SS-Verfügungstruppe Kochgeschirr

um 1938. Feldgrau lackiert, aus Aluminium, Deckel mit Kammerstempel "SS 39/38 RZM". Ungebraucht, leichte Lagerspuren, Zustand 2+++.

Vor einigen Jahren wurden ein kleiner Restbestand in Süddeutschland gefunden, einige der Kochgeschirre waren noch in der Originalverpackung. 
471542
650,00

SS-Verfügungstruppe Kochgeschirr

Das SS-Verfügungstruppe Kochgeschirr stellt ein bedeutendes Ausrüstungsstück der bewaffneten SS-Formationen der Vorkriegszeit dar. Dieses spezielle Exemplar, hergestellt um 1938 und gekennzeichnet mit dem Kammerstempel “SS 39/38 RZM”, dokumentiert die Ausrüstungsstandards der militärischen Einheiten der SS in der Zeit unmittelbar vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs.

Die SS-Verfügungstruppe (SS-VT) wurde 1934 als kasernierte, bewaffnete Formation der Schutzstaffel gegründet und bildete den Kern dessen, was später zur Waffen-SS werden sollte. Im Gegensatz zu den allgemeinen SS-Verbänden war die SS-VT als stehende militärische Truppe organisiert und erhielt eine militärische Ausbildung. Ihre Mitglieder waren Vollzeitsoldaten, die in Kasernen untergebracht waren und eine umfassende militärische Ausrüstung benötigten.

Das vorliegende Kochgeschirr aus Aluminium entspricht dem Standardmodell der Wehrmacht, wurde jedoch speziell für die SS-Verfügungstruppe produziert. Die feldgraue Lackierung war charakteristisch für die militärische Ausrüstung dieser Zeit und diente der Tarnung im Feld. Aluminium wurde als Material gewählt, da es leicht, korrosionsbeständig und für die Feldküche gut geeignet war. Diese Eigenschaften waren entscheidend für Ausrüstungsgegenstände, die Soldaten über längere Zeiträume mit sich führen mussten.

Der Kammerstempel “SS 39/38” ist von besonderer historischer Bedeutung. Die Nummer “39/38” bezieht sich auf die Stammkompanie oder -einheit sowie das Produktionsjahr. Das Kürzel RZM steht für das Reichszeugmeisterei, die zentrale Beschaffungsstelle der NSDAP, die ab 1929 für die Standardisierung und Beschaffung von Uniformen und Ausrüstungsgegenständen für die Parteiorganisationen, einschließlich der SS, verantwortlich war. Die RZM vergab Lizenzen an Hersteller und überwachte die Qualität der produzierten Güter. Jedes von der RZM genehmigte Produkt erhielt eine entsprechende Kennzeichnung, die seine Authentizität und Konformität mit den vorgegebenen Standards bestätigte.

Im Jahr 1938 befand sich die SS-Verfügungstruppe in einer Phase der Expansion und Konsolidierung. Nach dem Anschluss Österreichs im März 1938 und der zunehmenden außenpolitischen Aggression des NS-Regimes wurde die militärische Aufrüstung intensiviert. Die SS-VT umfasste zu diesem Zeitpunkt die Standarten “Deutschland”, “Germania” und “Der Führer” sowie verschiedene Unterstützungseinheiten. Die standardisierte Ausrüstung dieser Truppen war essentiell für ihre Einsatzfähigkeit.

Das Kochgeschirr bestand typischerweise aus zwei Teilen: einem größeren unteren Behälter und einem flacheren Deckel, der auch als Teller oder Pfanne verwendet werden konnte. Diese praktische Doppelfunktion war charakteristisch für militärisches Feldgeschirr und ermöglichte den Soldaten, mit minimalem Gewicht und Volumen ihre Verpflegung zuzubereiten und zu konsumieren. Das Design war robust und auf Langlebigkeit ausgelegt, um den Strapazen des Felddienstes standzuhalten.

Die Tatsache, dass ein kleiner Restbestand dieser Kochgeschirre einige Jahre vor der Katalogisierung in Süddeutschland gefunden wurde, einige davon noch in Originalverpackung, ist bemerkenswert. Dies deutet darauf hin, dass diese Ausrüstungsgegenstände möglicherweise in einem Depot gelagert wurden und nie an Truppen ausgegeben wurden. Solche Funde sind selten und bieten wertvolle Einblicke in die Logistik und Materialbewirtschaftung der Vorkriegszeit.

Der ungebrauchte Zustand dieses Exemplars mit nur leichten Lagerspuren macht es zu einem besonders gut erhaltenen Beispiel der SS-VT-Ausrüstung. Für die militärhistorische Forschung sind solche Objekte von unschätzbarem Wert, da sie authentische Zeugnisse der materiellen Kultur und der organisatorischen Strukturen dieser Zeit darstellen. Sie dokumentieren nicht nur die technischen Spezifikationen und Produktionsstandards, sondern auch die administrativen Prozesse und die Rolle der RZM im NS-Apparat.

Die Sammlung und Dokumentation solcher historischen Objekte dient der wissenschaftlichen Aufarbeitung dieser dunklen Periode der deutschen Geschichte. Sie ermöglichen ein besseres Verständnis der militärischen Organisation, der Ausrüstungsstandards und der logistischen Infrastruktur des NS-Regimes, ohne dessen Verbrechen zu verherrlichen oder zu relativieren.

r