Prussian Blue - A History of the Order Pour le Merite, Stephen Thomas Previtera -

Richmond Winidore Press, 2005, farbiger Hartkartoneinband in englisch, Großformat, 400 Seiten, mit vielen durchgehend farbigen und hochaufgelösten Abbildungen, sehr schöner Band für alle Sammler, Zustand 2++
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265,00

Prussian Blue - A History of the Order Pour le Merite, Stephen Thomas Previtera -

Die Geschichte des Pour le Mérite: Ein monumentales Referenzwerk

Das Werk "Prussian Blue: A History of the Order Pour le Mérite" von Stephen Thomas Previtera, erschienen 2005 im Richmond Winidore Press, stellt eine der umfassendsten und visuell beeindruckendsten Dokumentationen eines der bedeutendsten preußischen und deutschen Militärorden dar. Mit 400 Seiten und durchgehend hochwertigen Farbabbildungen bietet dieses großformatige Nachschlagewerk einen beispiellosen Einblick in die Geschichte, Ikonographie und Bedeutung des Pour le Mérite.

Der Orden Pour le Mérite: Historischer Hintergrund

Der Orden Pour le Mérite wurde am 6. Juni 1740 von König Friedrich II. von Preußen, bekannt als Friedrich der Große, gestiftet. Der französische Name spiegelte die damalige Hofsprache wider und bedeutet "Für das Verdienst". Ursprünglich als universeller Verdienstorden konzipiert, entwickelte sich der Pour le Mérite im 19. Jahrhundert zum höchsten preußischen Militärorden.

Die charakteristische Form des Ordens bestand aus einem goldgefassten, blau emaillierten Malteserkreuz mit goldenen Kugeln an den Kreuzenden und Adlern zwischen den Kreuzarmen. Auf der Vorderseite prangte der Namenszug "Pour le Mérite" in goldenen Lettern, auf der Rückseite das Monogramm "F" (Fridericus) unter einer Krone. Das markante Preußischblau der Emaillierung wurde zum Synonym für militärische Exzellenz.

Entwicklung und Bedeutung

Während der Napoleonischen Kriege erlangte der Orden besondere Bedeutung. Feldmarschälle wie Gebhard Leberecht von Blücher und August Neidhardt von Gneisenau trugen diese höchste preußische Auszeichnung. Im Jahr 1810 wurde die Verleihung des Ordens strenger reguliert und zunehmend auf militärische Verdienste fokussiert.

Eine bedeutende Erweiterung erfuhr der Orden 1810 durch die Einführung der Eichenlaub-Spange, die für weitere außergewöhnliche Leistungen verliehen wurde. Diese Steigerungsstufe wurde nur in seltenen Fällen vergeben und machte die Auszeichnung noch exklusiver.

Der Pour le Mérite im Ersten Weltkrieg

Seine größte Bekanntheit erlangte der Orden während des Ersten Weltkriegs. Berühmte Fliegerasse wie Manfred von Richthofen (der "Rote Baron"), Max Immelmann, Oswald Boelcke und Hermann Göring trugen den "Blauen Max", wie der Orden in Fliegerkreisen genannt wurde. Insgesamt wurden während des Krieges 687 Pour le Mérite-Verleihungen vorgenommen.

Die Verleihungskriterien waren streng: Für Flieger bedeutete dies typischerweise das Erreichen einer bestimmten Anzahl von Luftsiegen, wobei die Anforderungen im Kriegsverlauf anstiegen. Für Bodentruppen waren außergewöhnliche strategische oder taktische Leistungen erforderlich.

Das Ende einer Ära

Mit der Abdankung Kaiser Wilhelms II. und dem Ende der Monarchie am 9. November 1918 endete auch die Geschichte des Pour le Mérite als aktiver Orden. Die Weimarer Republik schaffte alle kaiserlichen Orden ab. Der Orden durfte zwar noch von seinen Trägern getragen werden, wurde aber nicht mehr verliehen.

Der zivile Pour le Mérite

Parallel zum militärischen Orden existierte seit 1842 der Orden Pour le Mérite für Wissenschaften und Künste, gestiftet von König Friedrich Wilhelm IV.. Dieser zivile Orden überlebte alle politischen Umbrüche und besteht bis heute als eine der bedeutendsten deutschen kulturellen Auszeichnungen.

Bedeutung von Preveteras Werk

Das vorliegende Buch von Stephen Thomas Previtera gilt unter Sammlern und Historikern als Standardwerk. Die hochauflösenden Farbfotografien ermöglichen eine detaillierte Studium der verschiedenen Varianten, Fertigungstechniken und Details des Ordens. Das Werk dokumentiert nicht nur die Orden selbst, sondern auch Verleihungsurkunden, historische Fotografien der Träger und relevante Dokumente.

Für Sammler militärhistorischer Auszeichnungen ist dieses Buch unverzichtbar, da es hilft, originale Stücke von Nachfertigungen zu unterscheiden – ein wichtiger Aspekt, da der Pour le Mérite zu den am häufigsten gefälschten deutschen Orden gehört. Die detaillierte Dokumentation der Materialien, Herstellungsmerkmale und Varianten macht das Werk zu einem essentiellen Nachschlagewerk für Authentifizierungsfragen.

Sammlerwert und historische Forschung

Originale Pour le Mérite-Orden gehören heute zu den begehrtesten Objekten militärhistorischer Sammlungen. Ihre Seltenheit – insgesamt wurden nur etwa 5.500 Exemplare des militärischen Ordens verliehen – und ihre historische Bedeutung machen sie zu wertvollen Zeitzeugen. Preveteras umfassende Dokumentation trägt wesentlich zur wissenschaftlichen Erschließung und zum Verständnis dieser bedeutenden Auszeichnung bei und dient als unverzichtbare Referenz für Museen, Auktionshäuser und private Sammler weltweit.