Nationalsozialistische Frauenschaft ( NSF ) - Mitgliedsabzeichen 11. Form
Das Mitgliedsabzeichen der Nationalsozialistischen Frauenschaft (NSF) stellt ein bedeutendes Dokument der nationalsozialistischen Organisationsstruktur dar, insbesondere hinsichtlich der Einbindung von Frauen in das politische System des Dritten Reiches. Die hier vorliegende 11. Form mit den Maßen von 17 mm und der Herstellerbezeichnung RZM ST GES.GESCH. repräsentiert eine spezifische Produktionsvariante dieser Abzeichen, die zwischen 1933 und 1945 in verschiedenen Ausführungen hergestellt wurden.
Die Nationalsozialistische Frauenschaft wurde im Oktober 1931 als Zusammenschluss verschiedener nationalsozialistischer Frauenorganisationen gegründet und unterstand der Reichsfrauenführung unter Leitung von Gertrud Scholtz-Klink, die ab 1934 diese Position innehatte. Die NSF bildete zusammen mit dem Deutschen Frauenwerk (DFW) die organisatorische Grundlage für die nationalsozialistische Frauenpolitik und erreichte bis 1945 mehrere Millionen Mitglieder.
Das Mitgliedsabzeichen diente als sichtbares Zeichen der Zugehörigkeit zur Organisation und musste von allen Mitgliedern getragen werden. Die Kennzeichnung RZM steht für die Reichszeugmeisterei, die zentrale Beschaffungs- und Prüfstelle der NSDAP, die ab 1929 für die Standardisierung und Qualitätskontrolle aller Parteiabzeichen, Uniformen und Ausrüstungsgegenstände verantwortlich war. Die RZM vergab Lizenzen an autorisierte Hersteller und versah deren Produkte mit entsprechenden Herstellermarken.
Die Bezeichnung ST GES.GESCH. (Stempelung, gesetzlich geschützt) weist auf einen durch die RZM zertifizierten Hersteller hin. Im Laufe der Jahre entwickelten sich verschiedene Formen des NSF-Abzeichens, wobei die 11. Form eine der späteren Varianten darstellt. Diese Formvariationen resultierten aus technischen Anpassungen, Materialknappheit während des Krieges oder Änderungen in den Herstellungsvorschriften der RZM.
Die NSF verfolgte die ideologischen Ziele des Nationalsozialismus und propagierte ein traditionelles Frauenbild, das die Rolle der Frau primär im häuslichen Bereich, als Mutter und Erzieherin sah. Die Organisation führte Schulungen durch, organisierte soziale Aktivitäten und diente der Indoktrination ihrer Mitglieder mit nationalsozialistischem Gedankengut. Themen wie Rassenhygiene, Mütterschulung und hauswirtschaftliche Bildung standen im Mittelpunkt der Aktivitäten.
Die Mitgliedschaft in der NSF war formal freiwillig, jedoch bestand in der Praxis erheblicher sozialer Druck, insbesondere für Ehefrauen von Parteifunktionären und Beamten. Das Tragen des Abzeichens signalisierte nicht nur die Mitgliedschaft, sondern auch die Loyalität zum nationalsozialistischen System und wurde bei offiziellen Veranstaltungen und Versammlungen erwartet.
Aus sammlertechnischer und historischer Perspektive sind diese Abzeichen heute wichtige Zeugnisse der NS-Organisation und ihrer Durchdringung der Gesellschaft. Die verschiedenen Formen und Herstellervarianten ermöglichen es Historikern und Sammlern, die Entwicklung und Produktion dieser Insignien nachzuvollziehen. Die RZM-Markierung macht eine zeitliche und produktionstechnische Einordnung möglich.
Nach 1945 wurde die NSF zusammen mit allen anderen nationalsozialistischen Organisationen durch die alliierten Besatzungsmächte aufgelöst und verboten. Das Zeigen ihrer Symbole unterliegt heute in Deutschland und anderen Ländern strengen gesetzlichen Beschränkungen, wobei Ausnahmen für wissenschaftliche, historische und aufklärerische Zwecke bestehen.