Wehrmacht großer Ordensnachlass aus dem Besitz eines Ritterkreuzträgers Leutnant der Panzertruppe "Großdeutschland"

Ritterkreuz des Eisernen Kreuz 1939. Es handelt sich bei dem Stück um eine typische Fertigung der Fa. Steinhauer & Lück, Lüdenscheid. Geschwärzter Eisenkern, die Silberzarge "frostig" versilbert mit aufpoliertem Rand. Rückseitig gestempelt "4" und "935", der Bandring obenauf der Rückseite "935" gestempelt. Getragenes Stück, am original getragenen Halsband, gefertigt aus einem EK 2 Band mit angenähten Lederschnüren, Zustand 2.
Deutsches Kreuz in Gold . Leichte Fertigung der Fa. Zimmermann, innen auf der Nadel mit Hersteller "20" markiert. Getragenes Stück, Zustand 2.
Eiserne Kreuz 1939 1. Klasse, leicht gewölbt, rückseitig mit Hersteller "26" auf der Nadel. Getragen, Zustand 2.
Eisernes Kreuz 1939 2. Klasse, ungetragen, am langen Band.
Panzerkampfabzeichen in Silber, Feinzink. Zustand 2.
Verwundetenabzeichen 1939 in Schwarz, Buntmetall geschwärzt, Zustand 2.
Verwundetenabzeichen 1939 in Silber, Feinzink versilbert, rückseitig mit Hersteller "107".
Medaille Winterschlacht im Osten, am langen Band, Zustand 2.
Paar Schulterstücke als Leutnant der Panzertruppe, matte Ausführung mit Schlaufen, getragen, Zustand 2. Dazu das Ärmelband "Großdeutschland", maschinengestickte Form, Getragen, deutlich gekürzt, Länge 17,5 cm, Zustand 2.

Wir konnten den Nachlass direkt aus einem Privathaushalt in Lübeck erwerben. Leider ist der Träger nicht mehr genau bekannt. Eventuell handelt es sich um den Nachlass von Hans-Siegfried Graf von Rothkirch, er erhielt das Ritterkreuz als Hauptmann der Reserve und Kommandeur, I./Panzer-Regiment 26, Panzergrenadier-Division "Großdeutschland" am 4.10.1944.
Gerne freuen wir uns auf Ihre weitere Mithilfe bei der Identifizierung des Trägers.
494339
21.500,00

Wehrmacht großer Ordensnachlass aus dem Besitz eines Ritterkreuzträgers Leutnant der Panzertruppe "Großdeutschland"

Diese umfangreiche Ordenssammlung repräsentiert die militärische Laufbahn eines hochdekorierten Offiziers der Panzergrenadier-Division “Großdeutschland”, einer der elitärsten Formationen der Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg. Das Herzstück der Sammlung bildet das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes, die höchste Auszeichnung für militärische Tapferkeit, die während des Krieges verliehen wurde.

Das vorliegende Ritterkreuz wurde von der renommierten Firma Steinhauer & Lück aus Lüdenscheid gefertigt, einem der Haupthersteller dieser prestigeträchtigen Auszeichnung. Die Markierung "4" und "935" (für 93,5% Silbergehalt) auf der Rückseite sowie am Bandring entsprechen den offiziellen Spezifikationen. Die charakteristische “frostige” Versilberung mit poliertem Rand ist typisch für diese Manufaktur. Das Halsband wurde aus einem Band des Eisernen Kreuzes 2. Klasse mit angenähten Lederschnüren gefertigt, wie es bei getragenen Stücken häufig der Fall war.

Das Deutsche Kreuz in Gold, eingeführt am 28. September 1941, stellte eine Zwischenstufe zwischen dem Eisernen Kreuz 1. Klasse und dem Ritterkreuz dar. Die Fertigung der Firma Zimmermann (Herstellercode "20") ist in leichter Ausführung gearbeitet. Diese Auszeichnung wurde für wiederholte Bewährung im Kampf verliehen und war hochgeschätzt, da sie außerordentliche militärische Leistungen honorierte.

Die Sammlung enthält beide Stufen des Eisernen Kreuzes 1939: Die 1. Klasse mit Herstellercode "26" und die 2. Klasse in ungetragenem Zustand am langen Band. Das Eiserne Kreuz, ursprünglich 1813 gestiftet und 1939 von Adolf Hitler erneuert, bildete das Rückgrat des deutschen Auszeichnungssystems.

Das Panzerkampfabzeichen in Silber wurde ab 20. Dezember 1939 an Angehörige der Panzertruppen verliehen, die an mindestens drei Panzerangriffen an verschiedenen Tagen teilgenommen hatten. Die silberne Stufe erforderte die Teilnahme an 25 oder 50 Kampftagen, je nach Zeitpunkt der Einführung verschiedener Stufen. Dieses Abzeichen war besonders bedeutsam für Panzeroffiziere und dokumentiert die aktive Teilnahme an Panzergefechten.

Die beiden Verwundetenabzeichen in Schwarz und Silber zeugen von den erlittenen Verwundungen. Das schwarze Abzeichen wurde für ein bis zwei Verwundungen verliehen, das silberne für drei bis vier Verwundungen. Das silberne Exemplar trägt die Herstellermarkierung "107". Diese Abzeichen, eingeführt am 1. September 1939, dokumentieren die persönlichen Opfer des Trägers.

Die Medaille Winterschlacht im Osten 1941/42, umgangssprachlich “Gefrierfleischorden” genannt, wurde am 26. Mai 1942 gestiftet und an alle Teilnehmer der Winterkämpfe 1941/42 an der Ostfront verliehen. Sie symbolisiert die extremen Bedingungen, unter denen die deutschen Truppen während des ersten Kriegswinters in der Sowjetunion kämpften.

Die Schulterstücke eines Leutnants der Panzertruppe in matter Ausführung mit rosa Waffenfarbe sowie das maschinengestickte Ärmelband “Großdeutschland” identifizieren den Träger eindeutig als Angehörigen dieser Eliteformation. Die Division “Großdeutschland” wurde 1942 aus dem gleichnamigen Infanterie-Regiment gebildet und entwickelte sich zu einer der kampfstärksten Divisionen der Wehrmacht. Sie kämpfte hauptsächlich an der Ostfront und war an allen großen Operationen beteiligt, darunter Kursk 1943 und die Verteidigungskämpfe 1944/45.

Die Provenienz aus Lübeck und die mögliche Zuordnung zu Hans-Siegfried Graf von Rothkirch verleiht der Sammlung besondere historische Bedeutung. Rothkirch erhielt das Ritterkreuz als Hauptmann der Reserve und Kommandeur des I./Panzer-Regiment 26 am 4. Oktober 1944. Die Diskrepanz zwischen dem Dienstgrad auf den Schulterstücken (Leutnant) und Rothkirchs Rang (Hauptmann) könnte auf verschiedene Tragezeiten oder eine andere Identität des Trägers hinweisen.

Diese Sammlung dokumentiert eindrucksvoll die Auszeichnungspraxis der Wehrmacht und die militärische Karriere eines tapferen, aber auch mehrfach verwundeten Offiziers. Sie repräsentiert die höchsten Ehrungen, die das nationalsozialistische Deutschland zu vergeben hatte, und steht gleichzeitig als materielles Zeugnis für die individuellen Schicksale im Zweiten Weltkrieg. Heute sind solche Nachlässe wichtige historische Quellen für die Militärgeschichtsforschung.