Preußen Paar Epauletten für den Waffenrock für einen Oberleutnant im Infanterie-Regiment Großherzog Friedrich Franz II. von Mecklenburg-Schwerin (1. Rheinisches) Nr. 25

Standort Neu-Ruppin, um 1910. Zustand 2.
438941
450,00

Preußen Paar Epauletten für den Waffenrock für einen Oberleutnant im Infanterie-Regiment Großherzog Friedrich Franz II. von Mecklenburg-Schwerin (1. Rheinisches) Nr. 25

Die vorliegenden Epauletten eines Oberleutnants des Infanterie-Regiments Nr. 25 repräsentieren ein bedeutendes Zeugnis der preußischen Militärgeschichte im frühen 20. Jahrhundert. Das Regiment, das den Ehrennamen Großherzog Friedrich Franz II. von Mecklenburg-Schwerin (1. Rheinisches) trug, war in Neu-Ruppin stationiert und gehörte zur traditionsreichen Armee des Deutschen Kaiserreichs.

Das Infanterie-Regiment Nr. 25 wurde ursprünglich 1813 während der Befreiungskriege gegen Napoleon aufgestellt. Es war Teil des III. Armee-Korps und hatte seinen Garnisonsstandort in der brandenburgischen Stadt Neu-Ruppin. Die Verleihung des Namens des mecklenburgischen Großherzogs unterstrich die föderale Struktur des Deutschen Reiches, in der die verschiedenen Bundesfürsten als Inhaber oder Chefs von Regimentern geehrt wurden. Diese Tradition diente sowohl der Bindung der Teilstaaten an Preußen als auch der Stärkung des Korpsgeists innerhalb der Einheiten.

Die Epauletten waren ein wesentlicher Bestandteil der preußischen Offiziersuniform und dienten als Rangabzeichen. Sie wurden am Waffenrock getragen, der Paradeuniform für offizielle Anlässe, Inspektionen und feierliche Veranstaltungen. Im Gegensatz zur Felduniform, die für den praktischen Dienst konzipiert war, stellte der Waffenrock die repräsentative Kleidung des Offiziers dar.

Für einen Oberleutnant waren die Epauletten nach der Adjustierungsvorschrift der preußischen Armee genau festgelegt. Sie bestanden typischerweise aus einem gevlochten Feld mit silberner Umrandung bei der Infanterie. Der Oberleutnant als mittlerer Offiziersrang stand zwischen dem Leutnant und dem Hauptmann und war häufig als Kompanieführer oder Adjutant eingesetzt. Die Epauletten des Oberleutnants unterschieden sich von denen des Leutnants durch zusätzliche Rangsterne auf dem Schulterklappen-Feld.

Die Datierung um 1910 ordnet diese Epauletten in die späte Phase des Deutschen Kaiserreichs ein, wenige Jahre vor dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs 1914. Dies war eine Zeit, in der die preußische Armee ihre traditionelle Uniformierung noch weitgehend beibehielt, obwohl bereits Diskussionen über praktischere Felduniformen im Gange waren. Die prachtvollen Paradeuniformen mit ihren aufwendigen Epauletten repräsentierten das Selbstverständnis des kaiserlichen Offizierskorps und die militärische Tradition Preußens.

Das 1. Rheinische Infanterie-Regiment Nr. 25 nahm an zahlreichen bedeutenden militärischen Ereignissen teil. Während der preußisch-österreichischen Auseinandersetzungen, des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71 und später im Ersten Weltkrieg schrieb das Regiment Geschichte. Die Offiziere, die solche Epauletten trugen, waren oft Angehörige des preußischen Adels oder des gehobenen Bürgertums, wobei gegen Ende des Kaiserreichs zunehmend auch bürgerliche Offiziere in höhere Ränge aufstiegen.

Die Herstellung solcher Epauletten erfolgte durch spezialisierte Militäreffektenhändler und Posamentenmacher. Die Qualität der Verarbeitung war ein Zeichen für den Status des Trägers, und Offiziere investierten oft erhebliche Summen in ihre Uniformausstattung. Die Materialien umfassten Metallgespinste, meist versilbert oder vergoldet, sowie geflochtene Schnüre und oft mit Rangsternen aus Metall.

Nach 1918 und dem Ende des Kaiserreichs verloren diese prächtigen Uniformteile ihre aktive Verwendung. Die Weimarer Republik führte schlichtere Uniformen ein, und die Epauletten wurden zu Erinnerungsstücken einer vergangenen Epoche. Heute sind sie wichtige historische Artefakte, die Einblick in die militärische Kultur, Hierarchie und Ästhetik des Deutschen Kaiserreichs geben.

Die Erhaltung im Zustand 2 deutet auf eine gut erhaltene Qualität hin, was bei über hundert Jahre alten Textil- und Metallobjekten bemerkenswert ist. Solche Stücke sind für Sammler, Museen und Historiker von großem Interesse, da sie materielle Zeugnisse einer prägenden Epoche deutscher Geschichte darstellen.

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