Marine-Verwundetenabzeichen in Silber - Miniatur

16 mm, Buntmetall massiv geprägt, versilbert mit aufpolierten Kanten, an langer Nadel, Zustand 2.
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200,00

Marine-Verwundetenabzeichen in Silber - Miniatur

Das Marine-Verwundetenabzeichen in Silber gehört zu den bedeutendsten militärischen Auszeichnungen des Deutschen Kaiserreichs und des Ersten Weltkriegs. Diese Miniaturversion mit einer Breite von nur 16 mm repräsentiert eine besondere Form der Auszeichnung, die für das zivile Tragen an der Kleidung oder für spezielle Anlässe konzipiert wurde.

Die Kaiserliche Marine führte das Verwundetenabzeichen am 13. März 1918 durch Allerhöchste Kabinettsorder (AKO) Kaiser Wilhelms II. ein. Diese Auszeichnung sollte die Opfer und Verwundungen der Marinesoldaten während des Ersten Weltkriegs würdigen. Das Abzeichen wurde in drei Stufen verliehen: Schwarz für eine oder zwei Verwundungen, Silber für drei oder vier Verwundungen, und Gold für fünf oder mehr Verwundungen oder für schwere Kriegsversehrung.

Die silberne Stufe dokumentierte somit erhebliche persönliche Opfer im Dienst der Marine. Anders als beim Heer-Verwundetenabzeichen, das bereits seit 1918 existierte, wies das Marine-Verwundetenabzeichen spezifische maritime Elemente auf. Das Design zeigte typischerweise einen Helm (oft einen Stahlhelm M16) über gekreuzten Schwertern, umgeben von einem Lorbeerkranz, wobei maritime Symbole wie Anker die Zugehörigkeit zur Marine verdeutlichten.

Die vorliegende Miniaturausführung stellt eine besondere Kategorie dar. Während die regulären Verwundetenabzeichen etwa 43-44 mm breit waren und am Band getragen wurden, wurden Miniaturen mit etwa 16 mm Breite für das Tragen an der Zivilkleidung oder an speziellen Gesellschaftsuniformen verwendet. Diese Praxis entsprach den militärischen Konventionen der Zeit, bei denen Offiziere und Veteranen ihre Auszeichnungen auch im zivilen Leben diskret präsentieren konnten.

Die technische Ausführung dieser Miniatur zeigt die hohe handwerkliche Qualität deutscher Ordensmanufakturen der Epoche. Das Abzeichen wurde aus massivem Buntmetall geprägt und anschließend versilbert. Die aufpolierten Kanten sind ein charakteristisches Merkmal hochwertiger Ausführungen und dienten dazu, die Details und die plastische Gestaltung des Reliefs hervorzuheben. Die lange Nadel auf der Rückseite ermöglichte das sichere Befestigen an der Kleidung.

Die Herstellung solcher Miniaturen erfolgte häufig durch spezialisierte Firmen wie C.E. Juncker in Berlin oder andere renommierte Ordensfabrikanten. Diese Betriebe fertigten sowohl offizielle Verleihungsstücke als auch privat erworbene Ausführungen für Träger, die zusätzliche Exemplare für verschiedene Uniformen oder Anlässe benötigten.

Im historischen Kontext dokumentiert das Marine-Verwundetenabzeichen die immensen menschlichen Verluste der deutschen Kaiserlichen Marine während des Ersten Weltkriegs. Neben den großen Seeschlachten wie der Skagerrakschlacht (31. Mai - 1. Juni 1916), bei der über 2.500 deutsche Marinesoldaten fielen und Tausende verwundet wurden, erlitten Marineangehörige auch bei U-Boot-Operationen, Küstenverteidigungen und Landoperationen erhebliche Verluste.

Die rechtliche Grundlage für die Verleihung war präzise geregelt. Eine Verwundung im Sinne der Verordnung lag vor, wenn sie durch Feindeinwirkung im Kampf entstanden war. Auch Gasschäden, Erfrierungen bei Kampfhandlungen und gesundheitliche Schäden durch besondere Strapazen konnten unter bestimmten Umständen anerkannt werden. Die Beantragung erfolgte durch Vorlage entsprechender militärärztlicher Bescheinigungen.

Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs und dem Zusammenbruch des Kaiserreichs 1918 behielten die Träger ihre Auszeichnungen. Die Weimarer Republik erkannte die kaiserlichen Orden grundsätzlich an, und Veteranen trugen ihre Abzeichen bei offiziellen Anlässen und Veteranentreffen. In der Zeit des Nationalsozialismus wurde 1939 eine modifizierte Version des Verwundetenabzeichens eingeführt, doch die kaiserlichen Auszeichnungen behielten ihren Status.

Heute sind Miniaturen des Marine-Verwundetenabzeichens in Silber begehrte Sammlerstücke, die nicht nur militärhistorischen Wert besitzen, sondern auch als Zeugnisse der Handwerkskunst und der persönlichen Schicksale ihrer Träger geschätzt werden. Sie dokumentieren eine Epoche tiefgreifender Veränderungen in der deutschen und europäischen Geschichte.