Nationalsozialistischer Deutscher Marinebund ( NSDMB ) - Goldene Ehrennadel für 40 jährige Mitgliedschaft

an Nadel, rückseitig : GES.GESCH., Zustand 2.
479844
€ 165,00

Nationalsozialistischer Deutscher Marinebund ( NSDMB ) - Goldene Ehrennadel für 40 jährige Mitgliedschaft

Die Goldene Ehrennadel für 40-jährige Mitgliedschaft des Nationalsozialistischen Deutschen Marinebundes (NSDMB) repräsentiert ein bedeutendes Kapitel der maritimen Organisationsgeschichte während der NS-Zeit. Diese Auszeichnung wurde an verdiente Mitglieder verliehen, die vier Jahrzehnte lang dem Marinebund die Treue gehalten hatten.

Der Nationalsozialistische Deutsche Marinebund entstand 1933 durch die Gleichschaltung des traditionellen Deutschen Marinebundes, der bereits seit 1891 existierte. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurden alle Verbände und Vereine im Deutschen Reich systematisch in die NS-Organisationsstruktur eingegliedert. Der Marinebund, der ursprünglich als patriotischer Flottenverein zur Unterstützung des Flottenbaus gegründet worden war, wurde damit Teil des nationalsozialistischen Systems.

Die vorliegende Nadel trägt die rückseitige Prägung “GES.GESCH.” (Gesetzlich Geschützt), was auf eine offiziell registrierte und geschützte Auszeichnung hinweist. Dies war bei NS-Abzeichen und Ehrenzeichen üblich, um Fälschungen zu verhindern und die Exklusivität der Auszeichnungen zu wahren. Die goldene Ausführung unterstreicht den besonderen Wert und die Bedeutung dieser Ehrung für langjährige Mitgliedschaft.

Die 40-jährige Mitgliedschaft, die mit dieser Nadel gewürdigt wurde, bedeutete in der Praxis, dass die Träger bereits seit den 1890er Jahren dem ursprünglichen Deutschen Marinebund angehört haben mussten. Diese Mitglieder hatten somit die wilhelminische Ära, den Ersten Weltkrieg, die Weimarer Republik und schließlich die NS-Zeit als aktive Marinebund-Mitglieder erlebt. Sie repräsentierten eine Kontinuität maritimer Begeisterung über verschiedene politische Systeme hinweg.

Der NSDMB diente während der NS-Zeit mehreren Zwecken: Er sollte die maritime Tradition pflegen, Nachwuchs für die wieder aufgebaute Kriegsmarine gewinnen und die Bevölkerung für Seefahrt und Flottenbau begeistern. Die Organisation führte Veranstaltungen durch, gab Publikationen heraus und unterhielt enge Verbindungen zur Kriegsmarine. Mitglieder des NSDMB waren oft ehemalige Marinesoldaten, maritime Enthusiasten oder Personen, die die Seestreitkräfte ideell und materiell unterstützen wollten.

Das Abzeichensystem des NSDMB umfasste verschiedene Stufen der Mitgliedschaftsnadeln. Neben der goldenen 40-Jahres-Nadel existierten Ausführungen für 25-jährige und andere Jubiläen. Die hierarchische Abstufung durch verschiedene Materialien und Designs entsprach dem typischen Ordnungssystem der NS-Zeit, in dem Loyalität und langjährige Zugehörigkeit besonders honoriert wurden.

Die Herstellung solcher Ehrennadeln erfolgte durch autorisierte Hersteller, die oft mit Punzen oder Herstellermarken ihre Produkte kennzeichneten. Die handwerkliche Qualität war in der Regel hoch, da diese Auszeichnungen offiziellen Charakter trugen und die Würde der Organisation repräsentieren sollten. Die Nadel wurde am Revers getragen und signalisierte öffentlich die langjährige Verbundenheit mit maritimen Belangen.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 wurde der NSDMB zusammen mit allen anderen NS-Organisationen aufgelöst. Die Abzeichen und Ehrenzeichen verloren ihren offiziellen Status und wurden zu historischen Relikten. Heute sind solche Objekte Zeugnisse einer vergangenen Epoche und werden von Sammlern militärhistorischer Gegenstände sowie von Museen als Studienobjekte bewahrt.

Der Erhaltungszustand dieser speziellen Nadel wird mit Zustand 2 angegeben, was in der Sammlernomenklatur auf einen sehr guten Erhaltungsgrad hinweist. Dies bedeutet, dass die Nadel nur minimale Gebrauchsspuren aufweist und ihre ursprüngliche Erscheinung weitgehend bewahrt hat. Für historische Objekte dieser Art ist ein solcher Zustand bemerkenswert, da viele Abzeichen im Laufe der Jahrzehnte verloren gingen, beschädigt wurden oder bewusst vernichtet wurden.

Die wissenschaftliche Bedeutung solcher Objekte liegt in ihrem Wert als Primärquellen für die Erforschung der NS-Organisationsstruktur, der Vereinskultur und der Propaganda. Sie dokumentieren, wie das NS-Regime bestehende Traditionen instrumentalisierte und in sein ideologisches System integrierte. Gleichzeitig werfen sie Fragen nach Kontinuität und Bruch, nach individueller Motivation und kollektiver Vereinnahmung auf.