Verwundetenabzeichen in Schwarz 1918 - Miniatur

19 mm, durchbrochene Ausführung, an langer Nadel, Zustand 2.
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60,00

Verwundetenabzeichen in Schwarz 1918 - Miniatur

Das Verwundetenabzeichen in Schwarz von 1918 stellt eine bedeutende militärische Auszeichnung aus der Endphase des Ersten Weltkriegs dar. Diese Miniaturausführung mit einer Größe von 19 mm repräsentiert eine besondere Form dieser Dekoration, die zum alltäglichen Tragen an Zivilkleidung oder als dezente Auszeichnung vorgesehen war.

Das Verwundetenabzeichen wurde durch König Wilhelm II. von Württemberg am 3. März 1918 gestiftet, wobei die preußische Variante durch Kaiser Wilhelm II. bereits am 5. März 1918 folgte. Diese Auszeichnung sollte erstmals systematisch die Opfer anerkennen, die Soldaten durch Verwundung im Kampf für das Vaterland erlitten hatten. Die Einführung erfolgte in einer Phase des Krieges, als die psychologische Bedeutung von Anerkennungen für die Kampfmoral der Truppe besonders wichtig wurde.

Die schwarze Ausführung war die niedrigste Stufe eines dreistufigen Systems. Sie wurde an Soldaten verliehen, die ein- oder zweimal verwundet worden waren oder durch Verwundung einen Gliedverlust erlitten hatten. Darüber hinaus existierten noch das Verwundetenabzeichen in Silber für drei- oder viermalige Verwundungen und das Verwundetenabzeichen in Gold für fünfmalige oder noch häufigere Verwundungen.

Das Design des Abzeichens zeigt typischerweise einen Stahlhelm M1916 über gekreuzten Schwertern, umgeben von einem Lorbeerkranz. Diese Symbolik vereint militärische Stärke (Helm und Schwerter) mit der Ehre des Opfers (Lorbeerkranz). Die durchbrochene Ausführung, wie sie bei dieser Miniatur vorliegt, war technisch anspruchsvoller in der Herstellung und wirkte zugleich eleganter als massive Ausführungen.

Die Miniaturausführung solcher Orden und Abzeichen hatte im deutschen Militär eine lange Tradition. Sie wurden an der Zivilkleidung getragen, etwa am Revers des Anzugs oder an Gesellschaftskleidung. Mit 19 mm Durchmesser war diese Miniatur deutlich kleiner als die reguläre Trageform, die etwa 30-32 mm maß. Die lange Nadel ermöglichte eine sichere Befestigung an verschiedenen Stoffarten.

Die Verleihungspraxis war in den verschiedenen deutschen Bundesstaaten unterschiedlich geregelt, folgte aber grundsätzlich ähnlichen Prinzipien. Als Verwundung galt eine Verletzung, die durch direkte Feindeinwirkung entstanden war und ärztlich behandelt werden musste. Dies schloss sowohl Schuss- und Stichverletzungen als auch Verletzungen durch Granatsplitter, Giftgas oder andere Kampfmittel ein. Erfrierungen an der Front konnten unter bestimmten Umständen ebenfalls als Verwundung anerkannt werden.

Die Einführung des Verwundetenabzeichens 1918 erfolgte relativ spät im Kriegsverlauf. Dies hatte mehrere Gründe: Zum einen wollte man vermeiden, das Ausmaß der Verluste zu sehr in den Vordergrund zu rücken. Zum anderen gab es in der deutschen Militärtradition bis dahin keine vergleichbare Auszeichnung. Die Verwundung wurde zwar als ehrenvoll angesehen, aber nicht systematisch durch ein eigenes Abzeichen gewürdigt.

Nach der Einführung wurde das Abzeichen auch rückwirkend für Verwundungen verliehen, die seit Kriegsbeginn 1914 erlitten worden waren. Dies führte zu einer umfangreichen Verleihungswelle, bei der Hunderttausende von Soldaten das schwarze Verwundetenabzeichen erhielten. Die genaue Zahl der Verleihungen ist nicht vollständig dokumentiert, dürfte aber mehrere Millionen betragen haben.

Die Herstellung der Abzeichen erfolgte durch verschiedene Hersteller im gesamten Reichsgebiet. Die Qualität variierte erheblich, von einfachen gestanzten Ausführungen bis zu aufwendig gearbeiteten Stücken in durchbrochener Form. Die hier beschriebene Miniatur in durchbrochener Ausführung gehört zu den qualitätvolleren Varianten, die vermutlich von etablierten Orden- und Medaillenherstellern gefertigt wurden.

Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs durfte das Verwundetenabzeichen auch in der Weimarer Republik weitergetragen werden. Es blieb ein sichtbares Zeichen der erlittenen Opfer und wurde von vielen Veteranen mit Stolz getragen. In der Zeit des Nationalsozialismus wurde 1939 ein neues Verwundetenabzeichen eingeführt, das jedoch in direkter Tradition zum Modell von 1918 stand.

Heute sind diese Miniaturen gesuchte Sammlerstücke, die Einblick in die Auszeichnungspraxis und die Alltagskultur des Ersten Weltkriegs geben. Sie dokumentieren nicht nur militärische Geschichte, sondern auch das persönliche Schicksal unzähliger Soldaten, die im "Großen Krieg" verwundet wurden.