Kriegsmarine Einzel Ärmelabzeichen für Offiziere der Marineartillerie
Preis pro Stück: 18 Euro.
Der Zustand kann variieren.
Die Ärmelabzeichen der Kriegsmarine für Offiziere der Marineartillerie stellen ein bedeutendes Element der militärischen Uniformkunde des Dritten Reiches dar. Diese speziellen Abzeichen dienten zur Kennzeichnung der Waffengattungszugehörigkeit innerhalb der deutschen Marine zwischen 1935 und 1945.
Mit der offiziellen Wiedereinführung der deutschen Marine als Kriegsmarine am 1. Juni 1935 wurde ein umfassendes System von Rangabzeichen und Laufbahnkennzeichnungen etabliert. Die Marineartillerie bildete dabei einen der wichtigsten technischen Zweige, verantwortlich für die Entwicklung, Wartung und den Einsatz der Schiffsartillerie auf allen Kriegsschiffen von Torpedobooten bis zu Schlachtschiffen.
Die Heeres-Verordnungsblätter und entsprechende Marinedienstvorschriften regelten präzise die Trageweise und Ausführung dieser Abzeichen. Offiziere der Marineartillerie trugen ihre Laufbahnabzeichen auf beiden Oberärmeln der Dienstjacke, oberhalb der Rangstreifen.
Die hier beschriebene Cellon-gestickte Ausführung repräsentiert eine hochwertige Herstellungsmethode. Cellon war ein durchsichtiges, zelluloidartiges Material, das als Trägergewebe für die Stickerei diente. Diese Technik ermöglichte eine besonders feine und detailreiche Darstellung des Artilleriesymbols - typischerweise zwei gekreuzte Geschützrohre, oft mit zusätzlichen Elementen wie Granaten oder Zahnrädern.
Im Gegensatz zu maschinell gewebten oder einfach gestickten Varianten zeichneten sich Cellon-Stickereien durch ihre dreidimensionale Wirkung und Haltbarkeit aus. Die Verwendung von Metallfäden in Gold- oder Silbertönen auf dunklem Grundstoff schuf den charakteristischen Kontrast dieser Abzeichen.
Die Marineartillerie-Offiziere durchliefen eine spezialisierte Ausbildung, die sowohl theoretische Kenntnisse in Ballistik und Feuerleitung als auch praktische Erfahrung im Umgang mit verschiedenen Kalibern umfasste. Von den leichten 2-cm-Flak-Geschützen bis zu den schweren 38-cm-Kanonen der Bismarck-Klasse erforderte jede Waffenart spezialisiertes Wissen.
Die Träger dieser Abzeichen waren in verschiedenen Bereichen tätig: als Geschützoffiziere an Bord, als Ausbilder in Marineschulen wie der Marineschule Mürwik, oder in technischen Ämtern und Entwicklungsabteilungen. Das Abzeichen signalisierte somit nicht nur die Laufbahn, sondern auch ein hohes Maß an technischer Expertise.
Gemäß den Uniformvorschriften der Kriegsmarine wurden die Ärmelabzeichen auf dem dunkelblauen Dienstrock sowie der Ausgehuniform getragen. Die genaue Positionierung war vorgeschrieben: Das Abzeichen wurde mittig auf dem Oberärmel platziert, mit einem festgelegten Abstand zu den Ärmeltressen, die den Rang kennzeichneten.
Einzelne Ärmelabzeichen, wie in der Objektbeschreibung erwähnt, wurden entweder als Ersatz für beschädigte Abzeichen oder als Ausstattung für neu beschaffte Uniformstücke erworben. Offiziere waren für die ordnungsgemäße Ausstattung ihrer Uniformen selbst verantwortlich.
Die Produktion solcher Abzeichen erfolgte durch spezialisierte Hersteller militärischer Effekten. Firmen wie BEVO (Bandfabrik Ewald Vorsteher) waren bekannt für ihre hochwertigen gewebten und gestickten Uniformteile. Die Cellon-Technik erforderte besonderes handwerkliches Geschick und wurde oft von kleineren, spezialisierten Werkstätten ausgeführt.
Offiziere konnten diese Abzeichen über offizielle Marinedienststellen, aber auch über private Effektenhändler beziehen, was die Qualitätsunterschiede zwischen verschiedenen Exemplaren erklärt.
Heute sind diese Ärmelabzeichen gesuchte Sammelobjekte der Militaria-Kunde. Der “Zustand 2” in der Objektbeschreibung deutet nach gängiger Sammlernomenklatur auf einen gebrauchten, aber gut erhaltenen Zustand hin, mit möglicherweise leichten Altersspuren, aber ohne wesentliche Beschädigungen.
Die Cellon-Stickereien sind besonders anfällig für Austrocknung und Rissbildung, weshalb gut erhaltene Exemplare zunehmend selten werden. Authentische Stücke zeigen typische Alterungsmerkmale wie leichte Oxidation der Metallfäden und eine charakteristische Patina des Trägermaterials.
Diese Abzeichen sind mehr als reine Sammelobjekte - sie dokumentieren die hochentwickelte Organisation und Spezialisierung der Kriegsmarine. Die Marineartillerie spielte eine zentrale Rolle in der Seekriegsführung, und ihre Offiziere trugen wesentlich zur technischen Entwicklung bei, auch wenn ihre Bemühungen in einem verbrecherischen Regime standen.
Das Studium solcher Objekte ermöglicht Einblicke in die Alltagsrealität militärischer Hierarchien und die Bedeutung symbolischer Kennzeichnung für Identität und Korpsgeist innerhalb der Streitkräfte.