England 2. Weltkrieg: " Irving RAF combined pattern flying suit"

mit Herstelleretikett im Rücken "Irving Air Chute of Great Britain Ltd, Patent No 407445, dual purpose, size large, 19.SEP.1940" alle Reißverschlüsse sind funktionsfähig jedoch zeigen einige leichte Oxidation, leicht fleckig, Zustand 2- 
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England 2. Weltkrieg: " Irving RAF combined pattern flying suit"

Der Irving RAF Combined Pattern Flying Suit aus dem Zweiten Weltkrieg stellt ein bedeutendes Beispiel für die Entwicklung der Fliegerschutzausrüstung der Royal Air Force dar. Dieser spezielle Anzug, hergestellt am 19. September 1940, stammt aus einer kritischen Phase der britischen Luftkriegsführung – unmittelbar nach der Luftschlacht um England.

Die Firma Irving Air Chute of Great Britain Ltd. hatte sich bereits in den 1920er und 1930er Jahren als führender Hersteller von Fallschirmen und Fliegerschutzausrüstung etabliert. Das Unternehmen, benannt nach dem amerikanischen Fallschirmpionier Leslie Irvin, spielte eine entscheidende Rolle bei der Ausrüstung der RAF während des Zweiten Weltkriegs. Die Bezeichnung Patent No. 407445 verweist auf die patentierte Konstruktion, die spezifische Innovationen im Design und der Funktionalität des Anzugs schützte.

Das Konzept des “Combined Pattern” oder “Dual Purpose”-Anzugs war revolutionär für seine Zeit. Diese Fliegerkombination vereinte mehrere Schutzfunktionen in einem einzigen Kleidungsstück: Sie bot sowohl Wärmeschutz in großer Höhe als auch eine gewisse Imprägnierung gegen Feuchtigkeit und Wind. Die Bomber- und Jagdfliegerpiloten der RAF waren in den unbeheizten oder schlecht beheizten Cockpits der 1940er Jahre extremen Temperaturen ausgesetzt. In Höhen von 20.000 bis 30.000 Fuß konnte die Temperatur auf minus 40 Grad Celsius und darunter fallen.

Der September 1940 markiert einen Wendepunkt in der Luftschlacht um England. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Luftwaffe ihre Strategie bereits mehrfach geändert, und die RAF befand sich in einem verzweifelten Kampf um die Luftherrschaft über Großbritannien. Die Produktion von Fliegerschutzausrüstung war von höchster Priorität, da jeder ausgebildete Pilot unersetzlich war. Ein funktionsfähiger Schutzanzug konnte im Falle eines Abschusses über der Nordsee oder dem Ärmelkanal lebensrettend sein.

Die Konstruktion des Irving-Anzugs war durchdacht und praktisch. Das Material bestand typischerweise aus mehreren Lagen, wobei die Außenschicht aus strapazierfähigem, winddichtem Stoff gefertigt war. Die Innenseite war oft mit Wolle oder einem anderen isolierenden Material gefüttert. Die Reißverschlüsse waren ein kritisches Element des Designs – sie mussten auch bei extremer Kälte funktionsfähig bleiben und durften nicht einfrieren. Die Verwendung mehrerer Reißverschlüsse ermöglichte es dem Träger, die Belüftung je nach Bedarf anzupassen.

Die Größenangabe “Large” folgte dem standardisierten Größensystem der RAF, das entwickelt wurde, um eine schnelle und effiziente Ausrüstung der Besatzungen zu gewährleisten. Die Anzüge mussten über der normalen Uniform und oft über zusätzlichen Schutzschichten getragen werden können, was die großzügige Dimensionierung erklärt.

Das Herstelleretikett im Rücken des Anzugs war nicht nur eine Formalität, sondern diente praktischen Zwecken. Es ermöglichte die Rückverfolgung bei Qualitätsproblemen und half bei der Bestandsverwaltung. Die Angabe des Herstellungsdatums war besonders wichtig, da sich die Designs und Spezifikationen während des Krieges kontinuierlich weiterentwickelten.

Die Irving-Anzüge wurden von verschiedenen Flugzeugbesatzungen getragen, von den Piloten der Supermarine Spitfire und Hawker Hurricane bis zu den Besatzungen der schweren Bomber wie Avro Lancaster und Handley Page Halifax. Jede Rolle stellte unterschiedliche Anforderungen an die Schutzausrüstung. Jägerpiloten benötigten maximale Bewegungsfreiheit, während Bomberbesatzungen, die stundenlang in eiskalten Höhen ausharren mussten, maximalen Wärmeschutz brauchten.

Die Erhaltung solcher Fliegerkombinationen ist bemerkenswert, da diese Ausrüstungsgegenstände starker Beanspruchung ausgesetzt waren. Viele wurden nach dem Krieg entsorgt oder für andere Zwecke wiederverwendet. Die sichtbare Oxidation an den Reißverschlüssen ist charakteristisch für das Alter und die Lagerungsbedingungen über mehr als acht Jahrzehnte. Die leichte Fleckenbildung zeugt vom tatsächlichen Gebrauch und verleiht dem Objekt historische Authentizität.

Heute sind diese Fliegerkombinationen wichtige Museumsstücke und begehrte Sammlerobjekte. Sie repräsentieren nicht nur die technische Entwicklung der Schutzausrüstung, sondern auch die menschliche Dimension des Luftkriegs. Jeder Anzug erzählt die Geschichte der Männer, die ihn trugen – oft junge Piloten in ihren Zwanzigern, die täglich ihr Leben riskierten, um die Freiheit zu verteidigen.

Die Firma Irving setzte ihre Tradition der Innovation nach dem Krieg fort und entwickelte Ausrüstung für die Jet-Ära und die moderne Luftfahrt. Das Erbe dieser frühen Designs ist noch heute in modernen Fliegerschutzanzügen erkennbar, die nach wie vor Leben retten und Besatzungen unter extremen Bedingungen schützen.

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