III. Reich - Schlagetertag 24. Mai 1936

Eisenblechabzeichen, an Nadel, Zustand 2.
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30,00

III. Reich - Schlagetertag 24. Mai 1936

Das vorliegende Schlagetertag-Abzeichen vom 24. Mai 1936 repräsentiert ein bedeutendes Kapitel der nationalsozialistischen Gedenkkultur und Propaganda. Dieses Eisenblechabzeichen mit Nadelkonstruktion wurde anlässlich des jährlichen Gedenktages für Albert Leo Schlageter herausgegeben, einer Figur, die das NS-Regime zu einem zentralen Märtyrer der Bewegung stilisierte.

Albert Leo Schlageter (1894-1923) war ein Freikorps-Mitglied, das während der französischen Ruhrbesetzung 1923 wegen Sabotageakten von einem französischen Kriegsgericht zum Tode verurteilt und am 26. Mai 1923 auf der Golzheimer Heide bei Düsseldorf erschossen wurde. Die Nationalsozialisten nutzten Schlageters Tod intensiv für ihre Propaganda und erhöhten ihn zum “ersten Soldaten des Dritten Reiches” und zum Symbol des Widerstands gegen die Bestimmungen des Versailler Vertrages.

Nach der Machtübernahme 1933 etablierten die Nationalsozialisten den Schlagetertag als offiziellen Gedenktag. Der 26. Mai, Schlageters Todestag, wurde zunächst als Datum gewählt, aber verschiedene regionale und lokale Veranstaltungen fanden auch an anderen Terminen statt. Das Jahr 1936, zu dem dieses Abzeichen gehört, war besonders bedeutsam, da es den 13. Jahrestag von Schlageters Tod markierte und in eine Phase intensivierter nationalsozialistischer Propaganda fiel.

Die Herstellung solcher Gedenkabzeichen war im Dritten Reich weit verbreitet. Diese Blechabzeichen dienten mehreren Zwecken: Sie waren Ausdruck der Teilnahme an Gedenkveranstaltungen, dokumentierten die ideologische Verbundenheit mit der NS-Bewegung und fungierten als Sammelobjekte. Die Verwendung von Eisenblech als Material war typisch für solche Massenabzeichen und ermöglichte eine kostengünstige Produktion in großen Stückzahlen. Die Nadelkonstruktion auf der Rückseite erlaubte das einfache Anbringen an Kleidung oder Uniformen.

Im Jahr 1936 befand sich das NS-Regime in einer Phase der Konsolidierung. Die Olympischen Spiele in Berlin standen bevor, und das Regime bemühte sich, seine Macht sowohl im Inland als auch international zu demonstrieren. Gedenkveranstaltungen wie der Schlagetertag dienten der Mobilisierung der Bevölkerung und der Stärkung der nationalsozialistischen Ideologie. Sie verbanden die Erinnerung an die “Kampfzeit” der Bewegung mit den aktuellen politischen Zielen.

Die Schlagetertag-Veranstaltungen umfassten typischerweise Aufmärsche, Kranzniederlegungen, Reden führender Parteifunktionäre und oft auch theatralische Aufführungen. Besonders populär war das Drama “Schlageter” von Hanns Johst aus dem Jahr 1933, das zur Standardlektüre des NS-Kulturbetriebs gehörte. Diese Veranstaltungen fanden nicht nur in Düsseldorf, dem Ort von Schlageters Hinrichtung, sondern im gesamten Deutschen Reich statt.

Das vorliegende Abzeichen in Zustand 2 weist auf eine gute Erhaltung hin, was bei Eisenblechabzeichen aus dieser Zeit nicht selbstverständlich ist. Viele dieser Objekte wurden nach 1945 vernichtet oder gingen durch Korrosion und unsachgemäße Lagerung verloren. Erhaltene Exemplare sind heute wichtige zeithistorische Dokumente, die Einblick in die Alltagskultur und Propagandamaschinerie des NS-Regimes geben.

Aus historischer Perspektive sind solche Abzeichen bedeutende Zeugnisse der nationalsozialistischen Erinnerungskultur und der Instrumentalisierung historischer Figuren für politische Zwecke. Sie dokumentieren, wie das Regime durch die Schaffung eines Märtyrerkults und durch regelmäßige Gedenkveranstaltungen versuchte, die Bevölkerung ideologisch zu formen und eine gemeinsame, von der NS-Ideologie geprägte Identität zu schaffen. Heute dienen sie der historischen Forschung und Aufklärung über die Mechanismen totalitärer Propaganda.

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