Nationalsozialistische Schwesternschaft ( NSS ) - Verdienstbrosche für treue Mitarbeit
Die Verdienstbrosche der Nationalsozialistischen Schwesternschaft (NSS) für treue Mitarbeit
Die Nationalsozialistische Schwesternschaft (NSS) wurde am 5. Oktober 1934 als Berufsorganisation der nationalsozialistischen Krankenschwestern gegründet und stellte einen integralen Bestandteil des NS-Gesundheitswesens dar. Die Organisation unterstand der NS-Volkswohlfahrt (NSV) und hatte das Ziel, die deutsche Krankenpflege ideologisch zu durchdringen und alle Pflegekräfte im Sinne der nationalsozialistischen Weltanschauung auszurichten.
Die hier beschriebene Verdienstbrosche für treue Mitarbeit gehört zu den Auszeichnungen, die an verdiente Mitglieder der NSS verliehen wurden. Sie wurde vom Hersteller Hoffstätter Bonn produziert, einer Firma, die während der NS-Zeit verschiedene Abzeichen und Auszeichnungen für Parteiorganisationen fertigte. Die Kennzeichnung “GES.GESCH.” (Gesetzlich Geschützt) weist auf die rechtliche Absicherung des Designs hin.
Die NSS entwickelte sich rasch zu einer bedeutenden Organisation im deutschen Gesundheitswesen. Bis 1938 hatte sie bereits über 40.000 Mitglieder, und bei Kriegsende 1945 waren schätzungsweise 50.000 bis 60.000 Krankenschwestern in der Organisation erfasst. Die Mitgliedschaft setzte neben der fachlichen Qualifikation auch die Erfüllung der rassenideologischen Kriterien des NS-Regimes voraus, einschließlich des sogenannten “Ariernachweises”.
Die Verdienstauszeichnungen der NSS dienten mehreren Zwecken: Sie sollten die Loyalität der Mitglieder belohnen, die Bindung an die Organisation verstärken und ein Leistungsanreiz sein. Solche Broschen wurden typischerweise für mehrjährige treue Mitarbeit und besondere Verdienste im Dienst der Volksgesundheit verliehen. Die Trägerinnen zeigten durch das sichtbare Tragen dieser Auszeichnung ihre Verbundenheit mit der nationalsozialistischen Ideologie.
Die Aufgaben der NSS-Schwestern umfassten nicht nur die medizinische Versorgung in Krankenhäusern, sondern auch die Betreuung in Mütterberatungsstellen, die Durchführung von Gesundheitsaufklärung im Sinne der NS-Rassenhygiene und während des Krieges den Einsatz in Lazaretten und Feldlazaretten. Die ideologische Schulung war dabei ebenso wichtig wie die fachliche Ausbildung.
Die Organisation wurde von Reichsärzteführer Dr. Gerhard Wagner und später von seinem Nachfolger Dr. Leonardo Conti beaufsichtigt. Die NSS hatte ihre Hauptverwaltung in Berlin und war in Gau- und Kreisebenen organisiert. Die Schwestern trugen eine spezielle Uniform mit charakteristischen Abzeichen, zu denen auch solche Verdienstbroschen gehörten.
Nach 1945 wurde die NSS zusammen mit allen anderen NS-Organisationen aufgelöst. Die Auszeichnungen und Abzeichen der Organisation wurden durch die Alliierten Kontrollratsdirektiven verboten. Heute sind solche Objekte von historischer und sammlertechnischer Bedeutung, wobei ihr Besitz und ihre Zurschaustellung in Deutschland den gesetzlichen Bestimmungen des § 86a StGB unterliegen, der die Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen regelt. Ausnahmen gelten für wissenschaftliche, historische und aufklärerische Zwecke.
Die Erforschung solcher Objekte ist wichtig für das Verständnis der Durchdringung aller gesellschaftlichen Bereiche durch die NS-Ideologie, einschließlich des Gesundheitswesens. Sie dokumentieren die systematische Gleichschaltung der Pflege und die Instrumentalisierung medizinischer Berufe für politische und ideologische Zwecke.