Preußen 1. Weltkrieg Einzel Schulterstück feldgrau für einen Leutnant Kraftfahrtruppen

Um 1917. Feldgraues Geflecht mit schwarz-weißen Durchzügen, aufgelegt in Eisen bronziert die Chiffre «K», weiße Tuchunterlage mit Schlaufe. Getragen. Zustand 2-.
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150,00

Preußen 1. Weltkrieg Einzel Schulterstück feldgrau für einen Leutnant Kraftfahrtruppen

Das vorliegende Schulterstück repräsentiert ein authentisches Ausrüstungselement eines preußischen Leutnants der Kraftfahrtruppen aus dem Ersten Weltkrieg, datierend um das Jahr 1917. Schulterstücke, auch Achselstücke oder Epauletten genannt, bildeten einen wesentlichen Bestandteil der militärischen Uniformierung und dienten der unmittelbaren Erkennung von Truppengattung und Dienstgrad.

Die Kraftfahrtruppen stellten eine verhältnismäßig junge Waffengattung innerhalb der preußischen und deutschen Streitkräfte dar. Mit der zunehmenden Motorisierung des Kriegswesens im frühen 20. Jahrhundert erkannte die militärische Führung die strategische Bedeutung motorisierter Einheiten. Bereits vor 1914 wurden erste Kraftfahrabteilungen aufgestellt, doch der industrialisierte Stellungskrieg des Ersten Weltkrieges beschleunigte ihre Entwicklung erheblich. Die Kraftfahrtruppen umfassten Lastkraftwagen-Kolonnen, Personenkraftwagen-Züge sowie spezialisierte technische Einheiten.

Das charakteristische Merkmal dieses Schulterstücks ist die feldgraue Ausführung mit schwarz-weißen Durchzügen. Die Einführung der feldgrauen Uniformierung erfolgte in Preußen und den anderen deutschen Staaten zwischen 1907 und 1910 und markierte einen fundamentalen Wandel in der Militärästhetik. Die traditionellen bunten Uniformen, die noch im 19. Jahrhundert dominierten, wichen der praktischen Tarnfarbe. Feldgrau bot bessere Tarnung im modernen Gefechtsfeld und entsprach den Anforderungen der mechanisierten Kriegsführung.

Die schwarz-weißen Durchzüge kennzeichneten die preußischen Truppen und verwiesen auf die historischen Landesfarben Preußens. Diese Farbkombination war seit den preußischen Reformen des frühen 19. Jahrhunderts fest etabliert und wurde auch in der feldgrauen Epoche beibehalten, wenngleich in dezenterer Form.

Die aufgelegte Chiffre “K” in bronziertem Eisen identifiziert eindeutig die Zugehörigkeit zu den Kraftfahrtruppen. Die Verwendung von Metallchiffren auf Schulterstücken folgte präzisen Vorschriften der Adjustierungsordnungen. Das bronzierte Eisen war eine kostengünstigere Alternative zu echten Bronzelegierungen und entsprach den Materialknappheiten, die sich im Verlauf des Krieges zunehmend verschärften. Ab 1916/17 wurden Buntmetalle kriegswichtig und für Munitionsproduktion reserviert, weshalb Ersatzmaterialien verwendet wurden.

Der Dienstgrad eines Leutnants wird durch die spezifische Machart des Schulterstücks angezeigt. Offiziere trugen Schulterstücke aus geflochtenem Material, während Mannschaften und Unteroffiziere einfachere Ausführungen hatten. Der Leutnant war der niedrigste Offiziersrang und bildete das Bindeglied zwischen den Unteroffizieren und der höheren Offiziershierarchie. In den technisch anspruchsvollen Kraftfahrtruppen waren Leutnante häufig für die Führung von Zügen oder die technische Leitung von Werkstatteinheiten verantwortlich.

Die weiße Tuchunterlage mit Schlaufe entspricht der standardisierten Konstruktion preußischer Schulterstücke. Die Schlaufe diente der Befestigung auf der Uniformjacke, wobei sie über einen Knopf gezogen wurde. Diese praktische Lösung ermöglichte ein schnelles Auswechseln der Schulterstücke bei Versetzungen oder Beförderungen.

Die Datierung um 1917 ist aus mehreren Gründen plausibel. Zu diesem Zeitpunkt waren die Kraftfahrtruppen bereits fest etabliert und spielten eine wesentliche Rolle in der Logistik und taktischen Beweglichkeit der deutschen Streitkräfte. Der Materialeinsatz und die Verarbeitungsweise entsprechen den Produktionsbedingungen der späteren Kriegsjahre, in denen Standardisierung und Materialersparnis zunehmend wichtiger wurden.

Der angegebene getragene Zustand unterstreicht die Authentizität des Stücks. Militaria aus dem Ersten Weltkrieg weisen regelmäßig Gebrauchsspuren auf, die von ihrem Einsatz unter Feldbedingungen zeugen. Diese Patina macht solche Objekte zu wertvollen historischen Quellen, die unmittelbar von den Erfahrungen der Soldaten berichten.

Schulterstücke wie dieses sind heute bedeutende militärhistorische Sammlungsobjekte, die Einblick in das komplexe System militärischer Rangabzeichen und Waffengattungsbezeichnungen geben. Sie dokumentieren nicht nur die organisatorische Struktur der Streitkräfte, sondern auch die technologische Entwicklung und die kriegswirtschaftlichen Zwänge der Zeit zwischen 1914 und 1918.