Nationalsozialistisches Kraftfahrkorps ( NSKK ) Schaftmütze für Führer

Schaftmütze aus olivbraunem Tuch, silberne Paspelierung, schwarzer Mützendeckel, komplett mit Bevo-Metallfaden gewebtem Hutadler, seitlich je zwei Lüftungslöcher, schwarzer Ledersturmriemen. Innen braunes Schweißband, Wachstuchfutter, unter dem Schweißleder mit großem Etikett "Tuchmütze RZM". Größe ca. 55. Mottenschäden, Schweißband beschädigt, Zustand 2-.
508344
1.400,00

Nationalsozialistisches Kraftfahrkorps ( NSKK ) Schaftmütze für Führer

Die vorliegende Schirmmütze des Nationalsozialistischen Kraftfahrkorps (NSKK) für Führer stellt ein charakteristisches Beispiel der uniformtechnischen Ausrüstung dieser paramilitärischen Organisation des Dritten Reiches dar. Das NSKK, gegründet 1931 und ab 1934 als eigenständige Organisation unter der Leitung von Korpsführer Adolf Hühnlein, war ursprünglich als motorisierte Abteilung der SA konzipiert und entwickelte sich zu einer bedeutenden Institution für die Motorisierung und kraftfahrzeugtechnische Ausbildung im nationalsozialistischen Deutschland.

Die Mütze entspricht in ihrer Ausführung den Bekleidungsvorschriften des NSKK, die präzise zwischen den verschiedenen Dienstgraden unterschieden. Das olivbraune Tuch war die charakteristische Grundfarbe der NSKK-Uniform und unterschied die Organisation deutlich von anderen NS-Gliederungen. Die silberne Paspelierung kennzeichnet dabei den Status als Führer (Führerdienstgrad), im Gegensatz zu Mannschaftsdienstgraden, die keine oder eine andere Paspelierung trugen. Der schwarze Mützendeckel war ein gemeinsames Merkmal aller NSKK-Schirmmützen und symbolisierte die Verbindung zur motorisierten Tradition.

Der Bevo-gewebte Adler aus Metallfaden war das offizielle Hoheitszeichen, das ab Mitte der 1930er Jahre standardmäßig verwendet wurde. Die Bevo-Technik (Barmer Bandweberei Vorwerk) war ein spezielles Webverfahren, das besonders feine und haltbare Abzeichen ermöglichte. Diese Adler wurden in großen Stückzahlen produziert und auf verschiedene Uniformteile aufgebracht. Die beidseitigen Belüftungslöcher waren ein praktisches Detail für den Tragekomfort, besonders während längerer Diensteinsätze oder bei sommerlichen Temperaturen.

Der schwarze Ledersturmriemen war ursprünglich ein funktionales Element, das die Mütze bei Wind oder während der Fahrt in offenen Fahrzeugen sichern sollte. Im Laufe der Zeit entwickelte er sich jedoch auch zu einem ästhetischen Merkmal der militärischen und paramilitärischen Kopfbedeckungen des Dritten Reiches.

Besonders bemerkenswert ist das RZM-Etikett (Reichszeugmeisterei) im Inneren der Mütze. Die RZM war die zentrale Beschaffungs- und Prüfstelle für Uniformen und Ausrüstungsgegenstände der NSDAP und ihrer Gliederungen. Die Einrichtung der RZM im Jahr 1929 unter der Leitung von Franz Xaver Schwarz sollte die Qualität und Einheitlichkeit der NS-Uniformierung gewährleisten und gleichzeitig einen wirtschaftlichen Vorteil durch zentralisierte Beschaffung schaffen. Jeder RZM-zugelassene Hersteller erhielt eine Herstellernummer, die auf den Etiketten vermerkt wurde. Dies ermöglichte eine Kontrolle der Produktionsstandards und verhinderte die Verwendung nicht autorisierter Uniformteile.

Die angegebene Größe von etwa 55 entspricht dem damaligen deutschen Größensystem für Kopfbedeckungen, das auf dem Kopfumfang in Zentimetern basierte. Das Wachstuchfutter war typisch für Militär- und Dienstmützen dieser Epoche und sollte Schutz vor Feuchtigkeit bieten sowie die Haltbarkeit der Mütze erhöhen. Das braune Schweißband aus Leder war ein Standardelement, das den Tragekomfort verbesserte und die Mütze vor Schweißschäden schützte.

Das NSKK spielte eine wichtige Rolle in der Vorbereitung auf den Zweiten Weltkrieg, indem es Kraftfahrer ausbildete, die später für die Wehrmacht von großer Bedeutung waren. Die Organisation war auch für die Verkehrserziehung und -überwachung zuständig und betrieb eigene Fahrschulen. Mit über 500.000 Mitgliedern im Jahr 1939 war das NSKK eine der größeren NS-Organisationen.

Der erhaltene Zustand der Mütze mit Mottenschäden und beschädigtem Schweißband ist typisch für Textilien aus dieser Zeit, die über acht Jahrzehnte überdauert haben. Solche Gebrauchsspuren sind authentische Zeugnisse der Geschichte und mindern den historischen Wert des Objekts als Studien- und Dokumentationsobjekt nicht. Die Mütze repräsentiert ein dunkles Kapitel deutscher Geschichte und dient heute ausschließlich der historischen Forschung und Aufklärung über die Strukturen und Symbolik des nationalsozialistischen Regimes.