Preußen Feldbindenschloß für Offiziere
Die preußische Feldbindenschließe für Offiziere mit der Monogrammauflage "WII" (Wilhelm II.) stellt ein charakteristisches Ausrüstungsstück der kaiserlichen deutschen Armee zwischen 1888 und 1918 dar. Diese aus vergoldetem Messing gefertigte Schließe diente zur Verbindung der Feldbinde, einem wesentlichen Bestandteil der Offiziersuniform, der sowohl funktionale als auch repräsentative Bedeutung hatte.
Die Feldbinde selbst war ein breites, über die Schulter getragenes Band, das zur Dienstuniform der Offiziere gehörte und ursprünglich zum Tragen des Degens oder Säbels diente. Im Verlauf des 19. Jahrhunderts entwickelte sich die Feldbinde zunehmend zu einem Rangabzeichen und Distinktionsmerkmal des Offizierskorps. Die Schließe, die die beiden Enden der Feldbinde zusammenhielt, wurde dabei zu einem wichtigen dekorativen Element.
Mit der Thronbesteigung von Kaiser Wilhelm II. am 15. Juni 1888 wurden neue Uniformvorschriften erlassen, die auch die Ausgestaltung der Feldbindenschließen betrafen. Das königliche Monogramm "WII" (Wilhelm II.) ersetzte das bisherige "WI" seines Vaters Wilhelm I. und seines Großvaters, die beide ebenfalls als Wilhelm I. von Preußen regiert hatten. Diese Änderung war Teil einer umfassenden Anpassung der militärischen Ausrüstung und Uniformierung an die neue Regierungszeit.
Die technische Ausführung dieser Schließen folgte präzisen Vorgaben. Das vergoldete Messing bot eine kostengünstigere Alternative zu massivem Gold, behielt aber den repräsentativen Glanz, der für Offiziersausstattung erwartet wurde. Die Vergoldung schützte zudem das Grundmetall vor Korrosion und gewährleistete eine dauerhafte Optik. Die Monogrammauflage wurde aufgeklammert, das heißt, sie wurde als separates Element auf die Grundplatte der Schließe aufgebracht und mechanisch befestigt.
Die Gestaltung solcher Schließen unterlag den Allerhöchsten Kabinettsordren (AKO), durch die der Kaiser Änderungen an Uniformen und Ausrüstung anordnete. Diese Verfügungen regelten detailliert Form, Größe, Material und Trageweise militärischer Ausrüstungsgegenstände. Die Feldbindenschließen variierten dabei je nach Waffengattung und Regiment, wobei die preußischen Offiziere generell Schließen mit dem königlich-preußischen Monogramm trugen.
Im militärischen Alltag wurde die Feldbinde mit ihrer Schließe zu verschiedenen Dienstanlässen getragen. Bei Paraden, Inspektionen und offiziellen Anlässen war sie obligatorischer Bestandteil der Uniform. Im Felddienst, besonders während des Ersten Weltkriegs (1914-1918), wurde die Feldbinde jedoch zunehmend durch praktischere Ausrüstung ersetzt, da sie im modernen Grabenkrieg als unpraktisch und zu auffällig galt.
Die Herstellung solcher Schließen erfolgte durch spezialisierte Militäreffektenfabriken und private Zulieferer, die nach staatlichen Vorgaben produzierten. Offiziere waren in der Regel verpflichtet, ihre Ausrüstung selbst zu beschaffen, was einen erheblichen finanziellen Aufwand bedeutete. Dies erklärt die unterschiedliche Qualität erhaltener Exemplare – während einige von renommierten Hoflieferanten stammten, wurden andere von günstigeren Herstellern bezogen.
Nach dem Ende der Monarchie 1918 und der Abdankung Wilhelms II. verloren diese Schließen ihre offizielle Funktion. In der Reichswehr der Weimarer Republik wurden neue, republikanische Uniformvorschriften eingeführt, die monarchische Symbole eliminierten. Viele Offiziere behielten ihre kaiserlichen Ausrüstungsstücke jedoch als persönliche Erinnerungen.
Heute sind Feldbindenschließen mit dem Monogramm Wilhelms II. begehrte Sammlerobjekte, die Einblick in die militärische Kultur des Kaiserreichs geben. Sie dokumentieren nicht nur handwerkliche Fertigkeiten und Materialverwendung ihrer Zeit, sondern auch die Bedeutung von Symbolik und Hierarchie in der preußisch-deutschen Militärtradition. Ihre Erhaltung und wissenschaftliche Dokumentation trägt zum Verständnis dieser historischen Epoche bei.