III.Reich Polizei Degen für Führer .

Etwas fleckige Klinge, auf der Fehlschärfe das späte Herstellerzeichen von "Original Eickhorn Solingen", Stahlgefäß mit zum Teil abgetragener Vernickelung, schwarzer Holzgriff mit intakter Aluminiumdrahtwicklung, auf dem Mundblech -und der Unterseite der Parierstange der Gahr-Zeichen gestempelt, der Aluminiumadler ist nachgesetzt, die Scheide nachlackiert, mit anhängendem Portepee, getragen, aber noch gut erhalten. Zustand 2-
Gesamtlänge:
508540
1.250,00

III.Reich Polizei Degen für Führer .

Der Polizei-Führerdegen des Dritten Reiches repräsentiert ein bedeutendes Kapitel in der Geschichte der deutschen Polizei zwischen 1933 und 1945. Diese Blankaffe diente nicht nur als Zeremoniellwaffe, sondern auch als sichtbares Rangabzeichen für Polizeioffiziere und höhere Beamte im nationalsozialistischen Deutschland.

Nach der Machtübernahme 1933 wurden die deutschen Polizeikräfte schrittweise zentralisiert und unter die Kontrolle der SS und des Reichsführers-SS Heinrich Himmler gebracht. Im Zuge dieser Reorganisation wurden auch neue Uniformvorschriften und Ausrüstungsgegenstände eingeführt, darunter standardisierte Blankwaffen für verschiedene Dienstgrade. Der Führerdegen wurde typischerweise von Offizieren ab dem Rang eines Leutnants der Schutzpolizei getragen.

Die Herstellung dieser Degen oblag renommierten Solingern Klingenschmieden, die eine jahrhundertelange Tradition in der Waffenproduktion besaßen. Die Firma Eickhorn gehörte zu den bedeutendsten Herstellern von Blankwaffen für die Wehrmacht, SS und Polizei. Das Unternehmen, gegründet im 19. Jahrhundert, hatte sich einen exzellenten Ruf für die Qualität seiner Klingen erworben. Das charakteristische Eickhorn-Zeichen, häufig ein Eichhörnchen, wurde auf der Fehlschärfe der Klinge angebracht.

Der typische Polizeiführerdegen zeichnete sich durch mehrere charakteristische Merkmale aus: Eine gerade, zweischneidige Klinge von etwa 60-70 cm Länge, ein Stahlgefäß mit vernickelter Oberfläche, das häufig aufwendige Durchbrucharbeiten aufwies, sowie ein schwarzer Holzgriff mit Aluminiumdrahtwicklung. Diese Wicklung diente nicht nur der Ästhetik, sondern auch der praktischen Handhabung, da sie einen sicheren Griff gewährleistete.

Besonders bemerkenswert ist das Gahr-Zeichen, das auf dem Mundblech und der Unterseite der Parierstange zu finden war. Die Firma Gahr war als Zulieferer für verschiedene Komponenten von Blankwaffen tätig und arbeitete mit den großen Klingenherstellern zusammen. Das Vorhandensein dieser Markierung belegt die arbeitsteilige Produktion dieser Prestigeobjekte.

Der Aluminiumadler auf dem Gefäß stellte das wichtigste ideologische Symbol dar. Er zeigte typischerweise den nationalsozialistischen Hoheitsadler mit Hakenkreuz, der die politische Ausrichtung der Polizei im Dritten Reich verdeutlichte. Nach 1945 wurden diese Symbole häufig entfernt oder ersetzt, weshalb nachgesetzte Adler bei historischen Stücken nicht ungewöhnlich sind.

Das beigefügte Portepee (Degenquaste) war ein weiteres wichtiges Rangabzeichen. Die Farbe und Ausführung des Portepees variierten je nach Dienstgrad und Einheit des Trägers. Für Polizeioffiziere waren typischerweise silberfarbene oder silber-grüne Portepees vorgeschrieben.

Die Scheide bestand üblicherweise aus Stahlblech mit schwarzer Lackierung und war mit Beschlägen aus vernickeltem oder verchromtem Metall versehen. Sie wurde mittels Bandaufhängern oder Koppelschuhen am Koppel befestigt. Nachlackierungen sind bei erhaltenen Exemplaren häufig anzutreffen, da die ursprüngliche Lackierung durch Gebrauch und Witterungseinflüsse stark in Mitleidenschaft gezogen wurde.

Der Polizeiführerdegen wurde zu verschiedenen dienstlichen Anlässen getragen: bei Paraden, offiziellen Zeremonien, Vereidigungen und anderen repräsentativen Veranstaltungen. Er war integraler Bestandteil der Paradeuniform und symbolisierte die Autorität und den Offiziersrang des Trägers.

Die Zustandsbewertung historischer Blankwaffen erfolgt nach einem standardisierten System, wobei Zustand 2 einen gut erhaltenen, gebrauchten Zustand mit altersbedingten Gebrauchsspuren beschreibt. Fleckige Klingen, abgetragene Vernickelung und Gebrauchsspuren sind bei über 75 Jahre alten Objekten durchaus zu erwarten und beeinträchtigen den historischen Wert nur geringfügig.

Nach dem Zusammenbruch des Dritten Reiches 1945 wurden diese Degen nicht mehr im Dienst verwendet. Viele wurden vernichtet, eingeschmolzen oder ihrer nationalsozialistischen Symbole beraubt. Die erhaltenen Exemplare sind heute bedeutende zeitgeschichtliche Dokumente, die Einblick in die Uniformierung und Hierarchie der nationalsozialistischen Polizei geben. Sie werden in Museen, Sammlungen und von Militärhistorikern als Studienobjekte bewahrt und erforscht.