Württembergischer Kriegerbund - Mitgliedsabzeichen für 25 Jahre

mehrteilige Fertigung, Hersteller : Metallwarenfabrik AD Schwerdt Stuttgart, an Nadel, Zustand 2.
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65,00

Württembergischer Kriegerbund - Mitgliedsabzeichen für 25 Jahre

Das Mitgliedsabzeichen des Württembergischen Kriegerbundes für 25 Jahre stellt ein bedeutendes Zeugnis der deutschen Veteranenkultur im Königreich Württemberg dar. Diese Auszeichnung wurde treuen Mitgliedern verliehen, die dem Kriegerbund über einen Zeitraum von einem Vierteljahrhundert die Treue gehalten hatten.

Der Württembergische Kriegerbund wurde im späten 19. Jahrhundert als Teil einer breiteren Bewegung von Veteranenvereinigungen in den deutschen Staaten gegründet. Nach den Einigungskriegen von 1864, 1866 und insbesondere dem Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 entstanden zahlreiche lokale Kriegervereine, die sich zum Zweck der Kameradschaftspflege, der Unterstützung bedürftiger Veteranen und ihrer Hinterbliebenen sowie zur Pflege vaterländischer Gesinnung zusammenschlossen. Der württembergische Landesverband koordinierte diese Aktivitäten auf Landesebene.

Die Metallwarenfabrik A.D. Schwerdt in Stuttgart war einer der renommierten Hersteller militärischer Auszeichnungen und Vereinsabzeichen im Königreich Württemberg. Das Unternehmen fertigte nicht nur staatliche Orden und Ehrenzeichen, sondern auch Vereinsabzeichen für verschiedene militärische und paramilitärische Organisationen. Die mehrteilige Fertigung dieser Abzeichen zeugt von handwerklichem Können und der Bedeutung, die solchen Ehrenzeichen beigemessen wurde.

Das Abzeichen für 25-jährige Mitgliedschaft stellte eine besondere Ehrung dar. In einer Zeit, in der Tradition, Treue und Beständigkeit hochgeschätzte Werte waren, symbolisierte ein Vierteljahrhundert ununterbrochener Zugehörigkeit außergewöhnliches Engagement. Die Kriegerbünde spielten im gesellschaftlichen Leben des Kaiserreichs und der Weimarer Republik eine wichtige Rolle. Sie organisierten Gedenkfeiern, pflegten Kriegsgräber, unterstützten Witwen und Waisen gefallener Soldaten und förderten den Zusammenhalt unter den Veteranen.

Die Gestaltung solcher Abzeichen folgte üblicherweise den heraldischen und symbolischen Traditionen Württembergs. Häufig waren das württembergische Wappen mit den drei Hirschstangen, die Krone des Königreichs oder militärische Symbole wie Eichenlaub, Schwerter oder das Eiserne Kreuz eingearbeitet. Die Zahl “25” oder entsprechende Inschriften kennzeichneten die Dienstzeit.

Nach dem Ersten Weltkrieg und dem Zusammenbruch der Monarchie 1918 wurden die Kriegerbünde noch wichtiger für die Integration der Millionen heimkehrenden Soldaten. Sie boten nicht nur materielle Unterstützung, sondern auch psychologischen Halt in einer Zeit radikaler gesellschaftlicher Umbrüche. Allerdings wurden diese Organisationen zunehmend politisiert und viele entwickelten sich zu Stützen nationalistischer und später nationalsozialistischer Ideologie.

Die Nadelkonstruktion des Abzeichens ermöglichte das Tragen an der Zivilkleidung, typischerweise am Revers der Jacke. Dies war bei Vereinstreffen, Gedenkveranstaltungen und offiziellen Anlässen üblich. Die Träger dieser Auszeichnungen genossen in ihren Gemeinden oft hohes Ansehen.

Sammlerhistorisch sind solche Abzeichen heute wichtige Quellen für die Erforschung der Veteranenkultur, der Erinnerungspolitik und des gesellschaftlichen Lebens in Deutschland zwischen 1871 und 1945. Sie dokumentieren die Organisationsstrukturen, die handwerkliche Qualität der Zeit und die Wertschätzung militärischer Traditionen in der deutschen Gesellschaft jener Epoche.