Wehrmacht Heer geschönte Feldbluse für einen Generalmajor

Elegante Fertigung, um 1942. Die Feldbluse aus feldgrauem Gabardinetuch mit dunkelgrünem Kragen. Der Kragen die Knopfleiste und Ärmelumschläge mit roter Paspelierung, die Knopfleiste mit 5 vergoldeten Knöpfen. Eingenähte Schulterstücke mit Gold/Silbernem Generalsgeflecht. Die Kragenspiegel für Generale mit Gold/Cellonstickerei auf rotem Grund per Hand vernäht. Der Brustadler in Gold Metallfaden handgestickter Ausführung auf dunkelgrün, per Hand vernäht. Auf der linken Brust Schlaufen für eine Feldspange und 1 Steckabzeichen. Innen grünes  Seidenfutter, seitlich mit eingenähtem Trageklipp und Schlitz zum Tragen des Offiziersdolches, im Nacken mit gewebtem Schneideretikett "Strohmeier Nürnberg, Vordere Ledergasse 4". Maße Schulterbreite 46 cm, Brustumfang 114 cm, Ärmellänge 63 cm, Rücken 69 cm. Die Feldbluse ist leicht getragen, alle Effekten original vernäht, ein paar kleine Mottenlöchlein an den Kragenspiegeln, der roten Knopfleiste und dem linken Oberarm, aber völlig unbedeutend. Zustand 2.
Eine ganz originale, unberührte Feldbluse eines Deutschen Generals.


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8.500,00

Wehrmacht Heer geschönte Feldbluse für einen Generalmajor

Die Feldbluse für Generale der Wehrmacht stellt eines der markantesten Uniformstücke der deutschen Militärgeschichte des Zweiten Weltkriegs dar. Diese elegante Dienstjacke eines Generalmajors des Heeres, gefertigt um 1942, verkörpert die strenge Hierarchie und die ausgefeilten Rangabzeichen der Wehrmacht.

Die Wehrmacht, als Streitkraft des nationalsozialistischen Deutschlands von 1935 bis 1945, entwickelte ein komplexes System von Uniformvorschriften. Die Feldbluse durchlief mehrere Entwicklungsstufen, wobei die Ausführungen für Generale stets besondere handwerkliche Qualität aufwiesen. Die Heeresdienstvorschrift (HDv) 41a regelte detailliert Schnitt, Farbe und Abzeichenführung.

Das vorliegende Exemplar aus feldgrauem Gabardinetuch mit dunkelgrünem Kragen entspricht der typischen Ausführung für höhere Offiziere. Die rote Paspelierung an Kragen, Knopfleiste und Ärmelumschlägen kennzeichnete die Waffenfarbe der Generalität. Diese Farbgebung hatte eine lange Tradition in der preußisch-deutschen Militärgeschichte und wurde von der Wehrmacht übernommen.

Die fünf vergoldeten Knöpfe an der Vorderseite waren charakteristisch für die Generalsfeldbluse. Die Schulterstücke mit Gold-Silbernem Generalsgeflecht identifizierten den Träger als Angehörigen der Generalität. Der Rang eines Generalmajors – des niedrigsten Generalsrangs – wurde durch die spezifische Gestaltung dieser Schulterstücke angezeigt.

Besonders bemerkenswert sind die Kragenspiegel für Generale mit ihrer Gold-Cellon-Stickerei auf rotem Grund. Diese wurden per Hand vernäht und zeigten das charakteristische Eichenlaub-Motiv der Generalität. Der Brustadler in handgestickter Ausführung mit Goldfaden auf dunkelgrünem Untergrund war ein weiteres Qualitätsmerkmal. Im Gegensatz zu maschinengestickten oder gewebten Adlern für niedrigere Ränge, erhielten Generalsfeldblusen stets handgestickte Exemplare.

Das grüne Seidenfutter im Inneren der Feldbluse unterstreicht die hochwertige Verarbeitung. Der eingenähte Trageklipp mit Schlitz zum Tragen des Offiziersdolches war eine praktische Einrichtung, die es ermöglichte, die Waffe zu tragen, ohne die Uniformsilhouette zu stören. Auf der linken Brust befinden sich Schlaufen für eine Feldspange und ein Steckabzeichen – typische Positionen für Auszeichnungen.

Das gewebte Schneideretikett “Strohmeier Nürnberg, Vordere Ledergasse 4” ist von besonderem historischem Interesse. Solche Schneidereibetriebe fertigten Uniformen für Offiziere nach Maß, da diese ihre Uniformen selbst beschaffen mussten. Nürnberg war ein bedeutendes Zentrum für Uniformschneider, und die Vordere Ledergasse gehörte zur historischen Altstadt.

Die Datierung um 1942 fällt in eine Phase des Krieges, als die Wehrmacht ihre größte territoriale Ausdehnung erreichte. Generalmajore kommandierten typischerweise Divisionen oder fungierten als Stabschefs bei höheren Kommandos. Die Zeit um 1942 markierte auch eine Periode, in der die Uniformvorschriften noch strikt eingehalten wurden, bevor spätere Kriegsjahre zu Vereinfachungen führten.

Die geschönte Ausführung – ein Begriff, der die besonders elegante und hochwertige Fertigung beschreibt – war charakteristisch für Generalsfeldblusen. Diese wurden nicht in Massenproduktion hergestellt, sondern von spezialisierten Schneidereien individuell angefertigt. Die Verwendung von Gabardine, einem dicht gewebten, wetterfesten Stoff, garantierte Haltbarkeit und einen eleganten Fall.

Aus militärhistorischer Perspektive dokumentieren solche Uniformstücke nicht nur die vestimentären Codes der Wehrmacht, sondern auch die materielle Kultur der deutschen Militärelite. Die sorgfältige Handarbeit, die kostbaren Materialien und die präzise Einhaltung der Rangabzeichen spiegeln die hierarchische Struktur und das Standesbewusstsein des deutschen Offizierkorps wider.

Die beschriebenen geringfügigen Mottenschäden sind typisch für Textilien aus dieser Zeit und beeinträchtigen den historischen Wert nicht. Die Tatsache, dass alle Effekten original vernäht sind und die Feldbluse in weitgehend unberührtem Zustand erhalten blieb, macht sie zu einem authentischen Zeitzeugnis aus einer der dunkelsten Perioden deutscher Geschichte.