III. Reich - Der Deutsche Automobil Club ( DDAC ) - nichttragbare Teilnehmerplakette - " D.D.A.C. Gau 15 Westmark Jahreswertung 1936 "

Feinzink getönt im Zentrum teilweise blau lackiert, Hersteller : L.Chr.Lauer Nürnberg-Berlin, 90 mm, mit 2 Bohrungen, Zustand 2.
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160,00

III. Reich - Der Deutsche Automobil Club ( DDAC ) - nichttragbare Teilnehmerplakette - " D.D.A.C. Gau 15 Westmark Jahreswertung 1936 "

Die vorliegende nichttragbare Teilnehmerplakette des Deutschen Automobil Clubs (DDAC) aus dem Jahr 1936 repräsentiert ein bedeutendes Zeugnis der nationalsozialistischen Gleichschaltungspolitik im Bereich der Automobilverbände während des Dritten Reiches. Diese Plakette wurde für die Jahreswertung 1936 im Gau 15 Westmark ausgegeben und dokumentiert die organisatorische Struktur sowie die propagandistische Durchdringung des deutschen Automobilwesens in der Vorkriegszeit.

Der DDAC entstand am 7. April 1933 durch die zwangsweise Verschmelzung mehrerer traditioneller deutscher Automobilclubs, darunter der ehrwürdige Allgemeine Deutsche Automobil-Club (ADAC), der bereits seit 1903 bestanden hatte. Diese Gleichschaltung war Teil der systematischen nationalsozialistischen Umgestaltung aller gesellschaftlichen Organisationen nach dem Führerprinzip. Der DDAC wurde dem Nationalsozialistischen Kraftfahrkorps (NSKK) unterstellt und diente fortan nicht nur automobilsportlichen, sondern vor allem ideologischen und wehrsportlichen Zwecken.

Die Gliederung des DDAC erfolgte nach dem nationalsozialistischen Gausystem. Der Gau 15 Westmark umfasste das Saarland und angrenzende Gebiete der Pfalz. Diese Region hatte nach der Rückgliederung des Saarlandes an das Deutsche Reich durch die Volksabstimmung vom 13. Januar 1935 besondere propagandistische Bedeutung für das NS-Regime. Die Jahreswertung 1936 fand somit in einer Phase statt, in der die nationalsozialistische Durchdringung dieser “heimgekehrten” Region intensiv vorangetrieben wurde.

Das Jahr 1936 war für die nationalsozialistische Propaganda von herausragender Bedeutung. Die Olympischen Sommerspiele in Berlin sollten die vermeintliche Überlegenheit des nationalsozialistischen Systems demonstrieren. Gleichzeitig intensivierte das Regime seine Aufrüstungspolitik, wobei die Motorisierung und die Förderung des Kraftfahrwesens eine zentrale Rolle spielten. Der DDAC organisierte zahlreiche Veranstaltungen, Wertungsfahrten und Zuverlässigkeitsprüfungen, die sowohl sportlichen als auch wehrsportlichen Charakter hatten.

Die technische Ausführung der Plakette ist charakteristisch für die Produktionen dieser Zeit. Die Herstellung erfolgte durch L.Chr.Lauer Nürnberg-Berlin, eine renommierte Firma für Metallwaren und Abzeichen. Das Unternehmen Lauer war einer der bedeutendsten Hersteller von Orden, Ehrenzeichen und Plaketten im Dritten Reich und produzierte sowohl staatliche Auszeichnungen als auch Abzeichen für Parteiorganisationen und angeschlossene Verbände. Die Verwendung von Feinzink mit Tönung und teilweiser blauer Lackierung im Zentrum war eine kostengünstige, aber qualitativ hochwertige Fertigungsmethode, die eine massenhafte Produktion solcher Erinnerungsstücke ermöglichte.

Mit einem Durchmesser von 90 mm handelt es sich um eine verhältnismäßig große Plakette, die aufgrund der zwei Bohrungen vermutlich zur dauerhaften Montage an Fahrzeugen, in Klubräumen oder an anderen repräsentativen Orten gedacht war. Der Begriff “nichttragbar” unterscheidet sie von den zahlreichen tragbaren Abzeichen und Anstecknadeln, die ebenfalls vom DDAC ausgegeben wurden.

Die Jahreswertungen des DDAC waren mehrtägige Veranstaltungen, bei denen die Teilnehmer ihre fahrerischen Fähigkeiten und die Zuverlässigkeit ihrer Fahrzeuge unter Beweis stellen mussten. Sie dienten nicht nur der Förderung des Automobilsports, sondern auch der wehrsportlichen Ertüchtigung der Teilnehmer. Die erfolgreiche Teilnahme wurde mit solchen Plaketten honoriert, die den Besitzern als Nachweis ihrer Leistung und Verbundenheit mit der Organisation dienten.

Nach Kriegsende 1945 wurde der DDAC durch die alliierten Besatzungsmächte als nationalsozialistische Organisation aufgelöst. Seine Funktionen wurden später teilweise vom neu gegründeten ADAC übernommen, der bewusst an die demokratischen Traditionen der Vorkriegszeit anknüpfte und sich von der NS-Vergangenheit des DDAC distanzierte.

Heute stellen Objekte wie diese Teilnehmerplakette wichtige zeitgeschichtliche Dokumente dar. Sie illustrieren die umfassende Durchdringung aller Lebensbereiche durch die nationalsozialistische Ideologie und das ausgeklügelte System von Belohnungen und Auszeichnungen, mit dem das Regime Loyalität und Engagement förderte. Für Historiker und Sammler sind solche Stücke wertvolle Quellen zum Verständnis der Alltagskultur und Organisationsstrukturen des Dritten Reiches.