III. Reich Polizei Portepee für Führer .

Kleine Ausführung am 13mm breiten Lederband, ungetragen, noch sehr gut erhalten. Zustand 2+
494640
140,00

III. Reich Polizei Portepee für Führer .

Das Polizei-Portepee des Dritten Reiches stellt ein bedeutendes Ausrüstungsstück der deutschen Polizeikräfte zwischen 1933 und 1945 dar. Dieses spezielle Exemplar in der kleinen Ausführung für Führer mit einem 13mm breiten Lederband repräsentiert die detaillierte Rangordnung und Hierarchie innerhalb der nationalsozialistischen Polizeiorganisation.

Das Portepee, auch Faustriemen genannt, diente ursprünglich als Sicherungsschlaufe für Blankwaffen, entwickelte sich jedoch im Laufe der Zeit zu einem reinen Rangabzeichen. In der deutschen Militär- und Polizeitradition wurde das Portepee an Säbeln, Degen und später an Seitengewehren getragen und ermöglichte eine sofortige Identifizierung des Ranges seines Trägers.

Nach der Machtergreifung 1933 und der anschließenden Gleichschaltung der deutschen Polizeikräfte wurde die Polizei zunehmend in die nationalsozialistische Herrschaftsstruktur eingebunden. Heinrich Himmler übernahm 1936 die Kontrolle über die gesamte deutsche Polizei als Reichsführer-SS und Chef der Deutschen Polizei. Diese Zentralisierung führte zu einer umfassenden Vereinheitlichung der Uniformen, Rangabzeichen und Ausrüstungsgegenstände.

Das vorliegende Portepee in kleiner Ausführung war speziell für Führer der Polizei vorgesehen. Die Unterscheidung zwischen großer und kleiner Ausführung war dabei von wesentlicher Bedeutung: Die kleine Ausführung wurde von Unterführern und mittleren Dienstgraden getragen, während die große Ausführung höheren Offizieren vorbehalten war. Das 13mm breite Lederband ist charakteristisch für diese Kategorie und entspricht den damaligen Bekleidungsvorschriften.

Die Herstellung solcher Portepees unterlag strengen Vorschriften und wurde von autorisierten Herstellern durchgeführt. Die Farbgebung, die Materialien und die Verarbeitung waren in den Anzugsordnungen und Bekleidungsvorschriften der deutschen Polizei genau festgelegt. Typischerweise bestand ein Polizei-Portepee aus einem Lederband, einer Flechtung aus Aluminium- oder Silberdraht für Führer, und einer Krone sowie einem Schieber.

Die Ordnungspolizei (Orpo), zu der Schutzpolizei, Gendarmerie und Gemeindepolizei gehörten, bildete den größten Teil der uniformierten Polizeikräfte. Die verschiedenen Zweige der Polizei hatten teilweise unterschiedliche Ausführungen ihrer Portepees, wobei die grundsätzliche Gestaltung jedoch einheitlich blieb.

Der Zustand dieses Exemplars als ungetragen und sehr gut erhalten ist bemerkenswert, da viele dieser Ausrüstungsgegenstände während des Krieges intensiv genutzt wurden. Nach 1945 wurden zahlreiche Polizeiausrüstungen vernichtet oder verloren, was gut erhaltene Exemplare heute zu historisch wertvollen Dokumenten macht.

Es ist wichtig zu betonen, dass die deutsche Polizei während des Dritten Reiches nicht nur für die öffentliche Ordnung zuständig war, sondern aktiv an der Durchsetzung der nationalsozialistischen Herrschaft beteiligt war. Polizeibataillone wurden in den besetzten Gebieten eingesetzt und waren an Kriegsverbrechen beteiligt. Diese historische Verantwortung muss bei der Betrachtung solcher Objekte stets berücksichtigt werden.

Für Sammler und Historiker bieten solche Portepees wichtige Einblicke in die materielle Kultur und die Organisationsstruktur der nationalsozialistischen Polizeikräfte. Sie dokumentieren die Bürokratie und Hierarchie eines repressiven Staatsapparates und dienen als Mahnmal für die Gefahren der Instrumentalisierung staatlicher Ordnungskräfte durch totalitäre Regime.

Die wissenschaftliche Beschäftigung mit solchen Objekten trägt zum Verständnis der Alltagsgeschichte des Nationalsozialismus bei und hilft, die Mechanismen totalitärer Herrschaft zu analysieren und für zukünftige Generationen zu dokumentieren.