Reichsministerium für besetzte Ostgebiete "RMBO", braune Fellmütze für Beamte des Mittleren Dienst im Osteinsatz

44um 1943. Braunes Tuch mit Schafsfell, Bevo-gewebter Hoheitsadler für Beamte im Osteinsatz, umlaufend mit einer Silberkordel, innen mit Herstellerstempel "G.A Hoffmann Berlin SW 29 1944", Größe 57. Der Schirm leicht geknickt. Getragen, Zustand 2+, sehr selten.
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Reichsministerium für besetzte Ostgebiete "RMBO", braune Fellmütze für Beamte des Mittleren Dienst im Osteinsatz

Die braune Fellmütze für Beamte des Mittleren Dienstes im Reichsministerium für die besetzten Ostgebiete (RMbO) stellt ein seltenes Zeugnis der deutschen Besatzungsverwaltung während des Zweiten Weltkriegs dar. Dieses Exemplar, hergestellt von G.A. Hoffmann Berlin SW 29 im Jahr 1944, verkörpert die administrative Struktur, die das nationalsozialistische Deutschland in den eroberten östlichen Territorien aufbaute.

Das Reichsministerium für die besetzten Ostgebiete wurde am 17. Juli 1941 unter der Leitung von Alfred Rosenberg gegründet, nur wenige Wochen nach dem Beginn des Unternehmens Barbarossa am 22. Juni 1941. Das Ministerium war verantwortlich für die Zivilverwaltung der besetzten sowjetischen Gebiete und sollte die nationalsozialistische Ideologie und Ausbeutungspolitik in den eroberten Territorien umsetzen. Die Organisation umfasste verschiedene Dienststufen, darunter den Höheren, Gehobenen und Mittleren Dienst, wobei jede Kategorie spezifische Uniformvorschriften und Abzeichen hatte.

Die vorliegende Fellmütze aus braunem Tuch mit Schafsfell war speziell für die extremen klimatischen Bedingungen des Osteinsatzes konzipiert. Die deutschen Besatzungsbehörden mussten sich auf die harten Winter in der Sowjetunion vorbereiten, eine Lektion, die besonders nach dem katastrophalen Winter 1941/42 deutlich wurde. Die Verwendung von Schafsfell bot notwendigen Schutz gegen die eisigen Temperaturen, die in Regionen wie dem Baltikum, Belarus und der Ukraine herrschten.

Ein charakteristisches Merkmal dieser Mütze ist der Bevo-gewebte Hoheitsadler, der speziell für Beamte im Osteinsatz vorgesehen war. Die Bevo-Webtechnik, benannt nach der Barmer Bandweberei Wuppertal-Barmen, ermöglichte die maschinelle Herstellung detaillierter Abzeichen mit hoher Präzision. Die silberne Kordel, die die Mütze umlaufend verziert, war ein Rangabzeichen für den Mittleren Dienst und unterschied diese Beamten von ihren Kollegen im Gehobenen oder Höheren Dienst.

Der Hersteller G.A. Hoffmann in Berlin SW 29 war einer der zahlreichen Zulieferer für Uniformteile und Ausrüstungsgegenstände der deutschen Verwaltung und Wehrmacht. Die Adresse in Berlin Südwest, Bezirk 29, lag im Kreuzberger Bereich, wo sich viele Handwerksbetriebe und Manufakturen befanden. Die Datierung auf 1944 ist bedeutsam, da zu diesem Zeitpunkt die deutschen Truppen bereits erhebliche Gebietsverluste im Osten erlitten hatten und die Rote Armee stetig vorrückte.

Die Größe 57 entspricht den damaligen deutschen Hutgrößen-Standards und deutet auf einen Träger mit einem Kopfumfang von etwa 57 Zentimetern hin. Die Tatsache, dass solche Mützen noch 1944 produziert wurden, zeigt die fortgesetzte Notwendigkeit der Besatzungsverwaltung, trotz der sich verschlechternden militärischen Lage funktionsfähig zu bleiben.

Das RMbO verwaltete zwei Reichskommissariate: das Reichskommissariat Ostland unter Hinrich Lohse, das die baltischen Staaten und Teile Weißrusslands umfasste, und das Reichskommissariat Ukraine unter Erich Koch. Tausende deutscher Beamter wurden in diese Gebiete entsandt, um die Besatzungsverwaltung durchzuführen, Ressourcen auszubeuten und die nationalsozialistische Ideologie durchzusetzen. Diese Beamten benötigten entsprechende Uniformierung und Ausrüstung, die ihre Funktion und ihren Rang sichtbar machte.

Die braune Farbe der Mütze steht im Kontrast zu den üblichen feldgrauen oder grünen Uniformteilen der Wehrmacht und kennzeichnete Zivilbeamte der Besatzungsverwaltung. Diese Farbwahl war bewusst gewählt, um eine klare Unterscheidung zwischen militärischem und zivilem Personal zu ermöglichen, obwohl beide Gruppen eng zusammenarbeiteten.

Der getragene Zustand des Objekts bezeugt seinen tatsächlichen Einsatz unter den harten Bedingungen der Ostfront. Der leicht geknickte Schirm ist ein typisches Verschleißmerkmal, das bei praktischer Verwendung entstand. Solche authentischen Gebrauchsspuren erhöhen den historischen Wert des Objekts als materielles Zeugnis dieser Epoche.

Die Seltenheit solcher Mützen erklärt sich durch mehrere Faktoren: Die relativ geringe Anzahl von Beamten im Mittleren Dienst des RMbO, die kurze Existenzdauer des Ministeriums von 1941 bis 1945, und die chaotischen Umstände der deutschen Rückzüge aus den besetzten Ostgebieten, bei denen viele persönliche Ausrüstungsgegenstände verloren gingen oder zerstört wurden. Viele Beamte flohen überstürzt vor der vorrückenden Roten Armee und ließen ihre Uniformteile zurück.

Heute stellt dieses Objekt ein wichtiges Studienobjekt für Historiker dar, die sich mit der deutschen Besatzungspolitik, der Verwaltungsstruktur des Dritten Reiches und den materiellen Aspekten der Ostbesetzung befassen. Es erinnert an ein dunkles Kapitel der Geschichte, in dem Millionen Menschen unter deutscher Besatzung litten.