Infanteriesturmabzeichen in Silber - Miniatur

9 mm, Buntmetall, an langer Nadel, Zustand 2.
313840
40,00

Infanteriesturmabzeichen in Silber - Miniatur

Das Infanterie-Sturmabzeichen in Silber - Miniaturausführung

Das Infanterie-Sturmabzeichen gehört zu den bedeutendsten militärischen Auszeichnungen des Zweiten Weltkriegs und wurde am 20. Dezember 1939 durch Adolf Hitler gestiftet. Die hier beschriebene Miniaturausführung in Silber stellt eine besondere Trageform dieser Kampfauszeichnung dar, die vor allem bei gesellschaftlichen Anlässen und auf Ausgehuniform getragen wurde.

Die Stiftung des Infanterie-Sturmabzeichens erfolgte durch einen Erlass des Oberbefehlshabers der Wehrmacht und sollte die besonderen Leistungen der Infanterie im Angriffskampf würdigen. Das Abzeichen wurde in drei Stufen verliehen: in Bronze (für drei Sturmtage), in Silber (für fünf Sturmtage) und später im Kriegsverlauf in Gold (für zehn bzw. später fünfzehn Sturmtage). Als Sturmtag galt dabei die aktive Teilnahme an einem Infanterieangriff oder die Abwehr eines feindlichen Angriffs im Nahkampf.

Die Miniaturausführung des Abzeichens, wie sie hier vorliegt, maß typischerweise etwa 9 mm in der Breite und wurde aus Buntmetall gefertigt. Im Gegensatz zur regulären Trageform, die etwa 49 mm breit war und mittels horizontaler Nadel auf der linken Brustseite der Uniform befestigt wurde, verfügte die Miniatur über eine lange Nadel, die das Tragen als Anstecknadel ermöglichte. Diese kleineren Versionen wurden hauptsächlich auf Zivilkleidung, Ausgehuniformen oder bei formellen Anlässen getragen, bei denen die reguläre Ordensschnalle nicht angebracht war.

Das Design des Infanterie-Sturmabzeichens stammte vom Bildhauer und Graphiker Ernst Eigener aus Berlin. Es zeigt ein längsovales Eichenlaub-Kranz, in dessen Mitte ein nach links gerichtetes Gewehr 98k mit aufgepflanztem Seitengewehr 98 über einer Stielhandgranate 24 dargestellt ist. Die silberne Ausführung wurde durch eine entsprechende Oberflächenbehandlung oder Versilberung des Buntmetalls erreicht, wobei die Details durch Präge- und Ziselierverfahren herausgearbeitet wurden.

Die Herstellung von Miniaturabzeichen war im Dritten Reich weit verbreitet und wurde von zahlreichen privaten Juwelieren und Ordensfabriken durchgeführt. Anders als bei den regulären Abzeichen, die von autorisierten Herstellern mit entsprechenden Präge- und Herstellermarken gefertigt wurden, unterlagen die Miniaturen keiner so strengen Regulierung. Dies führte zu einer großen Vielfalt an Ausführungen, Qualitäten und Materialien. Die hier beschriebene Ausführung aus Buntmetall entspricht einer typischen Fertigung der Kriegszeit.

Die Verleihungspraxis des Infanterie-Sturmabzeichens war streng geregelt. Die Anerkennung eines Sturmtages musste durch den Kompaniechef erfolgen und wurde im Soldbuch und in den Personalakten des Soldaten festgehalten. Die Verleihung selbst erfolgte durch den Regimentskommandeur oder höhere Vorgesetzte. Bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs wurden hunderttausende dieser Abzeichen verliehen, was die Bedeutung der Infanterie als “Königin der Waffen” in der damaligen Kriegsführung unterstreicht.

Der Zustand 2 der beschriebenen Miniatur bezeichnet in der Terminologie der militärhistorischen Sammlerpraxis einen sehr guten bis guten Erhaltungszustand mit leichten Gebrauchsspuren. Die lange Nadel ist vollständig erhalten, was bei Miniaturen dieser Art nicht selbstverständlich ist, da die feinen Nadeln häufig beschädigt wurden oder verloren gingen.

Aus historischer Perspektive dokumentieren solche Miniaturausführungen die Tragepraxis militärischer Auszeichnungen im Dritten Reich. Sie zeigen, dass Soldaten ihre Kampfauszeichnungen auch im privaten Bereich zur Schau stellen wollten und durften. Die Existenz eines umfangreichen Marktes für solche Miniaturen belegt zudem die gesellschaftliche Bedeutung, die militärischen Auszeichnungen in der damaligen Zeit beigemessen wurde.

Heute sind solche Miniaturausführungen von militärhistorischem und sammlerischem Interesse. Sie ergänzen das Verständnis der materiellen Kultur des Zweiten Weltkriegs und dokumentieren die verschiedenen Aspekte des militärischen Auszeichnungswesens. Für die militärhistorische Forschung sind sie wichtige Artefakte, die Einblicke in Produktionsweisen, Tragegewohnheiten und die soziale Bedeutung militärischer Ehrenzeichen geben.