Luftwaffe Waffenrock und lange Hose aus dem Besitz des Ritterkreuzträgers General der Flakartillerie von Axthelm

Der Waffenrock in feiner Offiziersqualität, komplett mit allen Effekten. Gold Metallfaden-handgestickter Brustadler, die Kragenspiegel in Cellon/Metallfaden handgestickt, die umlaufende Kordel in Cellon, die Kragenspiegel per Hand vernäht, eingenähte Schulterstücke mit großen silbernen Rangsternen. Durch die Beförderung zum General der Flakartillerie im Januar 1942 wurden die Schulterstücke "mitbefördert", die beiden oberen Rangsterne daher etwas unterschiedlich als die unteren. Auf der Brust Schlaufen für die lange Bandspange, da Eiserne Kreuz 1914 1. Klasse mit Wiederholungsspange "1939", Flakabzeichen, Verwundetenabzeichen 1. Weltkrieg sowie 1 weiteres Steckabzeichen. Innen mit Schneideretikett "Averbeck & Bröskamp, Berlin W.", die handschriftliche Trägerbezeichnung nur noch schwach erkennbar. Deutlich getragenes Stück, 2 alte Flickstellen, die Ärmel ebenfalls mit alten Reparaturstellen. Dazu die passende lange Hose für Generale. Fertigung in gleicher Tuchqualität wie der Waffenrock, seitlich mit breiten weißen Lampassen. Innen mit dem gleichen Schneideretikett "Averbeck & Bröskamp, Berlin W.", handschriftliche Trägerbezeichnung "Gen. v. Axthelm.. 7.6.1944". Getragenes Stück in gutem Zustand. Dazu ein sehr schönes original Foto von General v. Axthelm mit frisch verliehenem Ritterkreuz und eigenhändiger Tintenunterschrift "v. Axthelm", rückseitig mit Beschriftung des Empfängers (Erhalten am 11.3.43 Eigentum von ...". 

Ein schönes getragenes Ensemble. Es handelte sich hierbei um eine Spende von Herrn v. Axthelm noch zu Lebzeiten an ein Militärmuseum, welches 2007 von uns aufgelöst wurde. Die letzten Jahre befand sich die Uniform gemeinsam mit seiner Schirmmütze im "Eyewitness Museum" in Beek, Niederlande, welches dieses Jahr geschlossen wurde.
Die Uniformen für die Generale der Luftwaffe sind erheblich seltener als die der Wehrmacht. Die Luftwaffe hatte insgesamt nur 688 Generale. In dieser Vollständigkeit allerdings wohl einmalig.

Walther von Axthelm (* 23. Dezember 1893 in Hersbruck; † 6. Januar 1972 in Traunstein) war ein deutscher General der Flakartillerie der Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg.
Axthelm trat am 15. September 1913 als Fahnenjunker in das 8. Feldartillerie-Regiment „Prinz Heinrich von Preußen“ Nr. 8 der Bayerischen Armee in Nürnberg ein. Mit Ausbruch des Ersten Weltkriegs nahm er als Batterieoffizier an den Kämpfen in Lothringen, dem Stellungskrieg zwischen Mosel und Maas sowie an der Schlacht um Verdun teil. Am 16. Dezember 1916 wechselte Axthelm zum Stab der II. Abteilung über, wo er bis zum 20. Januar 1917 eine Einweisung als Abteilungsadjutant erhielt. Diese Funktion bekleidete er anschließend bis 8. September 1917 und wurde dann bis über das Kriegsende hinaus als Batterieführer an der Westfront eingesetzt. Seine Leistungen während des Krieges wurden durch die Verleihung beider Klassen der Eisernen Kreuzes, des Verwundetenabzeichens in Schwarz sowie des Militärverdienstorden IV. Klasse mit Schwertern und mit Krone gewürdigt. Nach Kriegsende und Rückkehr in die Garnison wurde sein Regiment ab 28. Dezember 1918 demobilisiert und schließlich aufgelöst. Aus demobilisierten Teilen bildeten sich verschiedene Freiformationen, darunter die Sicherheitsbatterie 2. Sie war auch unter dem Namen Volkswehr-Batterie „von Axthelm“ bekannt und formierte sich zu vier Batterien. Axthelm fungierte vom 25. März bis 20. Oktober 1919 als Führer dieses Verbandes, wurde in die Vorläufige Reichswehr übernommen und dem Reichswehr-Artillerie-Regiment 24 zugeteilt. Vom 1. Januar 1921 bis 30. September 1923 war er Abteilungsadjutant im 7. (Bayerisches) Artillerie-Regiment. Dort fungierte Axthelm dann bis 30. September 1931 zunächst als Zugführer, Batterieführer, später Batteriechef und absolvierte eine kraftfahrtechnische sowie einen Flak-Ausbildung. Hier war Axthelm vom 20. September bis 2. Oktober 1931 zur Schwedischen Armee abkommandiert. Zum 1. Oktober 1931 wurde er dann in das Reichswehrministerium versetzt.
Zum 1. April 1935 trat Axthelm als Major zur Luftwaffe über, wo er bis zum 12. August 1936 als Gruppenleiter bei der Inspektion der Flakartillerie im Reichsluftfahrtministerium eingesetzt wurde. Am Folgetag wurde er zum Kommandeur des Luftwaffen-Regiments „General Göring“ ernannt, welches ab dem 28. Oktober 1939 die Tarnbezeichnung Stab Flak-Regiment 103 führte. Während des Zweiten Weltkriegs gab Axthelm am 31. Mai 1940 das Kommando an Generalleutnant Paul Conrath ab und wurde zum 1. Juni 1940 Kommandeur der neuaufgestellten 1. Flak-Brigade, die nach dem Ende des Westfeldzuges zum Flakschutz des Großraums Paris aufgestellt worden war. Am 8. Dezember 1940 wurde der Brigadestab nach Dessau verlegt, wo sie den Flakschutz der Junkers Flugzeug- und Motorenwerke übernahm. Am 11. März 1941 wurde der Brigadestab in das neu aufzustellende Generalkommando des I. Flak-Korps erweitert und umgewandelt. Axthelm wurde in diesem Zusammenhang mit der Führung des I. Flak-Korps beauftragt. Im Zuge des beginnenden Ostfeldzuges ab Juni 1941 war sein Korps Bestandteil der Heeresgruppe Mitte und wurde im Rahmen der 2. Panzerarmee eingesetzt. Es folgten Einsätze bei der Kesselschlacht bei Białystok und Minsk, der Kesselschlacht bei Smolensk, der Schlacht um Kiew, sowie der Doppelschlacht bei Wjasma und Brjansk und letztendlich bei der Schlacht um Moskau. Letztere führte Axthelm ab dem 25. November 1941 als Kommandierender General des I. Flak-Korps. Zuvor hatte er bereits für seine taktische Führung am 4. September 1941 das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen bekommen. Am 20. Dezember 1941 gab Axthelm das Kommando des Korps an Generalmajor Richard Reimann ab, der mit der Führung beauftragt wurde. Axthelm selbst kehrte nach Berlin in das Reichsluftfahrtministerium zurück, wo er vom 12. Januar 1942 bis Ende März 1945 die Funktion des Generals der Flakwaffe (Inspekteur der Flakartillerie) wahrnahm. Gleichzeitig fungierte er während dieser Zeit vom 1. April 1943 bis Ende März 1945 als Inspekteur der V 1, die anfangs noch die Tarnbezeichnung Flakzielgerät 76 trug. Am 31. März 1945 gab Axthelm die Dienststelle des Generals der Flakwaffe an Wolfgang Pickert, der schon seit dem 20. März 1945 eingearbeitet worden war und wurde Kommandierender General der Flakausbildung. Mit der bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht geriet Axthelm am 8. Mai 1945 in US-amerikanische Kriegsgefangenschaft, aus der er am 1. Juli 1947 wieder entlassen wurde.

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Der Waffenrock als Uniformtyp

Der hier vorgestellte Luftwaffe-Waffenrock mit passender langer Hose gehört zu den seltensten und bedeutendsten Uniformstücken, die aus dem Zweiten Weltkrieg überliefert sind. Es handelt sich um das persönliche Eigentum des Ritterkreuzträgers Walther Moritz Heinrich Wolfgang von Axthelm (23. Dezember 1893 in Hersbruck – 6. Januar 1972 in Traunstein), eines Generals der Flakartillerie der deutschen Luftwaffe. In seiner Vollständigkeit als Ensemble aus Waffenrock, langer Hose und einem signierten Originalfoto stellt dieses Stück ein nahezu einmaliges Zeugnis der höchsten Führungsebene der Luftwaffe dar.

Der Waffenrock der Luftwaffe wurde 1935 eingeführt, als die Luftwaffe am 1. März 1935 offiziell als dritter Zweig der Wehrmacht gegründet wurde. Er diente als formelle Paradeuniform und wurde bei feierlichen Anlässen, Paraden und beim Ausgang getragen. Der Waffenrock unterschied sich deutlich vom dienstlichen Tuchrock und der feldmäßigen Fliegerbluse und stellte die repräsentativste Uniformvariante dar. Die Produktion des Waffenrocks wurde 1940 eingestellt, doch blieb er für diejenigen Offiziere, die bereits einen besaßen, weiterhin zum Tragen zugelassen. Dies macht erhaltene Exemplare besonders selten, da nach 1940 keine neuen Stücke mehr gefertigt wurden.

Beschreibung des Ensembles

Der Waffenrock ist in feiner Offiziersqualität aus blaugrauem Wollstoff gefertigt. Er besitzt einen handgestickten Brustadler aus goldenem Metallfaden, handgestickte Kragenspiegel aus Cellon und Metallfaden sowie eine umlaufende Kordel aus Cellon. Die Kragenspiegel sind von Hand vernäht, und die eingenähten Schulterklappen tragen große silberne Rangsterne. Auf der Brust befinden sich Schlaufen für die lange Bandspange, die auf die Verleihung des Eisernen Kreuzes 1914 1. Klasse mit Wiederholungsspange “1939”, des Flakabzeichens, des Verwundetenabzeichens des Ersten Weltkriegs sowie eines weiteren Steckabzeichens hinweisen. Im Inneren befindet sich das Schneideretikett der Firma Averbeck & Bröskamp, Berlin W.

Die zugehörige lange Hose für Generale ist aus dem gleichen feinen Tuch gefertigt und weist seitlich die für Generale typischen breiten weißen Lampassen (Seitenstreifen) auf. Im Inneren trägt sie dasselbe Schneideretikett sowie die handschriftliche Trägerbezeichnung “Gen. v. Axthelm.. 7.6.1944”.

Ein besonderes Detail sind die Schulterklappen: Die beiden oberen Rangsterne unterscheiden sich leicht von den unteren, was auf eine Beförderung hindeutet, bei der die Schulterklappen “mitbefördert” wurden – ein faszinierendes Zeugnis der Karriere ihres Trägers, das den Rang eines Generals der Flakartillerie (dreisterniger Generalsrang, vergleichbar mit einem US-amerikanischen Lieutenant General, NATO OF-8) dokumentiert.

Walther von Axthelm – Der Träger

Walther von Axthelm blickte auf eine lange und bedeutende militärische Karriere zurück. Im Ersten Weltkrieg diente er als Batterieoffizier und nahm an Kämpfen in Lothringen, dem Stellungskrieg zwischen Mosel und Maas sowie an der Schlacht um Verdun teil. Seine Kriegsleistungen wurden mit beiden Klassen des Eisernen Kreuzes, dem Verwundetenabzeichen in Schwarz sowie dem Militärverdienstorden IV. Klasse mit Schwertern und Krone gewürdigt.

Nach dem Ersten Weltkrieg führte Axthelm die nach ihm benannte Volkswehr-Batterie “von Axthelm” und wurde in die Reichswehr übernommen, wo er verschiedene Funktionen in der Artillerie bekleidete, einschließlich einer Flak-Ausbildung und einer Abkommandierung zur Schwedischen Armee im Jahr 1931.

Am 1. April 1935 trat Axthelm als Major zur Luftwaffe über. Er wurde Kommandeur des Luftwaffen-Regiments “General Göring” und führte später die neuaufgestellte 1. Flak-Brigade, die nach dem Westfeldzug den Flakschutz des Großraums Paris übernahm und später die Junkers Flugzeug- und Motorenwerke in Dessau schützte.

Seinen bedeutendsten Einsatz erlebte Axthelm als Kommandierender General des I. Flak-Korps während des Ostfeldzuges ab Juni 1941 im Rahmen der Heeresgruppe Mitte und der 2. Panzerarmee. Sein Korps war an den entscheidenden Schlachten beteiligt: der Kesselschlacht bei Białystok und Minsk, der Kesselschlacht bei Smolensk, der Schlacht um Kiew, der Doppelschlacht bei Wjasma und Brjansk sowie der Schlacht um Moskau. Für seine taktische Führung erhielt er am 4. September 1941 das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes.

Ab dem 12. Januar 1942 übernahm von Axthelm die Funktion des Generals der Flakwaffe (Inspekteur der Flakartillerie) im Reichsluftfahrtministerium in Berlin, die er bis Ende März 1945 ausübte. Gleichzeitig fungierte er vom 1. April 1943 bis Ende März 1945 als Inspekteur der V-1-Waffen, die anfangs noch unter der Tarnbezeichnung “Flakzielgerät 76” geführt wurden. Am 31. März 1945 übergab er seine Dienststelle an Wolfgang Pickert und wurde Kommandierender General der Flakausbildung. Bei der bedingungslosen Kapitulation geriet er am 8. Mai 1945 in US-amerikanische Kriegsgefangenschaft und wurde am 1. Juli 1947 entlassen.

Seltenheit und Provenienz

Die Luftwaffe hatte während des gesamten Zweiten Weltkriegs insgesamt nur 688 Generale. Uniformen für Generale der Luftwaffe sind daher erheblich seltener als solche der Wehrmacht (Heer). Die Tatsache, dass die Produktion des Waffenrocks bereits 1940 eingestellt wurde, macht dieses Stück zu einer außergewöhnlichen Rarität.

Die Provenienz dieses Ensembles ist lückenlos dokumentiert: Walther von Axthelm spendete die Uniform noch zu Lebzeiten an ein Militärmuseum, das 2007 aufgelöst wurde. In den letzten Jahren war die Uniform zusammen mit seiner Schirmmütze im Eyewitness Museum in Beek, Niederlande, ausgestellt, welches kürzlich geschlossen wurde. Diese ununterbrochene Provenienz, kombiniert mit der Vollständigkeit des Ensembles einschließlich des signierten Fotos, macht dieses Stück zu einem herausragenden Sammlerobjekt von höchster historischer Bedeutung.