Wehrmacht Große Ordenschnalle aus dem persönlichen Besitz von Generalfeldmarschall Gerd von Rundstedt

um 1938. Große Ordensschnalle mit 16 Auszeichnungen: Preussen Eisernes Kreuz 1939 2.Klasse. Preussen Hausorden Hohenzollern Kreuz der Ritter mit Schwertern. Bayern Militär-Verdienstorden - die Auszeichnung fehlt. Sachsen Albrechts-Orden Ritterkreuz 1.Klasse mit Schwertern, Silber vergoldet. Lippe-Detmold Kriegsverdienstkreuz 1914. Ehrenkreuz für Frontkämpfer 1914-1918. Wehrmacht Dienstauszeichnungen für 25 und 12 Jahre mit Bandadlern. Preußen Kronen Orden 4. Klasse. Waldeck Verdienstkreuz 4. Klasse. Sachsen-Weimar Orden des Weißen Falken - die Auszeichnung fehlt. Ernestinischer Hausorden Ritterkreuz 1. Klasse, Fertigung aus Gold. Schwarzburg Verdienstkreuz 3. Klasse. China-Denkmünze aus Stahl für Nichtkämpfer. Preußen Centenarmedaille zum 100. Geburtstag von Kaiser Wilhelm I. 1897. Österreich Militär Verdienstkreuz 3. Klasse mit Kriegsdekoration. 
Die Ordensschnalle ist eindeutig getragen, die rückseitige rote Tuchabdeckung durch Mottenfraß stärker beschädigt, in gutem Gesamtzustand.

Anbei eine ausführliche Ausarbeitung über 13 Seiten von dem bekannten Historiker Daniel Krause zu der Ordensschnalle aus dem Jahr 2022. Auf einem dort abgebildeten Pressefoto, aufgenommen in der Reichskanzlei am 4. November 1938, trägt v. Rundstedt deutlich zu erkennen diese Ordensschnalle.

Vor wenigen Jahren tauchte in Amerika ein Teil der Orden v. Rundstedt auf, die aus dem Besitz eines US Veteranen stammten. Neben der Ordensschnalle auch noch das Großkreuz des Ordens von Römischen Adler, der Ungarische Verdienstorden 1. Klasse, der serbische Weiße Adler Orden 2. Klasse und 2 weitere Medaillen. Zu dem Zeitpunkt fehlte der Hausorden Hohenzollern Kreuz der Ritter mit Schwertern. Dieses Stück wurde auf der Ordensschnalle ergänzt. 

Eine historische Ordensschnalle eines der bekanntesten deutschen Generalfeldmarschälle, von historischer Bedeutung.

Karl Rudolf Gerd von Rundstedt (* 12. Dezember 1875 in Aschersleben, Provinz Sachsen; † 24. Februar 1953 in Hannover) war ein deutscher Offizier, zuletzt Generalfeldmarschall und führte während des gesamten Kriegs militärische Großverbände und Heeresgruppen an mehreren Fronten. Seine wichtigste Position war die des Oberbefehlshabers West. , die er – mit mehreren Unterbrechungen – zwischen 1940 und 1945 innehatte.

Preis auf Anfrage.
478243

Wehrmacht Große Ordenschnalle aus dem persönlichen Besitz von Generalfeldmarschall Gerd von Rundstedt

Die Ordensschnalle (auch Ordensspange genannt) stellt eines der faszinierendsten Phänomene der deutschen militärischen Auszeichnungskultur dar. Sie repräsentiert in komprimierter Form die gesamte militärische Laufbahn eines Offiziers und dokumentiert dessen Teilnahme an Feldzügen, Verdienste und Auszeichnungen über Jahrzehnte hinweg. Die vorliegende Ordensschnalle mit 16 Auszeichnungen aus der Zeit des Deutschen Kaiserreichs, der Weimarer Republik und des Dritten Reiches bietet einen einzigartigen Einblick in die militärische Karriere eines hochrangigen deutschen Offiziers der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Die Tradition der Ordensschnalle entwickelte sich im 19. Jahrhundert, als die zunehmende Anzahl militärischer Auszeichnungen es unpraktisch machte, alle Orden in voller Größe gleichzeitig zu tragen. Die Lösung bestand darin, die charakteristischen Bänder der Orden nebeneinander auf einer Metallschiene zu befestigen. Diese wurde auf der linken Brustseite der Uniform getragen und bot eine kompakte Übersicht über die militärischen Verdienste des Trägers. Die Reihenfolge der Auszeichnungen folgte dabei strengen Präzedenzregeln, die den Rang und die Bedeutung jeder einzelnen Auszeichnung berücksichtigten.

Die auf dieser Schnalle vertretenen Auszeichnungen spannen einen bemerkenswerten historischen Bogen. Das Preußische Eiserne Kreuz, ursprünglich 1813 von König Friedrich Wilhelm III. gestiftet und 1939 von Adolf Hitler erneuert, steht am Anfang der Schnalle. Diese Positionierung entspricht der hohen Wertschätzung dieser Auszeichnung in der deutschen Militärhierarchie. Das Kreuz der Ritter des Königlichen Hausordens von Hohenzollern mit Schwertern war eine der höchsten preußischen Tapferkeitsauszeichnungen und wurde nur an Offiziere für herausragende Leistungen im Gefecht verliehen.

Besonders bemerkenswert ist die Präsenz mehrerer Auszeichnungen deutscher Bundesstaaten, was die föderale Struktur des Deutschen Kaiserreichs widerspiegelt. Der Bayerische Militär-Verdienstorden, der Sächsische Albrechts-Orden und verschiedene Verdienstkreuze kleinerer Fürstentümer wie Lippe-Detmold, Waldeck und Schwarzburg dokumentieren die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Kontingenten der deutschen Streitkräfte vor 1918. Jeder dieser Staaten behielt bis zur Novemberrevolution 1918 das Recht, eigene Orden zu verleihen.

Das Ehrenkreuz für Frontkämpfer 1914-1918, auch als Hindenburgkreuz bekannt, wurde 1934 von Reichspräsident Paul von Hindenburg gestiftet und an alle Veteranen des Ersten Weltkriegs verliehen, die aktiv an der Front gekämpft hatten. Seine Präsenz auf dieser Schnalle kennzeichnet den Träger eindeutig als Frontveteranen des Großen Krieges.

Die Wehrmacht-Dienstauszeichnungen für 25 und 12 Jahre mit den charakteristischen Bandadlern dokumentieren eine außergewöhnlich lange Militärkarriere. Diese 1936 eingeführten Auszeichnungen ersetzten die älteren preußischen und reichsdeutschen Dienstauszeichnungen und wurden nach Dienstjahren gestaffelt verliehen. Die 25-Jahres-Spange war die zweithöchste dieser Kategorie, übertroffen nur von der 40-Jahres-Auszeichnung.

Die China-Denkmünze aus Stahl für Nichtkämpfer erinnert an den Boxeraufstand von 1900-1901, als ein internationales Expeditionskorps zur Niederschlagung des Aufstands nach China entsandt wurde. Das deutsche Kontingent, das sogenannte Ostasiatische Expeditionskorps, spielte dabei eine bedeutende Rolle. Die Version für Nichtkämpfer wurde an Personal verliehen, das zwar im Einsatzgebiet war, aber nicht direkt an Kampfhandlungen teilnahm.

Die Preußische Centenarmedaille von 1897 zum 100. Geburtstag Kaiser Wilhelms I. wurde an alle aktiven und pensionierten Angehörigen der preußischen Streitkräfte verliehen und stellt eher eine Erinnerungs- als eine Verdienstmedaille dar.

Das Österreichische Militär-Verdienstkreuz 3. Klasse mit Kriegsdekoration zeugt von der engen militärischen Zusammenarbeit zwischen dem Deutschen Reich und Österreich-Ungarn während des Ersten Weltkriegs. Solche Auszeichnungen wurden häufig an deutsche Offiziere verliehen, die mit österreichischen Truppen zusammenarbeiteten oder im österreichischen Verantwortungsbereich operierten.

Die handwerkliche Qualität solcher Ordensschnallen war üblicherweise sehr hoch. Spezialisierte Firmen wie Godet in Berlin oder C. E. Juncker fertigten diese Stücke mit großer Sorgfalt an. Die Bänder wurden exakt nach den offiziellen Vorgaben gewebt, und die Metallschiene musste sowohl stabil als auch flexibel genug sein, um der Uniform zu folgen. Die rückseitige Tuchabdeckung, typischerweise in rotem Filz oder Tuch, schützte die Uniform vor den Metallteilen und den Nadelbefestigungen.

Das Foto aus der Reichskanzlei vom 4. November 1938 bietet einen wichtigen Datierungsanhaltspunkt. Zu diesem Zeitpunkt, kurz vor Beginn des Zweiten Weltkriegs, repräsentierte eine solche Ordensschnalle bereits eine beeindruckende militärische Karriere, die im Kaiserreich begonnen und sich durch die Weimarer Republik bis ins Dritte Reich erstreckt hatte.

Die historische Bedeutung solcher Ordensschnallen geht weit über ihren materiellen Wert hinaus. Sie sind dreidimensionale Biografien, die militärische Karrieren, historische Ereignisse und die komplexe Auszeichnungskultur des deutschen Militärs dokumentieren. Jede einzelne Bandschnalle erzählt von einem bestimmten Ereignis, einer Auszeichnung, einem Feldzug oder einer langen Dienstzeit. Zusammen bilden sie ein einzigartiges historisches Zeugnis einer bewegten Epoche deutscher und europäischer Geschichte.