DDR - Volksmarine Wintermütze 

mit Herstellercode 1855, Größe 53, elastisches Band am Deckel  um die seitlichen klappen zu befestigen ist extrem fragile, Zustand 3
481144
50,00

DDR - Volksmarine Wintermütze 

Die Wintermütze der Volksmarine der DDR stellt ein charakteristisches Ausrüstungsstück der ostdeutschen Seestreitkräfte während der Zeit des Kalten Krieges dar. Diese spezielle Kopfbedeckung wurde entwickelt, um den Angehörigen der Volksmarine Schutz vor den rauen Witterungsbedingungen an der Ostseeküste zu bieten.

Die Volksmarine wurde am 1. Juli 1956 als Seestreitkraft der Nationalen Volksarmee (NVA) der Deutschen Demokratischen Republik gegründet. Sie entwickelte sich aus den maritimen Polizeieinheiten, die bereits in den frühen 1950er Jahren existierten. Mit einer Stärke von etwa 16.000 Mann zur Hochzeit ihrer Existenz war die Volksmarine hauptsächlich in den Küstengewässern der Ostsee operativ tätig.

Das vorliegende Exemplar trägt den Herstellercode 1855, der auf einen spezifischen volkseigenen Betrieb (VEB) hinweist, der mit der Produktion von militärischer Bekleidung beauftragt war. In der DDR-Wirtschaft wurden Hersteller nicht namentlich, sondern durch numerische Codes identifiziert, was Teil des zentralen Planungssystems der sozialistischen Wirtschaftsordnung war. Diese Kodierung ermöglichte eine effiziente Nachverfolgung der Produktion und Qualitätskontrolle.

Die Größe 53 entspricht dem metrischen System der Kopfumfangsmessung, das in der DDR standardmäßig verwendet wurde. Dies war eine Abkehr vom älteren deutschen System und entsprach den sowjetischen Standards, die nach 1945 in der DDR übernommen wurden.

Die Konstruktion der Wintermütze folgte funktionalen Anforderungen. Das charakteristische Merkmal dieser Mützenart sind die seitlichen Klappen, die bei Bedarf heruntergelassen werden konnten, um Ohren und Nacken vor Kälte und Wind zu schützen. Bei wärmerem Wetter oder wenn die zusätzliche Isolation nicht benötigt wurde, konnten diese Klappen mit Hilfe eines elastischen Bandes am Deckel hochgeklappt und befestigt werden. Diese praktische Lösung ermöglichte eine flexible Anpassung an verschiedene Wetterbedingungen.

Das Material solcher Wintermützen bestand üblicherweise aus robustem Wollgewebe oder Mischgewebe, das sowohl Wärmeisolierung als auch eine gewisse Feuchtigkeitsresistenz bot. Die Innenseite war oft mit einem weicheren Futterstoff ausgekleidet, der zusätzlichen Komfort und Wärme bot. Die Farbgebung orientierte sich an den Uniformvorschriften der Volksmarine und war typischerweise in dunklen Blau- oder Grautönen gehalten.

Die Uniformordnung der Volksmarine wurde mehrfach überarbeitet und angepasst. Grundlegende Bestimmungen wurden in den “Bestimmungen über das Tragen der Uniform” festgelegt, die regelmäßig aktualisiert wurden, um den sich ändernden Anforderungen und modischen Entwicklungen Rechnung zu tragen. Die Wintermütze gehörte zur regulären Winteruniform und war für den Dienst an Land sowie an Bord kleinerer Einheiten vorgesehen.

Die Volksmarine war organisatorisch in verschiedene Flotillen und Verbände unterteilt, darunter Raketenschnellboote, Minensucher, Landungstruppen und Küstenverteidigungseinheiten. Alle diese Einheiten verwendeten grundsätzlich die gleiche Wintermütze, wobei die Dienstgradabzeichen und eventuelle Embleme die einzigen Unterscheidungsmerkmale darstellten.

Mit der Wiedervereinigung Deutschlands 1990 wurde die Volksmarine aufgelöst. Ein Teil der Einheiten und des Personals wurde in die Bundeswehr übernommen, während die meisten Schiffe und Ausrüstungsgegenstände außer Dienst gestellt wurden. Die Uniformen und Ausrüstungsstücke der Volksmarine wurden teils verschrottet, teils an Sammler verkauft oder in militärhistorischen Sammlungen aufbewahrt.

Das erwähnte elastische Band, das bei diesem Exemplar als “extrem fragile” beschrieben wird, ist ein typisches Alterungsproblem bei textilen Militaria. Gummielastische Materialien verlieren über die Jahrzehnte ihre Elastizität und werden spröde, was ein häufiges Konservierungsproblem bei historischen Uniformstücken darstellt.

Heute sind solche Ausrüstungsgegenstände der Volksmarine begehrte Sammlerstücke, die ein Zeugnis der deutschen Teilungsgeschichte ablegen. Sie dokumentieren nicht nur militärische Aspekte, sondern auch die industrielle Produktion, Materialwissenschaft und das tägliche Leben in den Streitkräften der DDR. Für Militärhistoriker und Sammler bieten sie wertvolle Einblicke in die Organisation und Ausstattung der ostdeutschen Seestreitkräfte während der fast vier Jahrzehnte währenden Existenz der DDR.

r