Gemeinsames Flugzeugführer- und Beobachterabzeichen mit Brillanten

Es handelt sich hierbei um das persönliche Stück aus dem Besitz von General Bruno Loerzer .
Der Lorbeer/Eichenlaubkranz aus 14 Karat Gold, der Luftwaffenadler aus mehreren Teilen in Weißgold gefertigt und vollständig mit Brillanten besetzt, rückseitig mit einer dünnen Goldauflage und auf dem Kranz verschraubt. Die Nadel mit Sicherheitsverschluß, unter dem Nadelscharnier gestempelt "585" Gold. Leicht getragen in wunderschönem Zustand, komplett in original Verleihungsetui.
Dazu einige Unterlagen aus dem Besitz von Loerzer. Das Stück wurde 1960 nach seinem Tode in Hamburg verkauft und befand sich seit dem in einer Privatsammlung .

Bruno Loerzer (* 22. Januar 1891 in Berlin; † 22. August 1960 in Hamburg) war ein Jagdflieger im Ersten Weltkrieg und Generaloberst der deutschen Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg.
Loerzer trat am 13. September 1911 in das preußische Heer ein und wurde während des Ersten Weltkrieges zum Piloten ausgebildet. Er war bis Mitte 1915 zusammen mit Hermann Göring zunächst als Aufklärer im Einsatz. Bis Januar 1917 war er bei drei verschiedenen Jagdstaffeln eingesetzt. In dieser Zeit erzielte er die ersten beiden Luftsiege über französische Flieger. Nach seinem 20. Abschuss im Oktober 1917 und der Verleihung des Pour le Mérite im Februar 1918 wurde er zum Kommandeur des neu formierten Jagdgeschwaders III ernannt.
Als Führer der Jasta 26 und dreier anderer Jagdstaffeln war er sehr erfolgreich. Seine mit den technisch hochwertigen Fokker D.VII – einem der besten Flugzeuge des Ersten Weltkriegs – ausgestatteten Einheiten fügten den Alliierten schwere Verluste zu und waren deshalb besonders gefürchtet. Loerzer selbst erzielte im gesamten Krieg 44 Abschüsse und war damit einer der erfolgreichsten deutschen Jagdpiloten.

Nach 1918 kämpfte Loerzer in verschiedenen Freikorps im Baltikum, ehe er am 31. März 1920 als Hauptmann aus der Reichswehr entlassen wurde. In der Weimarer Republik war er Leiter des Reichsverbandes der deutschen Luftfahrzeughalter, einer zivilen Pilotenvereinigung.

Unter den Nationalsozialisten profitierte seine Karriere vor allem von seiner Freundschaft mit Hermann Göring. 1933 wurde er zunächst Präsident einer militärischen Tarnorganisation, des Deutschen Luftsportverbandes und Reichsluftsportführer, ehe er 1935 - mit der offiziellen Gründung der zuvor von den Bestimmungen des Versailler Friedensvertrages verbotenen Luftwaffe - als Oberst reaktiviert und 1937 zum Kommodore eines Jagdgeschwaders ernannt wurde. Ab 1938 wurde er Inspekteur der Jagdflieger.

Bei Kriegsbeginn war Loerzer Generalmajor und Kommandeur der 2. Fliegerdivision. Im Oktober 1939 zum Kommandierenden General des II. Fliegerkorps ernannt, wurde er am 1. Januar 1940 Generalleutnant und schon am 19. Juli desselben Jahres zum General der Flieger befördert. Im Februar 1943 wurde er dann von Göring unter Beförderung zum Generaloberst zum Chef des Luftwaffenpersonalamts und der personellen Rüstung ernannt, eine Stellung, mit deren Pflichten Loerzer weit überfordert war. Am 20. Dezember 1944 wurde er daher seines Kommandos enthoben, in die Führerreserve versetzt und schließlich am 29. April 1945 entlassen.
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Gemeinsames Flugzeugführer- und Beobachterabzeichen mit Brillanten

Das Gemeinsame Flugzeugführer- und Beobachterabzeichen in Gold mit Brillanten repräsentiert eine der außergewöhnlichsten und seltensten Auszeichnungen des Dritten Reiches. Dieses persönliche Exemplar aus dem Besitz von Generaloberst Bruno Loerzer verkörpert nicht nur die höchste Anerkennung fliegerischer Leistungen, sondern auch die komplexen Patronage-Netzwerke innerhalb der nationalsozialistischen Luftwaffe.

Die Brillantvariante des Abzeichens wurde nie offiziell als formelle Dekoration institutionalisiert, sondern existierte als persönliche Auszeichnung von Hermann Göring. Das Abzeichen wurde im Sommer 1935 von Göring konzipiert und am 16. März 1935 eingeführt, erhielt aber erst am 19. Oktober 1939 den Status einer offiziellen Dekoration. Die ersten Empfänger dieser außergewöhnlichen Auszeichnung waren Generalleutnant Walther Wever, Chef des Generalstabs der Luftwaffe, und General der Flieger Erhard Milch, Staatssekretär des Reichsluftfahrtministeriums, die beide am 11. November 1935 ausgezeichnet wurden.

Das Abzeichen wurde in aufwendiger Handarbeit von Goldschmieden gefertigt, wobei der Kranz aus 14-karätigem Gold bestand und der Luftwaffenadler aus Weißgold vollständig mit echten Brillanten besetzt war. Die Fertigung erfolgte nach verschiedenen Quellen entweder bei den Deutsche Goldschmiedekunst-Werkstätten (DGW) in Berlin oder bei Rudolf Stübiger, einem Wiener Juwelier. Während der Produktionszeit von 1935 bis 1945 entstanden mindestens drei verschiedene Konstruktionsvarianten mit Variationen in der Rückseitenstruktur des Adlers und den Methoden zur Befestigung der Brillanten. Neben der männlichen Ausführung mit echtem Gold und Brillanten existierte auch eine Zweitvariante in vergoldetem Silber mit Imitationssteinen sowie eine spezielle weibliche Variante in Broschform für Empfängerinnen.

Die Verleihungskriterien waren nie präzise definiert, und persönliche Gunst spielte eine erhebliche Rolle. Göring verlieh das Abzeichen zur Anerkennung außergewöhnlicher Leistungen in der Luftfahrt oder als Ehrenauszeichnung. Zu den Empfängern gehörten alle Luftwaffen-Feldmarschälle, alle Träger des Ritterkreuzes mit Eichenlaub, Schwertern und Brillanten sowie herausragende Jagdflieger. Oberst Werner Mölders erhielt Mitte August 1940 als erster Jagdflieger diese Auszeichnung, gefolgt von Major Adolf Galland im selben Monat. Weitere prominente Empfänger waren Major Hermann Graf nach seinem 200. Luftsieg im Herbst 1942, Oberleutnant Erich Hartmann nach seinem 300. Luftsieg im August 1944 und Oberstleutnant Hans-Ulrich Rudel im Sommer 1944.

Bemerkenswert ist, dass das Abzeichen auch an hochrangige Nicht-Luftwaffen-Angehörige verliehen wurde, darunter Reichsführer-SS Heinrich Himmler, Generalfeldmarschall Erwin Rommel, SS-Obergruppenführer Sepp Dietrich und Großadmiral Karl Dönitz. Auch ausländische Würdenträger erhielten diese Ehre, darunter Benito Mussolini am 28. September 1937, Feldmarschall Mannerheim aus Finnland, Marschall Antonescu aus Rumänien und Francisco Franco aus Spanien. Für die Testpilotin Hanna Reitsch wurde eine besondere Broschenausführung mit horizontalen Stäben geschaffen.

Bruno Loerzer selbst war ein hochdekorierter Jagdflieger des Ersten Weltkriegs mit 44 Luftsiegen und Träger des Pour le Mérite. Seine enge Freundschaft mit Hermann Göring, die bis 1914 zurückreichte, förderte seine Karriere erheblich. Nach dem Ersten Weltkrieg kämpfte er in verschiedenen Freikorps im Baltikum und wurde am 31. März 1920 als Hauptmann aus der Reichswehr entlassen. In der Weimarer Republik leitete er den Reichsverband der deutschen Luftfahrzeughalter. Bei Kriegsbeginn war Loerzer Generalmajor und Kommandeur der 2. Fliegerdivision. Im Oktober 1939 wurde er zum Kommandierenden General des II. Fliegerkorps ernannt und durchlief bis Februar 1943 mehrere Beförderungen bis zum Generaloberst, als er zum Chef des Luftwaffenpersonalamts ernannt wurde. Diese Position überforderte ihn jedoch, und am 20. Dezember 1944 wurde er seines Kommandos enthoben.

Die Gesamtzahl der Verleihungen wird auf etwa 30 bis 60 geschätzt, wobei die genaue Anzahl aufgrund unvollständiger Aufzeichnungen unsicher bleibt. Eine der letzten Verleihungen erfolgte an Generaloberst Robert Ritter von Greim am 17. April 1945, nur wenige Wochen vor Kriegsende. Nach Loerzers Tod am 22. oder 23. August 1960 in Hamburg wurde dieses persönliche Exemplar 1960 verkauft und befand sich seitdem in einer Privatsammlung. Als eines der seltensten und wertvollsten Sammlerstücke der deutschen Militärgeschichte vereint dieses Abzeichen historische Bedeutung mit außergewöhnlichem materiellem Wert durch seine Edelmetalle und echten Brillanten.