Nationalsozialistischer Reichskriegerbund ( NSRKB ) Brustadler
Der Nationalsozialistischer Reichskriegerbund (NSRKB) war eine bedeutende Organisation innerhalb des nationalsozialistischen Systems, die die Interessen ehemaliger Soldaten vertrat und diese in die NS-Ideologie einband. Der hier beschriebene Brustadler aus Aluminium mit der Herstellermarkierung “ges.gesch 1” (gesetzlich geschützt) stellt ein charakteristisches Abzeichen dieser Organisation dar.
Der NSRKB entstand 1938 durch die Umwandlung des Kyffhäuserbundes, der traditionsreichen deutschen Veteranenorganisation, die seit 1900 bestand. Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde der Kyffhäuserbund zunehmend gleichgeschaltet und schließlich vollständig in den NSRKB überführt. Diese Transformation symbolisierte die systematische Vereinnahmung traditioneller Veteranenverbände durch das NS-Regime.
Die Hauptaufgabe des NSRKB bestand darin, ehemalige Soldaten des Ersten Weltkriegs und andere Veteranen ideologisch zu betreuen und für die Ziele des Nationalsozialismus zu mobilisieren. Die Organisation spielte eine wichtige Rolle bei der Militarisierung der deutschen Gesellschaft und der Vorbereitung auf den kommenden Krieg. Unter der Führung von Wilhelm Reinhard und später anderen NS-Funktionären wuchs die Mitgliederzahl erheblich.
Der Brustadler als Organisationsabzeichen wurde auf der Uniform über der rechten Brusttasche getragen. Die Ausführung in Aluminium war typisch für viele NS-Organisationsabzeichen, da dieses Material kostengünstig, leicht zu bearbeiten und in großen Mengen verfügbar war. Die Herstellermarkierung “ges.gesch 1” deutet auf einen geschützten Entwurf hin, wobei verschiedene Hersteller berechtigt waren, diese Abzeichen nach vorgegebenen Spezifikationen zu produzieren.
Das Design des NSRKB-Adlers folgte der typischen nationalsozialistischen Ikonographie: Der Hoheitsadler mit ausgebreiteten Schwingen, der das Hakenkreuz in seinen Fängen hält, symbolisierte die Verbindung von militärischer Tradition und NS-Ideologie. Diese Symbolik sollte die Kontinuität zwischen dem alten deutschen Militarismus und dem neuen Regime suggerieren.
Die Mitglieder des NSRKB trugen verschiedene Uniformteile und Abzeichen, die ihre Zugehörigkeit zur Organisation kennzeichneten. Neben dem Brustadler gehörten dazu auch spezielle Mützenabzeichen, Armbinden und andere Ausrüstungsgegenstände. Die genauen Tragevorschriften waren in den Uniformbestimmungen der Organisation festgelegt.
Der NSRKB organisierte zahlreiche Veranstaltungen, darunter Kameradschaftstreffen, militärische Gedenkfeiern und propagandistische Aufmärsche. Die Organisation diente auch der sozialen Betreuung alter Soldaten und deren Familien, wobei diese Fürsorge stets mit ideologischer Indoktrination verbunden war. Während des Zweiten Weltkriegs unterstützte der NSRKB die Kriegsanstrengungen durch verschiedene Aktivitäten an der Heimatfront.
Die Herstellung von Organisationsabzeichen wie diesem Brustadler erfolgte durch verschiedene spezialisierte Firmen im gesamten Deutschen Reich. Die Qualität und Ausführung konnte variieren, wobei frühere Stücke oft eine bessere Verarbeitung aufwiesen als spätere Kriegsproduktionen. Der Zustand 2 dieses Exemplars deutet auf eine gut erhaltene Prägung mit geringen Gebrauchsspuren hin.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde der NSRKB zusammen mit allen anderen NS-Organisationen aufgelöst. Die Abzeichen und Symbole wurden Teil der historischen Überlieferung und dienen heute als Studienobjekte für die Erforschung des Nationalsozialismus. In Deutschland unterliegen viele NS-Symbole heute gesetzlichen Beschränkungen, wobei ihre Verwendung zu wissenschaftlichen, historischen oder aufklärerischen Zwecken zulässig ist.
Solche Objekte besitzen heute ausschließlich historischen und dokumentarischen Wert. Sie erinnern an eine dunkle Periode deutscher Geschichte und dienen als materielle Zeugnisse der systematischen Organisation und Ideologisierung der Gesellschaft im Dritten Reich. Für Historiker und Sammler militärhistorischer Objekte bieten sie Einblick in die materielle Kultur des Nationalsozialismus und die Strukturen seiner Massenorganisationen.