Urkunde zum Heeres Flak Abzeichen

Verleihungsurkunde zum Heeres-Flak-Abzeichen, ausgestellt am 5. November 1943, unterzeichnet vom General der Artillerie beim Oberbefehlshaber des Heeres. Fritz Lindemann Die Urkunde wurde beschnitten, und hat somit ein kleineres Format in 11,7 x 18,3 cm.

Am 4. August 1944 wurde Lindemann wegen seiner Verstrickung in das gescheiterte Attentat auf Hitler durch den zwei Tage zuvor gebildeten Ehrenhof aus der Wehrmacht unehrenhaft ausgestoßen, so dass das Reichskriegsgericht für die Aburteilung nicht mehr zuständig war. Eine intensive Fahndung nach ihm wurde aufgenommen, die Behörden setzten für seine Ergreifung eine Belohnung von 500.000 Mark aus. Bald darauf wurde Lindemann verraten und durch die Geheime Staatspolizei am 3. September im Hause Gloeden aufgespürt. Beim Versuch, sich aus dem Fenster zu stürzen, wurde er durch Schüsse in Bauch und Unterschenkel schwer verletzt. An den Folgen dieser Verletzungen starb Fritz Lindemann nach mehreren Operationen – und ständigen Verhören – im Berliner Polizeikrankenhaus. Carl Marks, Hans Ludwig Sierks, Erich Gloeden, Elisabeth Charlotte Gloeden und Elisabeth Kuznitzky wurden verhaftet und nach Prozessen vor dem Volksgerichtshof zum Tode verurteilt. Carl Marks und Hans Ludwig Sierks wurden im April 1945 erschossen, Erich Gloeden, Elisabeth Charlotte Gloeden und Elisabeth Kuznitzky am 30. November 1944 in Plötzensee enthauptet. Fritz Lindemanns Tochter Marie-Luise (10 Jahre) wurde in das Kinderheim im Borntal in Bad Sachsa vom 26. August 1944 bis Dezember 1945 verschleppt. Seine Söhne Friedrich und Georg bekamen Haftstrafen von sieben beziehungsweise fünf Jahre Zuchthaus, wegen Wehrkraftzersetzung und Nichtanzeige eines Landes- und Hochverrats.[5] Auszeichnungen Hanseatenkreuz Hamburg Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes am 4. September 1941[6] Deutsches Kreuz in Gold am 23. August 1942[6] Krimschild Ehrenblattspange des Heeres 1942 Rumänischer Militärorden Michael der Tapfere III. Klasse am 8. Mai 1942 Orden der Krone von Rumänien, Großoffizierskreuz mit Krone und Schwertern 1942 Vor seinem Wohnsitz in der Maria-Louisen-Straße 57 in Hamburg-Winterhude wurde ein Stolperstein für ihn verlegt.
Träger des Ritterkreuzes des Eisernen Kreuzes
Träger der Ehrenblattspange des Heeres
Träger des Deutschen Kreuzes in Gold
Träger des Militärordens Michael der Tapfere
Träger des Hanseatenkreuzes (Hamburg)
NSDAP-Mitglied / Freikorps-Mitglied
Deutscher Geboren 1894 Gestorben 1944

Auszug aus Wikipedia
505139
350,00

Urkunde zum Heeres Flak Abzeichen

Die Verleihungsurkunde zum Heeres-Flak-Abzeichen vom 5. November 1943 repräsentiert ein bedeutendes Dokument der deutschen Militärgeschichte des Zweiten Weltkriegs. Dieses Exemplar, unterzeichnet vom General der Artillerie beim Oberbefehlshaber des Heeres, dokumentiert die formelle Verleihung einer wichtigen Tapferkeitsauszeichnung der Wehrmacht.

Das Heeres-Flak-Abzeichen wurde am 18. Juli 1941 durch den Oberbefehlshaber des Heeres, Generalfeldmarschall Walther von Brauchitsch, gestiftet. Diese Auszeichnung sollte die besonderen Leistungen der Flakartilleristen des Heeres im Kampf gegen feindliche Luftstreitkräfte würdigen. Im Gegensatz zur Luftwaffe, die über eigene Flakverbände verfügte, unterhielt auch das Heer eigene Flakeinheiten zum Schutz von Bodentruppen und militärischen Einrichtungen.

Die Verleihungsbedingungen waren streng definiert. Für die Verleihung des Abzeichens musste ein Soldat mindestens 16 Punkte erreichen, wobei verschiedene Abschüsse unterschiedlich bewertet wurden. Der Abschuss eines viermotorigen Bombers wurde beispielsweise höher bewertet als der eines Jagdflugzeugs. Alternativ konnte das Abzeichen auch nach fünf erfolgreichen Abwehrkämpfen gegen Panzer verliehen werden, was die doppelte Rolle der Flakartillerie verdeutlichte. Die berühmte 8,8-cm-Flak erwies sich nämlich nicht nur als hervorragende Luftabwehrwaffe, sondern auch als äußerst wirksame Panzerabwehrkanone.

Die Urkunde selbst folgte einem standardisierten Format, das für alle Verleihungen verwendet wurde. Sie trug üblicherweise das Hoheitszeichen des Deutschen Reiches und war auf hochwertigem Papier gedruckt. Die Unterzeichnung durch den General der Artillerie beim Oberbefehlshaber des Heeres verlieh dem Dokument seine offizielle Legitimität. Dieser Dienstposten war direkt dem Oberkommando des Heeres (OKH) zugeordnet und verantwortlich für alle artilleristischen Angelegenheiten, einschließlich der Flakartillerie.

Das vorliegende Exemplar weist eine Besonderheit auf: Es wurde beschnitten und hat daher ein reduziertes Format von 11,7 x 18,3 cm. Solche Beschneidungen erfolgten häufig aus praktischen Gründen, etwa um das Dokument in kleineren Soldatenbüchern oder Brieftaschen aufbewahren zu können. Manche Soldaten entfernten auch die Ränder, um das Dokument besser rahmen zu können. Diese Praxis war zwar nicht offiziell vorgesehen, aber während des Krieges durchaus üblich.

Der Ausstellungszeitpunkt im November 1943 fällt in eine kritische Phase des Zweiten Weltkriegs. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich die strategische Lage für Deutschland deutlich verschlechtert. Die Alliierten intensivierten ihre Luftoffensive gegen das Reich und besetzte Gebiete. Die Combined Bomber Offensive der britischen RAF und der amerikanischen USAAF erreichte 1943 einen neuen Höhepunkt. Flakeinheiten des Heeres waren an allen Fronten im Einsatz – von der Ostfront über den Mittelmeerraum bis zur Luftverteidigung im Reich selbst.

Die Bedeutung der Flakartillerie kann nicht überschätzt werden. Bis 1944 waren über eine Million Soldaten in Flakeinheiten gebunden, was erhebliche Ressourcen band, die an anderen Fronten fehlten. Die Heeres-Flakartillerie war in verschiedene Einheiten gegliedert: von schweren Flak-Abteilungen mit 8,8-cm- und 10,5-cm-Geschützen bis zu leichten Flak-Abteilungen mit 2-cm- und 3,7-cm-Waffen. Auch die gefürchteten Flak-Vierlinge gehörten zur Ausrüstung.

Solche Verleihungsurkunden wurden sorgfältig in den Personalakten der Soldaten dokumentiert. Sie bildeten einen wichtigen Teil der militärischen Laufbahn und konnten bei Beförderungen oder Versetzungen von Bedeutung sein. Nach dem Krieg verloren diese Dokumente ihren offiziellen Status, gewannen aber als historische Quellen und Sammlerobjekte an Bedeutung.

Aus historischer Perspektive bieten derartige Urkunden wertvolle Einblicke in das Auszeichnungswesen der Wehrmacht, die Organisationsstruktur des Heeres und die alltägliche Verwaltungspraxis einer militärischen Großorganisation im Krieg. Sie dokumentieren individuelle Leistungen und ermöglichen es, Einsatzorte und Zeiträume nachzuvollziehen. Für die militärgeschichtliche Forschung stellen sie daher wichtige Primärquellen dar, die zur Rekonstruktion von Einheitengeschichten und biografischen Verläufen beitragen.