Deutsches Kreuz in Gold großer Nachlass aus dem Besitz von SS-Hauptscharführer Karl Paar, SS-Regiment "Der Führer", Division "Götz von Berlichingen", "SS-Regiment Radolfszell 

Es handelt sich hierbei um das Ordenskissen aus dem Besitz von SS-Hauptscharführer Karl Paar, der sowohl im SS-Regiment “Der Führer”, während der Invasion 1944 bei der Division "Götz von Berlichingen" diente, zu Kriegsende beim SS-Regiment “Radolfzell”, welches aus den Angehörigen der SS-Unterführerschule Radolfzell aufgestellt wurde. Auf dem Ordenskissen befinden sich insgesamt 27 Auszeichnungen, Abzeichen, Mitgliedsnadeln und Ärmelbänder, aufgesteckt auf ein ein rechteckiges Ordenskissen aus grünem Samt. Weiterhin einige Dokumente und Fotos von Paar. Auf dem Ordenskissen befinden sich die folgenden Auszeichnungen:
1. Deutsches Kreuz in Gold, schwere Fertigung der Fa. Godet, rückseitig mit 6 Nieten, auf der Unterseite der Nadel mit Herstellerbezeichnung "21". Deutlich getragenes Stück mit leichtem Emailleschaden auf dem Hakenkreuz. Es handelt sich um eine frühe Fertigung um 1941, die Verleihung an SS-Hauptscharführer Paar erfolgt aber erst am 28.2.1945. Sehr wahrscheinlich wurde ihm vom Regimentskommandeur ein getragenes Stück verliehen.
2. SS-Dienstauszeichnung für 8 Dienstjahre, Buntmetallausführung, ohne Band.
3. Nahkampfspange in Bronze, Feinzink bronziert, rückseitig mit Herstellerbezeichnung "Fec. W.E. Peekhaus Berlin - AG.M.u.K. Gablonz". Getragen, Zustand 2.
4. Nahkampfspange in Silber, Ausführung 1957, Buntmetall versilbert, Zustand 2+.
5. Nahkampfspange in Gold, Ausführung 1957, Buntmetall vergoldet, Zustand 2+. Paar ist nicht im Buch über die Träger der Nahkampfspange in Gold verzeichnet. Bis zum 26.12.1944 hatte er bereits 32 bestätigte Nahkampftage, die weiteren Nahkampftage müssen dann bis zum Kriegsende 19452 erfolgt sein.
6. Eisernes Kreuz 1939 1. Klasse, ohne Hersteller. Getragen, ZUstand 2.
7. Eisernes Kreuz 1939 2. Klasse, ohne Band, Zustand 2.
8. Infanteriesturmabzeichen in Silber, Feinzink, rückseitig mit Hersteller "L/61", getragen, Zustand 2.
9. Medaille Winterschlacht im Osten, am Band, Zustand 2.
10. Kriegsverdienstkreuz 1939 2. Klasse mit Schwertern, ohne Band, Zustand 2.
11. Verwundetenabzeichen 1939 in Schwarz, Buntmetall geschwärzt, rückseitig mit Herstellerbezeichnung “L/11” für Wilhelm Deumer, Lüdenscheid, Zustand 2.
12. Verwundetenabzeichen 1939 in Silber, Buntmetallausführung, leicht getragen, Zustand 2.
13. Verwundetenabzeichen 1939 in Gold Auführung 1957, seine letzten Verwundungen müssen auch im Frühjahr 1945 erfolgt sein.
14. Kraftfahrbewährungsabzeichen in Bronze ohne Tuchunterlage, Zustand 2.
15. Ehrenzeichen der Einsatzstaffel der Deutschen Mannschaft in Kroatien in Silber. Hohlgeprägt, Zustand 2.
16. Österreich 1945 Kriegsversehrtenverband silberne Verdienstmedaille, am österreichischen Dreiecksband.
17. Ordensminiatur Nadel Modell 1957 mit 7 Auszeichnungen: Deutsches Kreuz in Gold, EK 1. und 2. Klasse, Verwundetenabzeichen in Gold, Winterschlachtmedaille, Nahkampfspange in Gold.
18. Ordensminiaturkettchen Ausführung 1957mit den gleichen Auszeichnungen.
19. Gruppe von 7 Anstecknadeln, darunter Zivilnadel HIAG Division "Der Führer", SS-Mitgliedsnadel, ohne Hersteller, etc.
20. 2 Ärmelbänder "Der Führer" und "Götz von Berlichingen", beide Fertigungen nach 1945.
21. ein kleines Portraitfoto von Paar, noch als Mannschaftsdienstgrad, wohl im Frankreichfeldzug 1940 mit Stahlhelm.
22. Bestätigungsschreiben "Nahkampftage für Paar, Karl" mit 32 bestätigten Nahkampftagen von 1943 bis zum 26.12.1944. Darunter 6 Nahkampftage im August 1944 in Frankreich als Angehöriger der III./SS-Panzergrenadier-Regiment 38, 17. SS-Panzergrenadierdivision "Götz von Berlichingen". Weitere 8 Nahkampftage im Dezember 1944 bei der Ardennenoffensive. Abschrift, ausgestellt von der SS-Unterführerschule Radolfszell, Anfang 1945.
23. Großes Portraitfoto um 1938 als Angehöriger der SS-Totenkopfstandarten, SS-Totenkopf Hundertschaft 11 in schwarzer Uniform.
24. Ein weiteres kleines Portraitfoto um 1938 als Angehöriger der SS-Totenkopfstandarten, SS-Totenkopf Hundertschaft 11 in schwarzer Uniform für einen Ausweis. Rückseitig mit Stempel "Schnell-Photo Trude Schachner Salzburg..", mit eigenhändiger Unterschrift "Paar Karl".
25. Foto aus dem Westfeldzug 1940 als Mannschaftsdienstgrad in Feldbluse M 40 ohne Kragenspiegel, mit Stahlhelm M 35. (die gleiche Aufnahme wie auf dem Ordenskissen).
26.Hochzeitsfoto als SS-Hauptscharführer und Spieß im Regiment "Der Führer" mit Ärmelband, EK 1 und 2.Klasse, Infanteriesturmabzeichen und Verwundetenabzeichen in Silber. Rückseitig mit Stempel Fotostudio in Salzburg.
27. Zuletzt noch ein Farbfoto von der Beerdigung von Paar am 20. Juli 1984: ein Kamerad, ebenfalls dekoriert mit dem Deutschen Kreuz in Gold, genau dieses Ordenskissen haltend ! Rückseitig beschriftet "20. Juni 84 Kam. Baumgartner mit dem Ordenskissen von Karl Paar".

Ein historisch unglaublich vollständig erhaltener Nachlaß eines SS Unterführers, der von 1938 bis 1945 gedient hat. Nach seinem Einsatz an der Invasionsfront im August 1944 wurde Paar als Ausbilder zur SS-Unterführerschule Radolfzell kommandiert. Aus der Schule wurde im November 1944 noch das SS-Regiment Radolfzell gebildet, welches im Dezember 1945 bei den schweren Kämpfen um Colmar im Elsass eingesetzt war. Wahrscheinlich war Paar in Salzburg geboren, wo er auch geheiratet hat und nach dem Krieg lebte.

28. Dazu noch aus der Nachkriegszeit ein Haushaltsausweis der Stadt Salzburg für Karl Paar.




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Deutsches Kreuz in Gold großer Nachlass aus dem Besitz von SS-Hauptscharführer Karl Paar, SS-Regiment "Der Führer", Division "Götz von Berlichingen", "SS-Regiment Radolfszell 

Das Deutsches Kreuz in Gold, auch bekannt als Kriegsorden des Deutschen Kreuzes in Gold, stellt eine der bedeutendsten Auszeichnungen des Zweiten Weltkriegs dar. Durch Führererlass vom 28. September 1941 von Adolf Hitler gestiftet, sollte diese Dekoration eine wesentliche Lücke im bestehenden Auszeichnungssystem schließen. Zwischen dem Eisernen Kreuz Erster Klasse, das für Tapferkeitshandlungen verliehen wurde, und dem Ritterkreuz, einer außerordentlich hohen Auszeichnung, existierte ein Bereich herausragender militärischer Leistungen, die eine angemessene Würdigung erforderten. Das Deutsche Kreuz wurde geschaffen, um diese Lücke zu überbrücken und Leistungen anzuerkennen, die das Eiserne Kreuz Erster Klasse übertrafen, jedoch die strengen Kriterien für das Ritterkreuz nicht erfüllten.

Die Auszeichnung wurde in zwei Stufen verliehen: in Gold für wiederholte Tapferkeitshandlungen oder herausragende Leistungen im Kampf, und in Silber für besondere nichtkombattante Kriegsdienste. Eine spezielle Stufe des Deutschen Kreuzes in Gold mit Brillanten wurde 1942 in zwanzig Exemplaren hergestellt, jedoch niemals offiziell gestiftet oder verliehen. Die erste Verleihung des Deutschen Kreuzes erfolgte am 18. Oktober 1941. Insgesamt wurden 24.328 Deutsche Kreuze in Gold verliehen, was die hohen Anforderungen für diese Auszeichnung verdeutlicht.

Die physische Gestaltung des Deutschen Kreuzes in Gold verkörperte die symbolische Bedeutung der Auszeichnung. Der achtspitzige Bruststern maß etwa 63 Millimeter im Durchmesser und wies ein komplexes Design auf. Im Zentrum befand sich ein 21,5 Millimeter großes schwarzes emailliertes Hakenkreuz mit silberner Umrandung, platziert auf einer silbernen Scheibe mit roter Bordüre. Darüber war ein 39 Millimeter großer goldener Lorbeerblattkranz montiert. Am unteren Ende des Kranzes befand sich ein quadratisches Feld mit der eingeprägten Jahreszahl 1941. Die Rückseite zeigte vier oder sechs Nieten sowie die Herstellermarkierung auf der Nadel.

Die Fertigung erfolgte durch verschiedene Manufakturen, wobei frühe Exemplare aus Tombak hergestellt wurden und 60 bis 70 Gramm wogen. Spätere Versionen wurden aus Cupal, einer kupferplattierten Aluminiumlegierung, gefertigt und wogen zwischen 45 und 55 Gramm. Die Firma Gebrüder Godet & Co. aus Berlin, mit dem Herstellercode “21”, produzierte schwere frühe Ausführungen mit sechs Nieten, die etwa 69 bis 70 Gramm wogen. Das Hakenkreuz war emailliert, was die aufwendige Handwerkskunst dieser Auszeichnung unterstreicht.

Für den Kampfeinsatz existierte eine Stoffversion mit metallischem Kranz und Stoffhintergrund in der Uniformfarbe: feldgrau für Heer und Waffen-SS, blaugrau für die Luftwaffe, marineblau für die Kriegsmarine und schwarz für Panzertruppen. Diese praktische Variante ermöglichte das Tragen im Gefecht ohne Beschädigung des wertvollen Originalstücks.

Die Verleihungskriterien waren streng definiert. Der Träger musste bereits Inhaber des Eisernen Kreuzes (1939) Erster Klasse oder der Spange zum Eisernen Kreuz 1914 Erster Klasse, beziehungsweise des Kriegsverdienstkreuzes Erster Klasse mit Schwertern sein. Als Faustregel galten sechs bis acht Tapferkeitshandlungen. Die Auszeichnung rangierte höher als das Eiserne Kreuz Erster Klasse, aber unterhalb des Ritterkreuzes des Eisernen Kreuzes. Ab dem 30. August 1944 wurden Träger der Nahkampfspange in Gold normalerweise auch mit dem Deutschen Kreuz in Gold ausgezeichnet.

SS-Hauptscharführer Karl Paar erhielt das Deutsche Kreuz in Gold am 28. Februar 1945. Seine militärische Laufbahn führte ihn durch mehrere Einheiten: das SS-Regiment “Der Führer” (Teil der 2. SS-Division “Das Reich”), während der Invasion 1944 zur 17. SS-Panzergrenadier-Division “Götz von Berlichingen”, und zum Kriegsende zum SS-Regiment Radolfzell, das aus der SS-Unterführerschule Radolfzell gebildet wurde. Die 17. SS-Division wurde im Juni 1944 in die Normandie verlegt, führte Gegenangriffe gegen die US 82. und 101. Luftlandedivision durch und war bis Juli 1944 praktisch aufgerieben. Das SS-Regiment Radolfzell wurde im November 1944 aus der SS-Unterführerschule Radolfzell formiert und im Raum Kolmar eingesetzt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg war das Tragen des Deutschen Kreuzes zunächst vollständig verboten. Mit dem Gesetz über Titel, Orden und Ehrenzeichen von 1957 wurde das Tragen in entnazifizierter Form erlaubt, wobei das Hakenkreuz durch das traditionelle Eiserne Kreuz ersetzt wurde. Berechtigte Bundeswehrangehörige trugen die Auszeichnung am Ordensband als kleine Nachbildung auf feldgrauem Band. Das spezifische Kreuz aus Paars Nachlass verblieb bis zu seinem Tod im Jahr 1984 in seinem Besitz. Zu den bemerkenswerten Trägern der Auszeichnung gehörte Graf Claus von Stauffenberg, der sie am 8. Mai 1943 erhielt.

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