Ehrenzeichen vom 9. November 1923 - großer Nachlass aus dem Besitz des RAD Obergeneralarbeitsführers und SA-Brigadeführers Victor Band

Ehrenzeichen vom 9. November 1923, sogenannter "Blutorden", 2. Modell im Verleihungsetui. Silberne Medaille, die Originaltönung zu 100 % erhalten, rückseitig mit Verleihungsnummer "2879" über Silberstempel "800". Komplett mit einem original Bandabschnitt, im passenden Verleihungsetui für den Blutorden 2. Modell, außen mit Aufdruck "8./9. November 1923". Die Verleihung erfolgte am 31.3.1940. Ungetragen, Zustand 1-. Dazu das Anschreiben "Der Reichsschatzmeister der NSDAP" mit der Benachrichtigung über die Verleihung des Blutordens. ". Die Verleihungsurkunde, Ordensmedaille mit Band sowie Besitzurkunde gehen Ihnen über die zuständige Gauleitung demnächst zu.". Datiert München, 31.3.1940, mit original Unterschrift Schwarz, komplett mit dem original Briefkuvert. Weiterhin ein Schreiben der NSDAP Gauleitung Wien, datiert 16. April 1940 mit der Einladung zur Verleihung des Blutordens am 19. April 1940 durch SS-Oberführer Scharizer (= stellvertretender Gauleiter), komplett mit dem original Briefkuvert. Offizielle Einladungskarte des Gauleitung Wien "Freitag, den 19. April, 18 Uhr, findet im großen Festsaal des Neuen Rathauses die feierliche Verleihung von Blutorden… statt..". Großes Foto von Band in RAD Generalarbeitsführer Uniform mit Band zum Blutorden, gemeinsam mit Reichsarbeitsführer Hierl.

NSDAP Mitgliedsbuch, ausgestellt 20. Dezember 1940, NSDAP Mitgliedsnummer "6199262" . Auf den Führer vereidigt in Wien, 31. August 1932, handschriftlich auf Seite 11 "Es wird bestätigt, das Pg. Victor Band am 31. August 1932 seine Aufnahme beantragte und seitdem Mitgliedsbeiträge entrichtet.". Seite 12 "Der Inhaber des Mitgliedsbuches gilt als Altparteigenosse im Sinne der Bestimmungen der Partei", 6 eingeklebte Beförderungen zum SA Truppführer Juli 33, zum Sturmführer 12. Dez. 1933, zum SA-Sturmbannführer Mai 1934, zum SA-Obersturmbannführer Juni 1934 und zum Brigadeführer 12.3.1938, alle ausgestellt 6. März 1944 von der SA Gruppe Donau Wien. Weitere Marke "Der Oberste SA-Führer - zur Verfügung der Gruppe Donau gestellt, 1.6.1938". Eingeklebte Beitragsmarken von 1940 - 1945. Zustand 1a. Bescheinigung Karte der NSDAP Gauleitung Wien über die Mitgliedschaft "Eingetreten am 20/6.1938.", ausgestellt Wien, den 31. Juli 1940. . Dazu das NSDAP Parteiabzeichen, emailliert, Hersteller RZM M 1/163, getragen. "Führerbefehl Nr. 63", herausgegeben von der Obersten SA-Führung, München 1. Juni 1938 mit den Beförderungen des ehem. Österreichischen SA-Führer, "zum Brigadeführer: … den früheren Führer der illegalen Brigade Wien: SA-Führer Viktor Band..". Gratulationsschreiben "SA der NSDAP der Führer der Gruppe Österreich" zur Beförderung zum SA-Brigadeführer, datiert 17. Juni 1938.
RAD Dienstausweis, ausgestellt 1.10.1940 als Oberstarbeitsführer, randvoll mit allen Beförderungen bis zum Obergeneralarbeitsführer am 20.4.1945, Einsätze im Heimatkriegsgebiet bis 1941, danach "Im Operationsgebiet jenseits der Reichsgrenzen im Rahmen der Luftflotten Mitte.. Südrußland, u. Kaukasus.." ab 1943 dann wieder im Heimatkriegsgebiet. 14 eingetragene Auszeichnungen, inkl. "31.3.1940 Blutorden der NSDAP". Letzte Eintragung April 1945. Zustand 2.
4 sehr schöne gerahmte Fotos vom Reichsparteitag 1938, Band gemeinsam mit Reichsarbeitsführer Hierl und Reichsminister Frick mit Blutorden, dazu 2 weitere Fotos, eines rückseitig beschriftet.
Wehrmacht Wehrpaß, ausgestellt 1942, Komplet mit allen Eintragungen als Generalarbeitsführer. 7 eingetragene Auszeichnungen, inkl. "Blutorden d. NSDAP 31.3.40". Letzter Eintrag 1943. Zustand 1a.
RAD Dienstauszeichnung 4. Stufe für 4 Dienstjahre, am Band mit Tragenadel. Dazu die Verleihungsurkunde als Oberstarbeitsführer, Arbeitsgauleitung XXXV Wien, datiert 9. Januar 1939.
Erinnerungsmedaille 13. März 1938 am Band mit Tragenadel. Dazu die Verleihungsurkunde als Oberstarbeitsführer, ausgestellt 3. August 1939.
Berechtigungsausweis für das Verwundetenabzeichen für Heeresangehörige "in mattweiss", ausgestellt Wien, 23.10.1939.
Ehrenkreuz für Frontkämpfer 1914-1918 mit Verleihungsurkunde als Arbeitsgauführer, datiert 9. Dezember 1939. Zustand 1.
Medaille zur Erinnerung an den 1. Oktober 1938, am langen Band. Dau die Verleihungsurkunde als Oberstarbeitsführer, ausgestellt 17. Januar 1940. Spange "Prager Burg", dazu die Verleihungsurkunde, ausgestellt 9. Mai 1940 - alles Zustand 1.
Kriegsverdienstkreuz 1939 2. Klasse mit Schwertern. Dazu die Verleihungsurkunde als General-Arbeitsführer, ausgestellt "Wien, den 1. Dezember 1940". Zustand 1.
Kriegsverdienstkreuz 1939 1. Klasse mit Schwertern. Buntmetall, im Verleihungsetui, innen mit Hersteller "Kerbach & Oesterhelt, Dresden A 1". Getragen, Zustand 2. Dazu die Verleihungsurkunde als Generalarbeitsführer, ausgestellt "Hauptquartier des Ob.d.L. den 23.12.1941", Zustand 1.
50 weitere original Fotos als Generalarbeitsführer, teils hochinteressant, ein ex libris und ein Foto einer sehr schönen Portraitzeichnung als Generalarbeitsführer mit Blutorden, im Hintergrund die Stadt Wien.
Weiterhin Einberufung zum Österreichischen Arbeitsdienst und Ausweiskarte von 1933, Foto in österreichischer AD Uniform, große Ernennungsurkunde zum Ingenieur 1938, Mitgliedsbuch NS Reichskriegerbund, Büchlein "Ehret die Arbeit - Reichsarbeitsdienst Kunstschau 1944 zu Prag", 3 Schmuckurkunden aus der Kriegsgefangenschaft.

Ein toller umfangreicher Nachlaß eines Blutordenträgers, in dieser Vollständigkeit nur ganz selten zu finden !
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Ehrenzeichen vom 9. November 1923 - großer Nachlass aus dem Besitz des RAD Obergeneralarbeitsführers und SA-Brigadeführers Victor Band

Der Blutorden, offiziell als Ehrenzeichen vom 9. November 1923 oder Medaille zur Erinnerung an den 9. November 1923 bezeichnet, gehörte zu den prestigeträchtigsten Auszeichnungen der NSDAP. Die Medaille wurde am 9. November 1933, genau zehn Jahre nach dem gescheiterten Putschversuch, durch Adolf Hitler gestiftet, um die Teilnehmer des Bierkeller-Putsches vom 8. und 9. November 1923 in München zu ehren. Bei diesem Putschversuch kamen 16 Putschisten und vier Polizeibeamte ums Leben, und der Vorfall markierte einen entscheidenden Moment in der frühen Geschichte der nationalsozialistischen Bewegung.

Die erste Verleihung der Auszeichnung erfolgte an 1.500 Teilnehmer des Putsches, die außerdem vor Januar 1932 Mitglieder der NSDAP oder einer ihrer Gliederungen gewesen waren. Eine wesentliche Voraussetzung war die ununterbrochene Mitgliedschaft in der NSDAP vor dem 30. Januar 1933, dem Tag der Machtübernahme, oder in der SA. Nur jene Personen kamen in Betracht, die nachweislich am 8. oder 9. November 1923 in München anwesend waren und aktiv am Putschversuch teilgenommen hatten. Am 1. April 1935 wurden die Verleihungen zunächst ausgesetzt, um die Exklusivität der Auszeichnung zu bewahren.

Im Mai 1938 wurde die Verleihung auf Personen ausgedehnt, die vor 1933 für nationalsozialistische Aktivitäten inhaftiert worden waren, zum Tode verurteilt und später zu lebenslänglicher Haft begnadigt wurden, oder im Dienst der Partei vor 1933 schwer verwundet worden waren. Später wurde sie weiter ausgedehnt auf Mitglieder der österreichischen NSDAP, die am Juliputsch 1934 teilgenommen hatten oder für nationalsozialistische Aktivitäten erhebliche Haftstrafen oder Verletzungen erlitten hatten. Sie konnte auch nach Ermessen Adolf Hitlers an bestimmte andere Personen verliehen werden; der letzte Empfänger war Reinhard Heydrich, der die Auszeichnung posthum erhielt.

Die Medaille bestand aus Silber mit einem Durchmesser von etwa 40 Millimetern. Die Vorderseite zeigt einen Adler, der einen Eichenlaubkranz umfasst. Im Kranz steht das Datum 9. Nov., rechts die Inschrift München 1923–1933. Die Rückseite zeigt den Eingang der Feldherrnhalle in Relief, wo der Putsch in einer Niederlage endete, und direkt darüber das abgewinkelte Hakenkreuz mit Sonnenstrahlen im Hintergrund. Am oberen Rand steht die Inschrift “Und ihr habt doch gesiegt”. Die Rückseite trug die individuelle Verleihungsnummer und den Silberstempel. Alle Medaillen waren nummeriert, mit Ausnahme derer von Hitler und Göring.

Von der ersten Auflage des Blurordens wurden von 1934 bis 1935 nur 1.500 Verleihungen vorgenommen. Diese Medaillen des Typs I wurden aus 99 Prozent reinem Silber geprägt und trugen die Herstellerbezeichnung J. FUESS MÜNCHEN sowie den Silberstempel 990. Die späteren Medaillen des Typs II wurden aus 80 Prozent Silber geprägt, trugen Seriennummern über 1500 und führten nicht den Herstellernamen. Vom Typ II sind Stücke mit Verleihungsnummern bis etwa 4.300 bekannt. Die offiziellen Aufzeichnungen enden mit dem Jahr 1942. Insgesamt erhielten 16 Frauen die Auszeichnung, zwei aus dem Altreich, nämlich Eleonore Baur und Emma Schneider, und 14 aus Österreich.

In einem Dekret vom 6. November 1936 setzte Hitler den Blutorden in der Rangfolge der höchsten NSDAP-Auszeichnungen an fünfter Stelle, nach dem Coburger Abzeichen, dem Nürnberger Parteiabzeichen 1929, dem SA-Treffen-Abzeichen Braunschweig 1931 und dem Goldenen Parteiabzeichen. Seine Träger erhielten bevorzugte Behandlung bei Ernennungen, genossen finanzielle Vergünstigungen und galten als Elite der Bewegung.

Das vorliegende Exemplar mit der Seriennummer 2879 wurde am 31. März 1940 an Victor Band verliehen, geboren am 4. Dezember 1897 in St. Leonhard, gestorben am 31. Oktober 1973 in Wien. Band war ein österreichischer Ingenieur und politischer Funktionär der NSDAP, für die er Reichstagsabgeordneter war. Nach dem gescheiterten Putsch der österreichischen Nationalsozialisten wurde Band im Juli 1934 verhaftet und am 25. Mai 1935 vom Wiener Militärgericht wegen Hochverrats zu lebenslanger Zwangsarbeit verurteilt. Er hielt zunächst den Rang eines Oberstarbeitsführers im Reichsarbeitsdienst und wurde später zum Obergeneralarbeitsführer befördert, zuletzt am 20. April 1945. Seine Beförderung zum SA-Brigadeführer erfolgte am 12. März 1938. Im Jahr 1944 wurde er Stadtrat von Wien.

Nach 1945 wurde der Blutorden zusammen mit allen anderen nationalsozialistischen Auszeichnungen durch das Kontrollratsgesetz Nr. 1 vom 20. September 1945 verboten. Der öffentliche Besitz und das Tragen solcher Orden wurden unter Strafe gestellt. Im Rahmen der Entnazifizierungsprozesse von 1945 bis 1949 wurden Träger automatisch als Hauptschuldige kategorisiert. Die Kontrollratsdirektive Nr. 38 vom 12. April 1946 führte den NS-Blutorden ausdrücklich unter den NSDAP-Auszeichnungen auf, deren Träger als aktive Parteimitglieder galten und sofortiger Entfernung aus öffentlichen Ämtern, Verlust von Rentenansprüchen, Geldstrafen und möglicher Internierung unterworfen wurden. Heute sind diese Objekte wichtige zeitgeschichtliche Dokumente, die in Museen und Archiven für wissenschaftliche und Bildungszwecke bewahrt werden.

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