NSKK - nichttragbare Erinnerungsplakette - " Kurhessen grüsst seine Gäste ! "

Buntmetall versilbert, 61 x 109 mm, mit 2 Bohrungen, Hersteller : Gebr.Fest Hanau a/M, Zustand 2.
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250,00

NSKK - nichttragbare Erinnerungsplakette - " Kurhessen grüsst seine Gäste ! "

NSKK-Erinnerungsplakette “Kurhessen grüßt seine Gäste!”

Die vorliegende Erinnerungsplakette aus versilbertem Buntmetall stellt ein charakteristisches Beispiel für die Propagandamaterialien des Nationalsozialistischen Kraftfahrkorps (NSKK) dar, die bei regionalen Veranstaltungen und Treffen in der Zeit des Nationalsozialismus verwendet wurden.

Das NSKK wurde am 1. Mai 1931 zunächst als Unterorganisation der SA gegründet und erhielt am 23. August 1934 den Status einer eigenständigen Formation der NSDAP. Unter der Führung von Korpsführer Adolf Hühnlein entwickelte sich das NSKK zu einer bedeutenden paramilitärischen Organisation, die zur Motorisierung der deutschen Gesellschaft beitragen und gleichzeitig als Ausbildungsstätte für militärische Kraftfahrer dienen sollte. Bis 1945 wuchs die Mitgliederzahl auf über 500.000 an.

Die Plakette wurde von der renommierten Firma Gebrüder Fest aus Hanau am Main hergestellt, einem traditionsreichen Unternehmen, das seit dem 19. Jahrhundert für hochwertige Metallwaren und militärische Auszeichnungen bekannt war. Hanau hatte sich als Zentrum der deutschen Gold- und Silberschmiedekunst etabliert, und zahlreiche dort ansässige Firmen produzierten während der NS-Zeit offizielle und inoffizielle Abzeichen, Plaketten und Auszeichnungen.

Der Bezug auf Kurhessen verweist auf die historische Region in Mitteldeutschland, die seit der Gebietsreform von 1933 größtenteils zum Gau Kurhessen der NSDAP gehörte. Das NSKK war in verschiedene Motorgruppen gegliedert, die jeweils bestimmte geografische Bereiche abdeckten. Kurhessen lag im Zuständigkeitsbereich der Motorgruppe Mitte, später Motorgruppe Hessen.

Die Aufschrift “Kurhessen grüßt seine Gäste!” deutet darauf hin, dass diese Plakette anlässlich einer größeren Veranstaltung oder eines Treffens ausgegeben wurde, bei dem auswärtige Teilnehmer begrüßt werden sollten. Das NSKK organisierte regelmäßig Motorsportveranstaltungen, Geländefahrten, Orientierungsfahrten und Propaganda-Kundgebungen. Solche Ereignisse dienten nicht nur der sportlichen Ertüchtigung und technischen Ausbildung, sondern auch der ideologischen Schulung und der Demonstration nationalsozialistischer Stärke.

Nichttragbare Plaketten dieser Art wurden üblicherweise als Erinnerungsstücke oder Souvenirs ausgegeben und sollten die Verbundenheit mit der Organisation und dem Ereignis dokumentieren. Im Gegensatz zu offiziellen Auszeichnungen und tragbaren Abzeichen, für die es strenge Richtlinien gab, existierte für solche Erinnerungsplaketten eine größere gestalterische Freiheit. Die beiden Bohrungen deuten darauf hin, dass die Plakette zur Aufbewahrung oder Präsentation an einer Wand oder in einer Sammlung befestigt werden sollte.

Die Maße von 61 x 109 mm entsprechen einem handlichen Format, das typisch für solche Gedenkobjekte war. Die Versilberung des Buntmetalls verlieh der Plakette eine ansprechende Optik und suggerierte einen höheren Wert, obwohl es sich nicht um Edelmetall handelte – eine in der NS-Zeit aufgrund von Materialknappheit übliche Praxis.

Das NSKK spielte während des Zweiten Weltkrieges eine wichtige Rolle bei der Transportorganisation und stellte Fahrer sowie technisches Personal für die Wehrmacht. Die Organisation war auch am Aufbau der Reichsautobahnen beteiligt und führte verkehrserzieherische Maßnahmen durch. Nach 1945 wurde das NSKK durch die Alliierten aufgelöst und von den Nürnberger Prozessen zur verbrecherischen Organisation erklärt.

Heute sind solche Erinnerungsplaketten historische Dokumente, die Einblick in die Propaganda- und Organisationsstrukturen des NS-Regimes geben. Sie werden von Sammlern militärhistorischer Objekte gesucht, wobei der Fokus auf dem historisch-wissenschaftlichen Interesse und der Dokumentation dieser Epoche liegt.