Aus der Fundgrube : England Lot von 5 Koppelschuhen .

Grünliches Webmaterial, für britische Bajonette, verschiedene Größen .
472940
140,00

Aus der Fundgrube : England Lot von 5 Koppelschuhen .

Die Koppelschuhe (auch als Bajonettfrösche oder Bajonetttaschen bezeichnet) stellen einen wesentlichen Bestandteil der militärischen Ausrüstung dar, der über Jahrhunderte hinweg die Entwicklung der Infanteriebewaffnung begleitete. Diese funktionalen Ausrüstungsgegenstände dienten dem sicheren Transport und der schnellen Griffbereitschaft von Seitenwaffen, insbesondere Bajonetten, am Koppel des Soldaten.

Das vorliegende Lot von fünf britischen Koppelschuhen aus grünlichem Webmaterial repräsentiert die charakteristische Ausstattung der British Army während des 20. Jahrhunderts. Das verwendete grünliche Webmaterial entspricht dem typischen webbing-Material, das die britischen Streitkräfte ab dem frühen 20. Jahrhundert einführten und das das traditionelle Lederzeug zunehmend ersetzte.

Die Einführung von Webausrüstung in der britischen Armee begann mit dem 1908 Pattern Web Equipment, einem revolutionären System, das von der Mills Equipment Company entwickelt wurde. Dieses System aus gewebtem Baumwollmaterial erwies sich als leichter, pflegeleichter und in feuchten Klimazonen beständiger als Leder. Das Material wurde mit speziellen Verfahren behandelt, um es wasserabweisend und widerstandsfähig zu machen. Die charakteristische grünliche oder khakifarbene Tönung entsprach den taktischen Anforderungen moderner Kriegsführung, bei der Tarnung eine zunehmend wichtige Rolle spielte.

Die Bajonettfrösche waren so konzipiert, dass sie verschiedene Modelle britischer Bajonette aufnehmen konnten. Während des Ersten und Zweiten Weltkrieges sowie in der Nachkriegszeit verwendete die britische Armee verschiedene Bajonetttypen, darunter das Pattern 1907 Bayonet für das Lee-Enfield-Gewehr, das zu den am längsten dienenden Bajonetten der Militärgeschichte gehört. Später kamen Bajonette für das Rifle No. 4 und andere Waffensysteme hinzu.

Die unterschiedlichen Größen der Koppelschuhe in diesem Lot spiegeln die Vielfalt der verwendeten Bajonetttypen wider. Verschiedene Waffen erforderten unterschiedlich dimensionierte Frösche: Das Pattern 1907 mit seiner langen Klinge benötigte einen anderen Frosch als das kürzere No. 4 Mk II Spike Bayonet. Die britische Armee standardisierte ihre Ausrüstung durch verschiedene Pattern-Bezeichnungen, wobei jedes Pattern genaue Spezifikationen für Maße, Materialien und Herstellungsverfahren vorgab.

Die Herstellung erfolgte durch zahlreiche Kontraktfirmen im gesamten Commonwealth. Während der Weltkriege wurde die Produktion massiv ausgeweitet, wobei auch Hersteller in Kanada, Australien, Indien und anderen Commonwealth-Nationen beteiligt waren. Die Qualität und Details konnten je nach Hersteller und Produktionsjahr variieren, wobei Kriegsproduktionen oft vereinfachte Konstruktionen aufwiesen.

Das Webmaterial selbst bestand typischerweise aus Baumwollgewebe, das mehrfach gewebt und mit verschiedenen Imprägnierungen behandelt wurde. Die Färbung erfolgte mit speziellen Farbstoffen, die Lichtbeständigkeit und Farbstabilität gewährleisten sollten. Im Laufe der Jahrzehnte und durch verschiedene Lagerungs- und Verwendungsbedingungen konnte die ursprüngliche Farbe von Khaki zu verschiedenen Grün- oder Brauntönen variieren.

Die Konstruktion eines typischen britischen Bajonettfrosches umfasste eine Schlaufe oder Tasche für die Scheide, Befestigungsschlaufen für das Koppel und oft einen Verschlussmechanismus, um das Bajonett sicher zu halten. Die Nähte waren verstärkt, um den Belastungen des Felddienstes standzuhalten. Metallteile wie Druckknöpfe oder Schnallen waren häufig aus Messing oder brüniertem Stahl gefertigt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte die britische Armee ihre Ausrüstung weiter, führte das 1958 Pattern und später das 1937 Pattern ein, die beide Webausrüstung beibehielten. Erst mit der Einführung moderner synthetischer Materialien ab den 1980er Jahren wurde das traditionelle Baumwollgewebe schrittweise ersetzt.

Für Sammler militärischer Ausrüstung stellen solche Lots eine interessante Möglichkeit dar, die Entwicklung und Variationen britischer Militärausrüstung zu studieren. Die verschiedenen Größen ermöglichen Vergleiche und die Zuordnung zu spezifischen Waffensystemen. Der Erhaltungszustand, Herstellermarkierungen und andere Details können wertvolle Hinweise auf Produktionsdatum, Herkunft und Verwendungskontext geben.