Preußen Helm für Offiziere im Leib-Kürassier-Regiment Großer Kurfürst (Schlesisches) Nr. 1 

Breslau, um 1910. Eleganter Helm in der letzten Ausführung. Die Helmglocke aus leichtem vernickeltem Eisenblech, komplett mit allen Beschlägen in vergoldeter Ausführung. Vorne der am 01.07.1902 eingeführte fliegende Adler mit dem Bandeau "Pro Gloria et Patria", feuervergoldet mit aufpolierten Kanten. Besondere vergoldete flache Schuppenketten mit Randprägung an Schrauben, beide Kokarden in der besonderen "althessischen" Form. Innen braunes Schweißleder mit hellem Seidenfutter. Der Vorderschirm mit grünem Leder, der Nackenschirm mit schwarzem Samt gefüttert. Größe ca. 58.  Der Helm ist leicht getragen in sehr schönem Zustand.
Einer der ganz wenigen Originale in schönem Erhaltungszustand ! Das Highlight für jede Helmsammlung. 
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Preußen Helm für Offiziere im Leib-Kürassier-Regiment Großer Kurfürst (Schlesisches) Nr. 1 

Der elegante Offiziershelm des Leib-Kürassier-Regiments Großer Kurfürst (Schlesisches) Nr. 1 aus der Zeit um 1910 repräsentiert die letzte Entwicklungsphase der preußischen Kürassierhelme vor dem Ersten Weltkrieg. Dieses bemerkenswerte Stück Militärgeschichte vereint traditionelle preußische Handwerkskunst mit den technischen Verbesserungen, die das Regiment im Laufe seiner jahrhundertelangen Geschichte erlebte.

Das Leib-Kürassier-Regiment Großer Kurfürst (Schlesisches) Nr. 1 wurde ursprünglich 1674 als Dragoner-Garde gegründet und durchlief mehrere Namensänderungen, bevor es durch Allerhöchste Kabinettsorder am 18. September 1866 zum Leib-Kürassier-Regiment Nr. 1 umbenannt wurde. Am 27. Januar, dem Geburtstag des Kaisers, erhielt es schließlich die vollständige Bezeichnung Leib-Kürassier-Regiment Großer Kurfürst (Schlesisches) Nr. 1. Die Einheit übernahm 1843 den metallenen Kürassierhelm, der zu einem charakteristischen Merkmal dieser Eliteeinheit wurde.

Das Design des Kürassierhelms wurde durch Vorschriften in den Jahren 1860 und 1889 vereinfacht, wobei die Helmglocke niedriger und der vordere Schirm kürzer wurden. Im Jahr 1889 erfolgte eine wichtige Änderung: Der zweistufige Schirm wurde auf eine einzige Falte verkürzt, um das Schießen mit dem Gewehr zu erleichtern. Die Vorschrift von 1891 führte eine neue Kinnriemenbefestigung ein, die es erlaubte, auf Manövern oder im Feld einen Lederriemen zu tragen. Eine weitere Modifikation erfolgte 1894, als der verschraubte Kinnriemen durch einen seitlich befestigten Kinnriemen ersetzt wurde. Diese Helme wurden manchmal als Hummerschwanzhelme bezeichnet, was auf ihren charakteristischen gegliederten Nackenschutz zurückzuführen ist.

Die Metallversionen der Pickelhaube wurden hauptsächlich von Kürassieren getragen und erschienen häufig auf Porträts hochrangiger militärischer und politischer Persönlichkeiten. Während die Mannschaftshelme der Linienkürassiere seit 1842 aus poliertem Stahl mit Messingbeschlägen gefertigt wurden, zeichneten sich Offiziershelme durch vernickelte Helmglocken aus leichtem Eisenblech mit vergoldeten Beschlägen aus. Die Innenseite war mit braunem Schweißleder und goldfarbenem Seidenfutter ausgestattet, der vordere Schirm mit schwarzem Leder gefüttert, der Nackenschutz mit schwarzem Samt.

Eine besondere Auszeichnung erhielt das Regiment im Jahr 1902, als ihm ein spezieller Adler mit ausgebreiteten Schwingen und dem Wahlspruch Pro Gloria et Patria (Für Ruhm und Vaterland) verliehen wurde. Dieser feuervergoldete, fliegende Adler mit polierten Kanten ersetzte die frühere Helmzier und machte das Regiment innerhalb der preußischen Armee unverwechselbar. Die vergoldeten flachen Schuppenketten mit Randprägung an den Schrauben sowie beide Kokarden vervollständigten die prachtvolle Ausstattung.

Breslau wurde am 3. Dezember als Garnisonsstadt zugewiesen. Bis 1912 trugen die Angehörigen des Regiments im Dienst ein cremefarbenes Koller und cremefarbene Stiefelhosen. Offiziere waren für Paraden mit Epauletten ausgestattet oder trugen ansonsten Schulterstücke, während Unteroffiziere und Mannschaften ausschließlich Schulterstücke trugen. Die um 1910 in Breslau hergestellten Offiziershelme wurden bei Paraden und zeremoniellen Anlässen getragen.

Während des Ersten Weltkriegs kämpfte das Regiment, das von Juli 1918 bis Kriegsende als Kavallerie-Schützen-Kommando 11 bezeichnet wurde, mit der Garde-Kavallerie-Schützen-Division in der Champagne. Nach Kriegsende wurde das ehemalige Leib-Kürassier-Regiment nach Berlin beordert, wo es zum Schutz der Reichsregierung gegen die aufständische Volksmarinedivision eingesetzt wurde. Das Regiment wurde 1918 aufgelöst, und die Überreste zogen nach Breslau, wo sie demobilisiert wurden. Durch Erlass des Chefs der Heeresleitung, General der Infanterie Hans von Seeckt, vom 24. August 1921 übernahm die 1. Schwadron des 7. (Preußischen) Reiter-Regiments in Breslau die Tradition dieser stolzen Einheit.

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