Wehrmacht Portraitfoto, Soldat im Infanterie Rgt.9

Postkartengröße, Zustand 2.
400041
10,00

Wehrmacht Portraitfoto, Soldat im Infanterie Rgt.9

Das Infanterie-Regiment 9 der Wehrmacht gehörte zu den traditionsreichen Einheiten der deutschen Streitkräfte mit Wurzeln, die bis in die preußische Armee zurückreichten. Portraitfotografien wie die vorliegende in Postkartengröße waren während des Zweiten Weltkriegs ein allgegenwärtiges Medium, durch das Soldaten ihre Verbindung zu Familie und Heimat aufrechterhielten.

Das Infanterie-Regiment 9 wurde 1935 im Zuge der Wiederaufrüstung der Wehrmacht in Potsdam aufgestellt und war Teil der 23. Infanterie-Division. Die Einheit konnte ihre Tradition auf das ehemalige preußische Infanterie-Regiment Graf Bülow von Dennewitz (6. Westfälisches) Nr. 55 zurückführen. Die Garnison befand sich in Potsdam, einer Stadt mit starker militärischer Tradition.

Während des Kriegsverlaufs war das Regiment an zahlreichen Feldzügen beteiligt. Im Polenfeldzug 1939 kämpfte die 23. Infanterie-Division im Rahmen der 3. Armee in Ostpreußen. Anschließend nahm die Division am Westfeldzug 1940 teil, wo sie durch Belgien und Nordfrankreich vorrückte. Ab 1941 wurde das Regiment an der Ostfront eingesetzt, zunächst im Rahmen des Unternehmens Barbarossa als Teil der Heeresgruppe Nord. Die Einheit kämpfte in den Kesselschlachten um Demjansk und Cholm sowie in den zermürbenden Stellungskämpfen des späteren Kriegsverlaufs.

Die Praxis, Portraitfotografien in Uniform anfertigen zu lassen, war tief in der deutschen Militärtradition verwurzelt. Soldaten ließen sich typischerweise zu verschiedenen Anlässen fotografieren: bei der Einberufung, nach dem Abschluss der Grundausbildung, bei Beförderungen oder vor dem Fronteinsatz. Diese Aufnahmen wurden in professionellen Fotostudios oder durch Regimentsfotografen angefertigt. Das Postkartenformat (etwa 9 x 14 cm) war besonders populär, da es sowohl zum Versenden als auch zum Aufbewahren in Familienalben geeignet war.

Die Fotografien zeigten die Soldaten üblicherweise in ihrer besten Uniform, oft der Ausgehuniform, mit allen Abzeichen und Auszeichnungen. Für Angehörige des Infanterie-Regiments 9 bedeutete dies die Standardfeldbluse der Wehrmacht mit dem charakteristischen Waffenfarbenabzeichen in Weiß, der Waffenfarbe der Infanterie, und der Schulterklappe mit der Regimentsnummer 9. Oft trugen die Soldaten auch das Infanterie-Sturmabzeichen oder andere Kampfauszeichnungen, falls bereits verdient.

Diese Fotografien erfüllten mehrere wichtige Funktionen: Sie dienten als Erinnerungsstücke für die Familie, als Dokumente der militärischen Laufbahn und als Ausdruck des soldatischen Selbstverständnisses. Für viele Familien waren diese Bilder oft die letzten Aufnahmen gefallener Angehöriger und wurden zu kostbaren Erinnerungen. Die Rückseite der Aufnahmen enthielt häufig handschriftliche Widmungen, Datierungen oder Angaben zum Standort.

Aus militärhistorischer Perspektive sind solche Fotografien heute wertvolle Quellen für die Uniformkunde, Sozialgeschichte und Alltagsgeschichte des Zweiten Weltkriegs. Sie dokumentieren die Entwicklung von Uniformen, Abzeichen und Ausrüstung über die Kriegsjahre hinweg. Die unterschiedliche Qualität der Fotografien und der Uniformen spiegelt auch die wirtschaftliche Entwicklung und die zunehmenden Materialengpässe im Deutschen Reich wider.

Das Infanterie-Regiment 9 erlitt im Verlauf des Krieges erhebliche Verluste, besonders während der schweren Kämpfe an der Ostfront. Die 23. Infanterie-Division wurde mehrfach aufgefrischt und reorganisiert. Gegen Ende des Krieges befand sich die Division im Baltikum und in Ostpreußen, wo sie in den letzten Kämpfen eingesetzt wurde.

Heute sind solche Photographien wichtige Bestandteile militärhistorischer Sammlungen und Archive. Sie helfen Forschern, die Uniformierung, Organisation und das tägliche Leben der Wehrmacht-Soldaten zu rekonstruieren. Gleichzeitig sind sie bewegende persönliche Dokumente, die an die individuellen Schicksale der Millionen Menschen erinnern, die in den Krieg zogen.