Luftwaffe Stahlhelm M 38 für Fallschirmjäger mit Normandie Tarnlackierung und "chicken wire" 

um 1944. Die besondere Tarnlackierung in hellgrün/sandfarben, die Lackierung zu ca. 85 % vorhanden, mit "chicken wire". Innen die dunkelgrüne Originallackierung ab Werk, im Nacken mit Stempel "ckl 68 4054". Komplett mit dem Futter am Blechring und dem grauen Schaumstoffpolster, der Kinnriemen ist nicht zeitgenössisch, die Stempelung im Futter "Kopfweite Gr. 56, Stahlhaube Gr. 68", sowie "Baumuster: Heisler, Berlin Hersteller ........". Getragener Helm, der Fallschirmjäger bzw die Kleiderkammer hat eigenmächtig das Lederfutter verändert um den Helm an  die Kopfgröße anzupassen, Lederfutter leicht beschädigt, Zustand 2-.



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Luftwaffe Fallschirmjäger Stahlhelm M38 mit Normandie-Tarnlackierung und Maschendraht

Der vorliegende Fallschirmjägerhelm M38 ist ein eindrucksvolles Zeugnis der deutschen Luftlandetruppen des Zweiten Weltkriegs. Dieser Helmtyp, der speziell für die besonderen Anforderungen der Fallschirmjäger entwickelt wurde, verkörpert sowohl technische Innovation als auch die harte Realität des Fronteinsatzes. Die aufgetragene Normandie-Tarnlackierung in Hellgrün und Sandfarben sowie der angebrachte Maschendraht (“chicken wire”) machen dieses Stück zu einem besonders aussagekräftigen Sammlerobjekt.

Die Entstehung des Fallschirmjägerhelms

Ab 1936 wurde im Werk der Eisenhüttenwerke AG im harzischen Thale an einem Helm gearbeitet, der speziell den Bedürfnissen der Luftlandetruppen gerecht werden sollte. Das Deutsche Fallschirmjägerkorps war im selben Jahr gegründet worden, und es zeigte sich schnell, dass der standardmäßige Stahlhelm M35 für Fallschirmsprünge völlig ungeeignet war. Er erzeugte während des Sprungs einen erheblichen Luftwiderstand. Ein zu locker befestigter Helm konnte dem Springer vom Kopf gerissen werden, saß er hingegen zu fest, drohte Erstickungsgefahr. Es bestand also dringender Bedarf an einer spezialisierten Lösung.

Der Ingenieur Karl Heisler entwarf daraufhin den Fallschirmhelm, der unter der Bezeichnung M38 vom Heer übernommen wurde. Dieser Helm wurde vom Standard-M35 abgeleitet, war jedoch kleiner, stromlinienförmiger und verfügte über einen deutlich reduzierten Rand – das charakteristische, beschnittene Profil, das Fallschirmjägerhelme sofort erkennbar macht. Sämtliche Fallschirmjägerhelme wurden von der Eisenhüttenwerke AG in Thale produziert. Bis etwa 1942 verwendete das Werk die Abkürzung “ET”, danach ging man zum dreistelligen Buchstabencode “ckl” über. Der vorliegende Helm trägt den Stempel “ckl 68 4054”, was auf eine Produktion in der Spätphase des Krieges hindeutet.

Es sind drei Helmvarianten bekannt: der M36 (äußerst selten), der M37 (selten) und der M38 (vergleichsweise häufig). Der M38 war das Standardmodell und wurde in den größten Stückzahlen produziert. M37-Helme wurden während des Krieges häufig auf M38-Spezifikation aufgerüstet.

Konstruktion und Ausstattung

Die Stahlglocke des M38 war mit einem Futter ausgestattet, das die Form einer Lederkappe mit runden Belüftungslöchern hatte. Sowohl ein Mikrogummieinsatz als auch die Lederkappe waren an einem Aluminiumring von einem Millimeter Stärke befestigt. Sämtliche Innenausstattungen wurden mit vier Schrauben an der Helmglocke verschraubt. Der vorliegende Helm besitzt die Stahlhaubengröße 68 (entspricht einem äußeren Durchmesser von etwa 69 cm) bei einer Kopfweite von 56. Im Futter finden sich die Stempel “Kopfweite Gr. 56, Stahlhaube Gr. 68” sowie “Baumuster: Heisler, Berlin Hersteller ........”. Im Inneren ist die originale dunkle Werkslackierung noch erhalten.

Tarnung im Feld: Normandie 1944

Besonders bemerkenswert an diesem Helm ist die feldmäßig aufgetragene Tarnlackierung im sogenannten Normandie-Tarnschema. Dieses Schema zeichnet sich durch die Verwendung von roten, grünen und sandfarbenen bzw. braunen oder gelben Farbtönen aus. In der Regel wurde der gesamte Helm zunächst mit einer sandfarbenen Grundierung übersprüht, woraufhin einzelne Bereiche mit Rot und Grün nachbearbeitet wurden. Die Farbe wurde üblicherweise in Einheitswerkstätten mit industriellen Sprühpistolen aufgetragen.

Dieses Tarnschema wurde bekanntermaßen in der Normandie verwendet, insbesondere vom Fallschirmjäger-Regiment 6 (FJR 6). Als dieses Regiment 1944 seine Helme und Ausrüstung tarnte, mussten mindestens 3.500 Helme lackiert werden – die Helme wurden in einem einzigen großen Arbeitsgang zwischen April und Juni 1944 bemalt. Das Normandie-Tarnschema wurde jedoch auch von vielen anderen Einheiten verwendet.

Der zusätzlich angebrachte Maschendraht (“chicken wire”) war eine unter den vordersten deutschen Fronttruppen weit verbreitete Praxis. Er ermöglichte es dem Träger, schnell natürliches Tarnmaterial wie Gras oder Äste am Helm zu befestigen. Zeitgenössische Fotografien und erhaltene Exemplare belegen diese Praxis bei Heer, Kriegsmarine, Polizei, Luftwaffe und Fallschirmjägern gleichermaßen.

Die Fallschirmjäger in der Normandie

In den frühen Kriegsjahren eilten die Fallschirmjäger von Sieg zu Sieg – in Norwegen, Holland und Belgien. Die Invasion Kretas 1941 war jedoch der letzte große Luftlandeeinsatz der Luftwaffe, da die Verluste inakzeptabel hoch waren. Danach wurden die Fallschirmjäger vorwiegend als Eliteinfanterie eingesetzt.

Mitte Mai 1944 wurde das Fallschirmjäger-Regiment 6 in die Engen der französischen Halbinsel Cotentin verlegt. Taktisch war das FJR 6 als Reserveeinheit dem LXXIV. Korps zugeordnet. Kommandeur war Major Friedrich August Freiherr von der Heydte, Träger des Ritterkreuzes des Eisernen Kreuzes. Von der Heydtes FJR 6 war mit rund 10.000 Mann die größte einzelne deutsche Kampfgruppe in der Normandie. Die meisten Soldaten waren jung – zwischen 18 und 20 Jahre alt – geführt von kampferprobten Offizieren und Unteroffizieren.

Sammlerwert und Nachkriegsgeschichte

Nach Kriegsende entstand in Europa ein boomender Markt für deutsche Militaria des Zweiten Weltkriegs. M38 Fallschirmjägerhelme waren und sind besonders begehrt, sowohl aufgrund ihrer Seltenheit als auch wegen des nahezu legendären Status der Einheiten, die sie trugen. Diese enorme Nachfrage führte dazu, dass Betriebe im tschechischen Gebiet der Tschechoslowakei hochwertige Museumsreplikate von M38-Helmen sowie Futter zur Restaurierung originaler Glocken herzustellen begannen. Für Sammler ist daher eine sorgfältige Prüfung von Stempelungen, Lackierung und Konstruktionsdetails unerlässlich.

Der vorliegende Helm mit seiner Normandie-Tarnlackierung, dem feldmäßig angebrachten Maschendraht und den nachweisbaren Spuren individueller Anpassung durch den Träger oder eine Kleiderkammer ist ein authentisches Stück Kriegsgeschichte, das die Verbindung zwischen industrieller Massenproduktion und der improvisierten Realität des Fronteinsatzes greifbar macht.

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