NSDAP nichttragbare Auszeichnungsplakette der NSDAP AO Landesgruppe Italien zum "Staatsbesuch Adolf Hitlers in Italien 1938"

Runde Plakette, Bronze getönt, Durchmesser 45 mm. Vorderseite in Form des offizielles Abzeichens für die Gäste des Staatsbesuches: großer Hoheitsadler mit 2 Liktorenbündel, Umschrift "Staatsbesuch Adolf Hitlers in Italien 1938". Rückseite "Für treue Mitarbeit in der Landesgruppe Italien der AO der NSDAP". 
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NSDAP nichttragbare Auszeichnungsplakette der NSDAP AO Landesgruppe Italien zum "Staatsbesuch Adolf Hitlers in Italien 1938"

Diese nichttragbare Auszeichnungsplakette der NSDAP Auslandsorganisation (AO) Landesgruppe Italien repräsentiert ein bedeutendes Kapitel der deutsch-italienischen Beziehungen während der nationalsozialistischen Ära. Die Plakette wurde anlässlich des Staatsbesuchs Adolf Hitlers in Italien im Mai 1938 geschaffen, einem Ereignis, das als Höhepunkt der Achsenpolitik zwischen dem Deutschen Reich und dem faschistischen Italien unter Benito Mussolini galt.

Der Staatsbesuch vom 3. bis 9. Mai 1938 war von außerordentlicher politischer und propagandistischer Bedeutung. Hitler besuchte Rom, Neapel und Florenz, wo ihm aufwendige Militärparaden, Festlichkeiten und kulturelle Veranstaltungen dargeboten wurden. Dieser Besuch folgte auf Mussolinis Deutschlandbesuch im September 1937 und sollte die Achse Berlin-Rom weiter festigen, die im Oktober 1936 proklamiert worden war. Die beiden faschistischen Regime nutzten diese Gelegenheit, um ihre politische und militärische Allianz zu demonstrieren.

Die Auslandsorganisation der NSDAP wurde 1931 gegründet und ab 1934 von Ernst Wilhelm Bohle geleitet. Die AO war zuständig für alle deutschen Staatsbürger, die im Ausland lebten, und organisierte diese in sogenannten Landesgruppen. Die Landesgruppe Italien gehörte zu den bedeutendsten dieser Organisationen, da Italien der wichtigste Verbündete des Deutschen Reiches war. Bis 1939 umfasste die AO weltweit etwa 50.000 Mitglieder in über 600 Ortsgruppen in mehr als 80 Ländern.

Die vorliegende Plakette zeigt auf ihrer Vorderseite das offizielle Abzeichen für die Gäste des Staatsbesuchs: einen großen Hoheitsadler mit zwei Liktorenbündeln (fasces). Diese Symbolik vereint die nationalsozialistischen und faschistischen Embleme und visualisiert die politische Achse zwischen beiden Regimen. Das Liktorenbündel, ein altrömisches Symbol der Amtsgewalt, war das zentrale Symbol des italienischen Faschismus. Die Umschrift “Staatsbesuch Adolf Hitlers in Italien 1938” datiert das Objekt eindeutig.

Besonders bemerkenswert ist die Rückseite mit der Inschrift “Für treue Mitarbeit in der Landesgruppe Italien der AO der NSDAP”. Dies macht deutlich, dass diese Plakette nicht als offizielles Staatsgeschenk, sondern als interne Auszeichnung der NSDAP-Auslandsorganisation konzipiert wurde. Sie wurde vermutlich an verdiente Parteimitglieder verliehen, die sich bei der Organisation und Durchführung des Staatsbesuchs oder bei der allgemeinen Arbeit der Landesgruppe bewährt hatten.

Als nichttragbare Auszeichnung gehört diese Plakette zur Kategorie der Erinnerungs- und Ehrenzeichen, die nicht an der Uniform getragen wurden, sondern als Sammlerstücke oder Andenken dienten. Solche Plaketten waren in der NS-Zeit häufig und dokumentieren die extensive Auszeichnungspraxis des Regimes, das durch ein komplexes System von Ehrenzeichen Loyalität belohnte und die Hierarchie innerhalb der Parteiorganisationen manifestierte.

Die Bronze-Tönung und der Durchmesser von 45 mm entsprechen den typischen Spezifikationen für derartige Plaketten aus dieser Zeit. Die Herstellung erfolgte wahrscheinlich durch spezialisierte Firmen, die für die NSDAP und ihre Gliederungen Auszeichnungen produzierten. Die Qualität und Ausführung solcher Objekte variierte erheblich, je nach Bedeutung der Auszeichnung und verfügbaren Ressourcen.

Der historische Kontext des Staatsbesuchs 1938 ist von besonderer Tragweite: Nur zwei Monate zuvor hatte das Deutsche Reich Österreich annektiert (der sogenannte “Anschluss” im März 1938), was von Mussolini stillschweigend akzeptiert worden war. Der Staatsbesuch sollte auch die italienische Zustimmung zu dieser Expansion würdigen. Gleichzeitig befand sich Europa bereits auf dem Weg in die Sudetenkrise, die im September 1938 im Münchner Abkommen gipfeln sollte.

Objekte wie diese Plakette sind heute wichtige historische Quellen für die Erforschung der NS-Auslandsorganisation, der deutsch-italienischen Beziehungen und der Alltagsgeschichte des Nationalsozialismus. Sie dokumentieren die Mechanismen der politischen Durchdringung deutscher Gemeinden im Ausland und die Instrumentalisierung von Auszeichnungen zur Loyalitätssicherung. Gleichzeitig sind sie materialisierte Zeugnisse eines verbrecherischen Regimes und seiner Bündnispolitik, die letztendlich in den Zweiten Weltkrieg und unermessliches Leid führte.