RAD. Sie sollte die vermeintliche Würde und den Wert körperlicher Arbeit betonen und war Teil der nationalsozialistischen Volksgemeinschaftsideologie. Diese Inschrift wurde auf allen RAD-Hauern angebracht und symbolisierte die propagandistische Aufwertung der Handarbeit.

Der Hersteller Carl Eickhorn Solingen war einer der renommiertesten Klingenhersteller Deutschlands. Die 1865 gegründete Firma war bekannt für ihre qualitativ hochwertigen Blankwaffen und erhielt zahlreiche Aufträge für militärische Seitengewehre. Eickhorn produzierte neben RAD-Hauern auch Dolche für SA, SS, NSKK und andere Organisationen. Die Qualität der Eickhorn-Produkte war außerordentlich hoch, was sich in der sauberen Klingenausführung und präzisen Verarbeitung zeigt.

Die Personalisierung mit Initialen war bei RAD-Hauern nicht ungewöhnlich, aber auch nicht standardmäßig vorgesehen. Träger ließen häufig ihre Initialen eingravieren, um das Stück zu personalisieren und als persönliches Eigentum zu kennzeichnen. Dies geschah oft auf eigene Kosten und zeigt die Wertschätzung, die dem Hauer als Symbol der Dienstzeit beigemessen wurde.

Die brünierte Scheide mit Nickelbeschlägen war charakteristisch für das erste Modell. Die Brünierung, ein chemisches Verfahren zur Oberflächenbehandlung von Stahl, bot Korrosionsschutz und verlieh der Scheide ihre typische dunkle Färbung. Die Nickelbeschläge, bestehend aus Mundblech, Tragbügel und Ortblech, waren aufwendiger als die späteren Versionen aus einfacherem Material.

Die Seltenheit früher RAD-Hauer des ersten Modells lässt sich durch mehrere Faktoren erklären: Erstens war die Produktionszeit relativ kurz, da bereits ab 1936/37 kostengünstigere Varianten eingeführt wurden. Zweitens wurden viele Stücke während des Krieges verloren, zerstört oder nach 1945 im Zuge der Entnazifizierung vernichtet. Drittens war die Gesamtproduktion im Vergleich zu späteren Modellen mengenmäßig geringer.

Der Adlerkopfknauf war ein gestalterisches Element, das die Verbindung zur nationalsozialistischen Symbolik herstellte, ohne jedoch das Hakenkreuz direkt zu zeigen. Der stilisierte Adlerkopf war ein würdevolles und handwerklich anspruchsvolles Detail, das die frühen Modelle besonders auszeichnete.

Aus sammlerhistorischer Perspektive sind frühe RAD-Hauer des ersten Modells hochgeschätzte Objekte, die die handwerkliche Qualität deutscher Klingenproduktion der 1930er Jahre dokumentieren. Sie sind wichtige Zeitdokumente einer paramilitärischen Organisation, die Millionen junger Deutscher durchliefen und die eine Brücke zwischen ziviler Arbeit und militärischem Dienst bildete.

Die Erhaltung solcher historischer Objekte dient ausschließlich der wissenschaftlichen und pädagogischen Dokumentation einer dunklen Periode deutscher Geschichte und sollte stets im Kontext kritischer Geschichtsbetrachtung erfolgen.