Österreich K.u.K. Monarchie Jägerhut Modell 1892 für Offiziere im Feldjägerbataillon Nr. 28

Eigentumsstück um 1900. Hohe schwarzer Filzhut mit beledertem Rand, vorne aufgesteckt das "Horn-Emblem" für die Feldjägerbataillone mit der Nummer «28», komplett mit der goldenen Hutschnur für Offiziere (diese ist außen oxidiert, auf der Rückseite noch golden) und dem schwarzen Hahnen-Federbusch. Innen mit braunem Schweißband mit Banddurchzug und weißen Seidenfutter mit dem  Hersteller «Zimbler, Wien ...». Gr. ca. 58. Zustand 2.

https://de.wikipedia.org/wiki/K.u.k._Feldjäger
487742
1.650,00

Österreich K.u.K. Monarchie Jägerhut Modell 1892 für Offiziere im Feldjägerbataillon Nr. 28

Der Jägerhut Modell 1892 für Offiziere der k.u.k. Feldjägerbataillone repräsentiert einen bedeutenden Bestandteil der österreichisch-ungarischen Militäruniformierung zur Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert. Dieses charakteristische Kopfbedeckungsstück verkörpert die traditionsreiche Geschichte der Feldjäger innerhalb der Habsburgermonarchie und deren besondere Stellung als Elite-Infanterieeinheiten.

Die Feldjägerbataillone der k.u.k. Armee entstanden aus den historischen Jägertraditionen der österreichischen Militärgeschichte. Ihre Wurzeln reichen zurück bis ins 18. Jahrhundert, als leichte Infanterieverbände für den Gefechts- und Aufklärungsdienst im schwierigen Gelände aufgestellt wurden. Die moderne Organisation der Feldjäger wurde durch die Heeresreform von 1868 etabliert, welche die Streitkräfte der Doppelmonarchie grundlegend reorganisierte.

Das Feldjägerbataillon Nr. 28 war eines von insgesamt 32 Feldjägerbataillonen, die bis zum Ersten Weltkrieg in der k.u.k. Armee existierten. Diese Bataillone waren über das gesamte Territorium der Monarchie verteilt und rekrutierten ihre Mannschaften aus verschiedenen Kronländern. Das Bataillon Nr. 28 hatte seine Ergänzungsbezirke in den österreichischen Alpenländern, was der Tradition entsprechend für Jägereinheiten typisch war, da man Gebirgsbewohner als besonders geeignet für den leichten Infanteriedienst ansah.

Der Jägerhut Modell 1892 wurde durch kaiserliche Verordnung als Bestandteil der Adjustierung für Feldjägeroffiziere eingeführt. Seine charakteristische Form mit dem hohen schwarzen Filzkörper und dem aufgeschlagenen Rand unterschied die Feldjäger deutlich von anderen Waffengattungen der k.u.k. Armee. Der belederter Rand diente nicht nur ästhetischen Zwecken, sondern bot praktischen Schutz vor Witterungseinflüssen und erhöhte die Haltbarkeit der Kopfbedeckung.

Das markanteste Merkmal des Jägerhutes war das vorne aufgesteckte Horn-Emblem, das traditionelle Abzeichen der Jägerverbände. Dieses Symbol, dessen Ursprünge in der Jagdtradition liegen, wurde ergänzt durch die jeweilige Bataillonsnummer – in diesem Fall die “28”. Diese Nummerierung ermöglichte die sofortige Identifikation der Truppenzugehörigkeit und förderte den Korpsgeist innerhalb der Einheit.

Die goldene Hutschnur war ein wesentliches Distinktionsmerkmal, das Offiziere von Unteroffizieren und Mannschaften unterschied. Während Offiziere goldene Schnüre trugen, verwendeten Unteroffiziere silberne und Mannschaften einfache schwarze Kordeln. Diese Schnüre wurden nach präzisen Vorschriften der k.u.k. Adjustierungsvorschriften gefertigt und angebracht. Die Oxidation der Goldschnur im Laufe der Zeit ist ein typisches Alterungsmerkmal dieser historischen Uniformstücke.

Der schwarze Hahnenfederbusch war ein weiteres charakteristisches Element des Jägerhutes. Die Verwendung von Hahnfedern hatte sowohl praktische als auch repräsentative Gründe. Die schwarze Färbung korrespondierte mit der traditionellen Farbe der Jägeruniformen und verlieh der Kopfbedeckung eine martialische Eleganz. Bei Paraden und feierlichen Anlässen trug der Federbusch erheblich zur imposanten Erscheinung der Offiziere bei.

Die Innenaustattung des Hutes folgte den Standards der k.u.k. Adjustierung. Das braune Schweißband mit Banddurchzug ermöglichte eine individuelle Anpassung an die Kopfgröße des Trägers. Das weiße Seidenfutter war typisch für Offiziersqualität und unterschied sich deutlich von der einfacheren Ausstattung der Mannschaftskopfbedeckungen.

Der Hersteller Zimbler in Wien gehörte zu den renommierten Adjustierungslieferanten der k.u.k. Monarchie. Die Wiener Adjustierungsindustrie hatte im späten 19. Jahrhundert internationalen Ruf und belieferte nicht nur die österreichisch-ungarischen Streitkräfte, sondern exportierte auch in andere europäische Armeen. Die Zunft der militärischen Ausstatter in Wien unterlag strengen Qualitätskontrollen und musste präzise Spezifikationen einhalten.

Die Feldjägerbataillone spielten im Ersten Weltkrieg eine bedeutende Rolle. Sie wurden an allen Fronten der Monarchie eingesetzt – vom Kampf in den Karpaten über die Isonzoschlachten bis zu den Kämpfen in Südtirol. Ihre Ausbildung als leichte Infanterie prädestinierte sie für anspruchsvolle taktische Aufgaben, insbesondere im Gebirgskrieg.

Nach dem Zusammenbruch der Habsburgermonarchie 1918 wurden die Feldjägerbataillone aufgelöst. Ihre Traditionen lebten teilweise in den Nachfolgearmeen der Nachfolgestaaten weiter, insbesondere im österreichischen Bundesheer der Ersten Republik. Heute sind Uniformstücke wie der Jägerhut Modell 1892 gesuchte Sammlerobjekte und wichtige Zeugnisse der mitteleuropäischen Militärgeschichte. Sie dokumentieren nicht nur die technische Entwicklung der Uniformierung, sondern auch die gesellschaftlichen Strukturen und die militärische Kultur der untergegangenen Donaumonarchie.

r