NSDAP offizielles Teilnehmerabzeichen der Alten Garde "1939 Ostsee Fahrt"
Dieses Abzeichen trägt die Bezeichnung eines Teilnehmerabzeichens der Alten Garde für eine sogenannte Ostseefahrt 1939. Das Objekt selbst besteht aus Buntmetall, ist teilemailliert und mit einer Nadel zur Befestigung versehen. Mit einer Höhe von 40 Millimetern entspricht es den typischen Maßen für Abzeichen dieser Periode.
Der Begriff Alte Garde bezeichnete innerhalb der NSDAP jene Parteimitglieder, die der Bewegung vor dem 30. Januar 1933 beigetreten waren – dem Datum der sogenannten Machtergreifung. Diese frühen Mitglieder wurden damit bewusst von der Flut opportunistischer Neumitglieder unterschieden, die nach 1933 in die Partei strömten. Die NSDAP organisierte in den späten 1930er Jahren zahlreiche regionale Fahrten und Veranstaltungen speziell für die Alte Garde, um diese frühen Parteimitglieder zu ehren und ihre Loyalität zu stärken.
Zu den dokumentierten Fahrten der Alten Garde gehörten die Ostlandfahrt 1937 durch die bayerische Ostmark, die Westmarkfahrt 1938 sowie die Westfalenfahrt, auch als Reichsfahrt der Alten Garde bezeichnet, die vom 14. bis 17. Juni 1939 durch Westfalen führte. Diese Veranstaltungen dienten propagandistischen Zwecken und der Kameradschaftspflege unter den langjährigen Parteimitgliedern.
Die Ostsee als geografischer Raum war in den 1930er Jahren durchaus Ziel von Reisen, die von der KdF-Organisation (Kraft durch Freude) durchgeführt wurden. Diese NS-Freizeitorganisation bot während der Vorkriegszeit verschiedene See- und Landreisen an. Allerdings wurden im Sommer 1939 See- und Bahnreisen zunehmend eingeschränkt, um Transportkapazitäten für die Kriegsvorbereitungen zu bewahren.
Teilnehmerabzeichen waren offizielle Erinnerungsabzeichen, die an Teilnehmer spezifischer Parteiveranstaltungen ausgegeben wurden. Nach 1933 wurden bestimmte Teilnehmerabzeichen in die offizielle Liste der NSDAP-Ehrenabzeichen aufgenommen und zum Tragen an Uniformen autorisiert. Solche Abzeichen dokumentierten die Teilnahme ihres Trägers an bedeutsamen politischen Ereignissen und verstärkten damit dessen Status innerhalb der Parteihierarchie.
Das Material Buntmetall – eine Nichteisenlegierung – und die Teilemaillierung waren typisch für Abzeichen dieser Zeit. Die partielle Emaillierung erlaubte farbliche Akzente bei gleichzeitig kostengünstiger Herstellung, was bei Gedenkabzeichen mit größeren Stückzahlen von Bedeutung war.
Nach dem 8. Mai 1945 verboten die alliierten Besatzungsmächte sämtliche NSDAP-Insignien, Abzeichen und Auszeichnungen. Die öffentliche zur Schaustellung nationalsozialistischer Symbole bleibt bis heute in Deutschland und mehreren anderen Ländern gesetzlich verboten, mit Ausnahmen für Bildungs- und historische Forschungszwecke. Solche Objekte dokumentieren heute als historische Zeugnisse die Propagandamethoden und Organisationsstrukturen des NS-Regimes.